Energiestrategie: CO2-Versenkung und mehr Kohlekraft vorgesehen

Greenpeace: Wiederinbetriebnahme des Kohlekraftwerks Voitsberg einkalkuliert?

Wien (OTS) - Die Veröffentlichung der ausformulierten Version der Energiestrategie birgt für Greenpeace einige böse Überraschungen. Das Thema CCS (Kohlenstoffabscheidung und -Speicherung) ist nicht vom Tisch, und die Verwendung von Kohlekraft soll bis 2020 sogar zunehmen. "Diese Zugeständnisse an die Fossil-Lobby sind eine Katastrophe und haben in einer Energiestrategie nichts verloren", so Greenpeace-Energiesprecher Jurrien Westerhof.

Unklar ist, wodurch die zuständigen Minister Mitterlehner und Berlakovich mit einer Zunahme bei Kohlekraft rechnen. Greenpeace hatte für die Energiestrategie einen Ausstieg aus Kohlekraft bis 2020 gefordert, da diese Form der Energiegewinnung eine der klimaschädlichsten ist. In der Praxis würde die Greenpeace-Forderung bedeuten, dass die jetzigen Kohlekraftwerke, sobald sie altersbedingt geschlossen werden, nicht mehr ersetzt werden. Die vorgesehene Zunahme lässt aber vermuten, dass es in Österreich noch länger Kohlekraft geben wird. "Soll etwa das bereits geschlossene Kohlekraftwerk ÖDK3 in Voitsberg gegen den massiven Widerstand der Bevölkerung doch wieder in Betrieb gehen?", fragt Westerhof. "Diese Vorgehensweise wäre eine Blamage für die österreichische Umweltpolitik und die Minister müssen hier für Klarheit sorgen", so Westerhof weiter.

In der Kurzfassung der Energiestrategie (Eckpunkte der Energiestrategie), die vor einer Woche veröffentlicht wurden, war das umstrittene Thema CCS (Carbon Capture an Storage), also die Errichtung von unterirdischen CO2-Endlagerstätten, nicht enthalten. In der Langfassung allerdings sind die Untersuchungen nach den Einsatzmöglichkeiten dieser Technologie plötzlich enthalten - was von der Industriellenvereinigung interessanterweise schon vor der Veröffentlichung in einer Presseaussendung begrüßt wurde.

Greenpeace lehnt die Errichtung von CO2-Endlagern ab, weil damit, genau wie beim Atommüll, erst die kommenden Generationen mit dem Erbe unserer Kurzsichtigkeit fertig werden müssen. Zudem sind die Kosten sehr hoch und dieses Geld würde dann beim Ausbau der erneuerbaren Energie fehlen. Zahlreiche Bürgermeister aus den potentiell betroffenen Gemeinden haben mittlerweile ebenfalls klar gemacht, dass sie mit dieser Technologie nichts zu tun haben wollen. Sie haben die Greenpeace-Petition gegen die Errichtung von CO2-Endlagern in ihrer Gemeinde unterschrieben. "Die Menschen sind verunsichert, und wollen keine CO2-Endlager in ihrer Umgebung", macht Westerhof deutlich. "Die zuständigen Minister müssen endlich Klartext reden, statt diese Risikotechnologie durch die Hintertür reinzuschmuggeln", fordert Westerhof abschließend.

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DI Jurrien Westerhof, Energiesprecher Greenpeace
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