• 23.03.2010, 09:11:28
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"Konsument": Fraglicher Nutzen von Selbsttests aus Apotheken und Drogerien

Unzuverlässige Ergebnisse und komplizierte Anwendung zu hohem Preis

Wien (OTS/VKI) - Ob nun der Verdacht auf eine Schwangerschaft,
Lebensmittelunverträglichkeit, Darmpolypen oder Prostatakrebs -
Selbsttests, die in der Apotheke oder im Drogeriemarkt erhältlich
sind, sollen rasch und einfach Gewissheit verschaffen. Der Verein für
Konsumenteninformation hat 21 Screening-Tests untersucht. Das
Ergebnis ist vernichtend: Lediglich zwei Schwangerschaftstests
(Clearblue, Schäfer Pharma) und ein Test zur Bestimmung des Eisprungs
(Pregnafix) sind dafür empfehlenswert. Alle anderen Tests sind für
den Hausgebrauch nicht geeignet und zumeist noch teuer. Fazit:
Selbsttests ersetzen nicht den Arztbesuch.

"Mit Ausnahme der Schwangerschaftstests und des Ovulationstests
sind die verbleibenden 18 Tests auch unter Medizinern teils
umstritten", fasst Testleiter Bernhard Matuschak das Ergebnis
zusammen. Besonderes Gefahrenpotenzial ortet er beim
Prostata-Vorsorgetest, der Urin auf das prostataspezifische Antigen
(PSA) untersucht. Weltweit gibt es keine Beweise für den Nutzen des
PSA-Screenings für die Früherkennung des Prostatkarzinoms. In den
Niederlanden und Belgien sind PSA-Tests sogar verboten.

Des Weiteren sind die Beipackzettel oft nur lückenhaft, schwer
verständlich und enthalten im schlimmsten Fall irreführende
Informationen, die Ängste schüren. Das ist umso bedenklicher, da
Selbsttests sehr fehleranfällig sind. "Häufig kommt es zu falschen
Ergebnissen, die Patienten beunruhigen, aber auch in falscher
Sicherheit wiegen können", warnt Matuschak. "Dazu kommt in vielen
Fällen eine komplizierte Anwendung, etwa bei den von uns untersuchten
Darmpolypen-, Magengeschwür-, und Cholesterintests."

Auch für Allergien gibt es diverse Selbsttests. Die Diagnose ist
aber oft kompliziert und häufig bedarf es dazu eines Allergologen.
Nicht nur das allein, sondern auch die Tatsache, dass eine Allergie
lebensbedrohlich sein kann, macht es umso unverständlicher, wie
selbstverständlich - und ohne weitere Erläuterungen - Allergietests
zum Teil in Apotheken verkauft werden. Und das um einen stolzen Preis
von durchschnittlich 33 Euro pro Test. Zum Vergleich: Bei der
Abklärung durch den Arzt übernimmt die Krankenkasse die Kosten.

Matuschaks abschließender Rat: "Bei gesundheitlichen Problemen
keine Zeit verlieren und diese von einem Arzt abklären lassen: Das
spart nicht nur Geld, sondern auch Nerven."

Weitere Informationen zum Thema gibt es ab sofort auf
www.konsument.at sowie ab dem 25.3. im April-"Konsument".

Rückfragehinweis:
Verein für Konsumenteninformation/Testmagazin "Konsument"
Mag. Andrea Morawetz, Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 01/588 77 - 256
mailto:[email protected]
www.konsument.at

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