GPA-djp-Katzian: Abgesagte Landwirtschaft-Einheitswertbestimmung völlig unakzeptabel

In Zeiten der Budgetkonsolidierung keine Ausnahmen für einzelne Bevölkerungsgruppen machen

Wien (OTS) - (GPA-djp/ÖGB) "Die sogenannten Einheitswerte in der Landwirtschaft bestimmen nicht nur die Grundsteuer, sie sind bei einem Großteil der LandwirtInnen ja auch die Grundlage für ihre Steuerbemessung und für die Berechnung ihrer Beiträge zur Sozialversicherung und weiterer Sozialleistungen wie Schul- und Studienbeihilfen", zeigt der Vorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp), Wolfgang Katzian, kein Verständnis für die abgesagte Neubewertung: "In Zeiten der dringend notwendigen Budgetsanierung eine völlig unakzeptable Vorgangsweise."++++

Bei land- und forstwirtschaftlichen Betrieben unter einem Einheitswert von 65.500 Euro wird die Einkommenssteuer pauschaliert nach dem Einheitswert ermittelt. Für Betriebe mit einem Einheitswert über 65.000 Euro gilt eine Teilpauschalierung, das bedeutet, sie können von den tatsächlichen Einnahmen eine Betriebskostenpauschale von 70 Prozent abziehen. Laut Landwirtschaftlicher Gesamtrechnung (LGR, Statistik Austria) verfügen die Landwirte über ein Einkommen von 3 Mrd. Euro und zahlen rund 35 Mio Einkommensteuer, das bedeutet eine Steuerleistung von rund einem Prozent. "Die letzte Hauptfeststellung für diese wirtschaftlichen Einheiten des land- und forstwirtschaftlichen Vermögens fand 1989 statt. In diesen vergangenen zwei Jahrzehnten gab es für ArbeitnehmerInnen eine Reihe zusätzlicher Belastungen, während für die LandwirtInnen alles beim alten blieb und jetzt offenbar weiterhin bleiben soll", so Katzian weiter. Diese Vorgangsweise und vor allem die Argumentation der hohen Verwaltungskosten sei nicht nachvollziehbar, so Katzian abschließend:
"Es herrscht sehr wohl politische Einigkeit über die Schaffung einer Transparenzdatenbank, die Licht ins Dunkel der Förderungen aller Bevölkerungsgruppen bringen soll. Warum also jetzt eine Ausnahme für LandwirtInnen machen? Eine Neiddiskussion ist das letzte, was wir brauchen, aber eine solche Vorgangsweise schürt sie geradezu - wer nichts zu verbergen hat, der soll seine Daten offen legen."

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