Energiestrategie für Österreich präsentiert

Kopetz: Weg für den beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren ist vorbereitet

Wien (OTS) - Mit der Präsentation der Energiestrategie haben Minister Berlakovich und Minister Mitterlehner ein neues Kapitel in der österreichischen Energiepolitik aufgeschlagen. Bei der Erarbeitung der Energiestrategie für Österreich wurde erstmals einem breiten Kreis von Experten aus allen energiewirtschaftlichen Sektoren die Möglichkeit geboten, ihre Vorstellungen in die Entscheidungsgrundlagen einzubringen. Eine Vielzahl von sachlich fundierten Vorschlägen ist das positive Ergebnis. Die Realisierung dieser Vorschläge wird das österreichische Energiesystem nachhaltiger, umweltfreundlicher und sicherer machen. Natürlich ist von der Präsentation der Vorschläge bis zu ihrer Umsetzung noch ein weiter, mühevoller Weg zu gehen, doch nun ist der erste Schritt getan.

Aus Sicht des Österreichischen Biomasse-Verbandes ist es vor allem wichtig, dass aus der Fülle der guten Vorschläge einige Leitideen herausgehoben werden, die mit oberster Priorität umgesetzt werden. Dazu zählt an erster Stelle eine Kohlendioxidabgabe auf alle fossilen Treib- und Brennstoffe, wobei diese Mittel nicht zum Stopfen von Budgetlöchern, sondern zur großzügigen Förderung der erneuerbaren Wärme- und Stromerzeugung auf Basis Biomasse, Solarthermie, Fernwärme und Photovoltaik verwendet werden müssen.

An zweiter Stelle, aber von gleicher Wichtigkeit, ist die Ausarbeitung eines neuen Ökostromgesetzes, das auch den maßvollen Ausbau der Stromerzeugung aus Biomasse und Biogas sichert. Dies ist mit den aktuellen Regelungen nicht gegeben. Dabei ist zu bedenken, dass unter den erneuerbaren Quellen zur Stromerzeugung nur die Biomasse/Biogas 8.000 Stunden im Jahr den Strom zuverlässig liefern, auch dann, wenn Wasserkraftwerke zufrieren, Windstille herrscht und die Sonne nicht scheint. Der Verzicht auf den Ausbau der Stromerzeugung aus Biomasse, wie er derzeit praktiziert wird, bedeutet mehr Strom aus fossilen Kraftwerken und damit mehr C02 oder mehr Atomstrom.

Die zur Energiestrategie erarbeiteten Grundlagen liefern auch eine wertvolle Basis für den Nationalen Aktionsplan, der in den kommenden Wochen fertig gestellt werden muss. Fakt ist, dass in Österreich der Anteil der Erneuerbaren in den letzten drei Jahren von 26 % (2006) auf 30 % (2008) gestiegen ist, also um vier Prozentanteile in drei Jahren. Dieses Tempo sollte bei der Umstellung von einem fossilen auf ein erneuerbares Energiesystem beibehalten werden, und daher muss das Ziel für den Nationalen Aktionsplan nicht bei 34 %, sondern deutlich über 40 % liegen.

Der Österreichische Biomasse-Verband hofft, dass der Schwung, der zur Erstellung der Energiestrategie geführt hat, in den kommenden Monaten und Jahren anhält.

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