Neues Volksblatt: "Bologna" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 12. März 2010

Linz (OTS) - Das schöne Bologna hat sich den negativen Beigeschmack, der mit der nach der italienischen Stadt benannten Uni-Reform mitschwingt, nicht verdient. Was nichts daran ändert, dass ernsthafte Kritik an dem ebenso ernsthaften Vorhaben, einen gemeinsamen europäischen Hochschulraum zu schaffen, erlaubt sein muss. Nur Grund zum Feiern gibt es gewiss nicht.
Zu differenzieren ist in der Kritik freilich schon. Nicht die Idee an sich ist schlecht, ganz gewiss nicht. Wenn - nach der Aufnahme von Kasachstan - in mittlerweile 47 Ländern unter gleichen und vor allem vergleichbaren Bedingungen studiert werden kann, sollte das für alle Beteiligten von Vorteil sein. Die Crux liegt leider wie so oft in der Umsetzung. Dass "die Chancen für junge Menschen" im Mittelpunkt der Bologna-Idee stehen, wie Wissenschaftsministerin Beatrix Karl betont, ist unbestritten. Dass man diesen jungen Menschen aber sehr wohl noch bessere Bedingungen bieten muss, um zum gewünschten Ergebnis zu kommen, wird auch niemand bestreiten. Wenn die Bologna-Konferenz nicht bloß als Jubel-Gipfel gedacht ist, sondern als kritische Bestandsaufnahme verbesserungswürdiger Umstände, dann muss Bologna um seinen guten Ruf am Ende nicht fürchten.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt, Chefredaktion
Tel.: 0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001