Neues Volksblatt: "Erledigt" (von Franz Schöffmann)

Ausgabe vom 22. März 2010

Linz (OTS) - 86.309 Menschen im Südburgenland durften gestern über ein Asylzentrum abstimmen. Ja oder nein zu einem Asylzentrum, hatten wir das nicht schon einmal? Richtig, in Eberau, vor einem Monat. 90 Prozent sagten damals deutlich: Nein, wir wollen keine Asylanten in unserem Dorf und schon gar kein Erstaufnahmezentrum. ÖVP-Innenministerin Maria Fekter hatte zuvor betont, dass das Ergebnis für sie bindend sei. Und vor kurzem gab sie bekannt, dass das Projekt vom Tisch sei, denn die Asylantenzahlen gingen drastisch zurück.
Dreimal ein klares Nein zum Erstaufnahmezentrum - doch was sagt das schon einem SPÖ-Landeshauptmann? Zu wenig, wenn die Selbstinszenierung vor der Landtagswahl die Hauptrolle spielt. Zu wenig, wenn man als roter Rechtspopulist mit keinen anderen Themen punkten kann. Zu wenig, wenn es einem egal ist, viel Steuergeld für eine weitere Umfrage zu verbrennen. Also, sprach Hans Niessl, stimmen wir nochmals ab, weil man Fekter nicht trauen könne.
Drei von vier Südburgenländern blieben gestern zu Hause und ließen so ihrem LH wissen: Das Thema ist für uns längst erledigt. Und was sie ihrem LH bei der Landtagswahl am 30. Mai wissen lassen könnten:
Einer, der uns für dumm verkaufen will, erst recht.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt, Chefredaktion
Tel.: 0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0002