- 29.03.2010, 08:43:59
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VKI steigt jetzt auch gegen Immofinanz und Constantia in den Ring
2.500 AWD-Geschädigte können sich, ohne Kosten und Risiko, als Privatbeteiligte dem Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Wien anschließen.
Wien (OTS/VKI) - Nach der Entscheidung des Oberlandesgerichts Wien
(OLG) steht die VKI Sammelklage wegen "systematischer Fehlberatung"
gegen den AWD auf Schiene. Jetzt engagiert sich der Verein für
Konsumenteninformation (VKI) - im Auftrag des
Konsumentenschutzministeriums - auch im Ermittlungsverfahren gegen
ehemalige Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates der Firmen
Immofinanz, Immoeast und Constantia Privatbank. Der VKI bietet den
rund 2.500 TeilnehmerInnen an der Sammelklagen-Aktion gegen den AWD
an, ihre Interessen auch im Strafverfahren zu vertreten und auf eine
Verbandsverantwortung der jeweiligen Unternehmen hinzuwirken - ohne
Kosten und ohne Risiko. "Ohne die Fehlberatung des AWD hätten die
Kunden keine Immofinanz- und Immoeast-Aktien gekauft; daher gehen wir
in erster Linie gegen den AWD vor", sagt Dr. Peter Kolba, Leiter des
Bereichs Recht im VKI, "aber die KundInnen sind - quasi als Aktionäre
wider Willen - natürlich auch potenzielle Opfer jener Straftaten, zu
denen die Staatsanwaltschaft Wien gegen ehemalige Vorstände und
Aufsichtsräte der seinerzeit eng verflochtenen Firmen Immofinanz,
Immoeast und Constantia Privatbank ermittelt."
Der VKI bietet daher den TeilnehmerInnen an den Sammelklagen gegen
den AWD nunmehr - ohne Kosten und ohne Risiko - an, sich über den VKI
auch an dem anhängigen Ermittlungsverfahren als Privatbeteiligte
anzuschließen. Der große Vorteil: Dadurch können
Schadenersatzansprüche gegen Beschuldigte nicht verjähren.
"Für uns ist nicht nachvollziehbar, weshalb die Staatsanwaltschaft
bislang offenbar nur gegen die betreffenden Einzelpersonen, nicht
aber auch gegen die dahinter stehenden Verbände ermittelt. Daher
werden wir darauf dringen, dass das Verbandsverantwortlichkeitsgesetz
auch zur Anwendung kommt und die Ermittlungen auf Immofinanz,
Immoeast und die Nachfolgerin der Constantia Privatbank, die Aviso
Zeta Bank ausgedehnt werden", sagt Dr. Kolba zur Strategie des VKI.
Die Verfahren um den "WEB-Skandal" waren ein Anstoß für das
Verbandsverantwortlichkeitsgesetz, das am 1.1.2006 in Kraft trat;
denn allfälligen Schadenersatz würden Geschädigte wohl eher bei den
Unternehmen, als bei den Einzelpersonen eintreiben können. Aus dieser
Sicht wäre es daher wesentlich, dass auch gegen die Unternehmen
ermittelt wird. Diese könnten sich - käme es zu Verurteilungen -
anders als die beklagte Bank im "WEB-Skandal" dann im Zivilverfahren
nicht darauf hinausreden, am Strafverfahren nicht beteiligt gewesen
zu sein.
Der VKI wird nun die Rückmeldungen der Teilnehmer der Sammelklagen
gegen den AWD abwarten und sodann eine entsprechende
Sachverhaltsdarstellung samt Privatbeteiligtenanschluss bei der
Staatsanwaltschaft einbringen.
Rückfragehinweis:
Verein für Konsumenteninformation
Dr. Peter Kolba, Leiter Bereich Recht
Tel.: 01 / 58877 - 320
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