MKV: "Schulenquete zur Zukunft der höheren Schule"

MKV-Kukacka fordert Aufwertung der Hauptschule, Beibehaltung des 8-jährigen Gymnasiums, Begabtenförderung und bessere Unterrichtsmethoden

Wien (OTS) - Gestern Abend fand eine Enquete zum Thema "Die
Zukunft der Höheren Schule" statt, die der Mittelschüler-Kartell-Verband (MKV) gemeinsam mit dem Verband farbentragender Mädchen (VFM) durchführte und bei der er konkrete Vorschläge zur Bildungsreform und zur Verbesserung des Schulwesens vorlegte.

"Wir sehen es dabei auch als unabdingbar an, Leistungsbereitschaft einzufordern. Bildung ist nicht ohne Anstrengung zu erreichen. Spaßpädagogik alleine kann nicht die Maxime pädagogischen Handelns sein. Die alternativlose Abschaffung der Noten wäre jedenfalls ein falsches Signal und wird vom MKV eindeutig abgelehnt", erklärte der MKV-Vorsitzende StS a.D. Mag. Helmut Kukacka.

Die "Neue Mittelschule" vs. AHS

Kritik übt Kukacka an der Vorgehensweise von BM Schmid. "Die "Neue Mittelschule" darf nicht durch die Hintertür zu einer Gesamtschule der 10-14-Jährigen werden! Das Ziel muss sein die Hauptschulen, vor allem im städtischen Bereich, qualitativ zu verbessern und aufzuwerten, um sie so konkurrenzfähiger zur Unterstufe der AHS zu machen. Damit wird auch der Druck der Eltern, dass ihre Kinder -insbesondere im städtischen Bereich - unbedingt die Unterstufe der AHS besuchen müssen, abgemildert.

Das 8-jährige Gymnasium ist unverzichtbar, wenn wir weiterhin eine zukunftsorientierte Bildungspolitik und sinnvolle Begabtenförderung betreiben wollen", so Kukacka. "Es hat als qualitätsvolle Ausbildungsstätte für leistungsfähige und lernbegabte Schüler große Akzeptanz in der Öffentlichkeit."

Die Ganztagsschule kann Erziehungsverantwortung der Eltern nicht ersetzen

"Den Eltern soll die Bedeutung frühkindlicher Erziehung und ihr eigener Stellenwert für die Entwicklung ihrer Kinder immer wieder vor Augen geführt werden. Wenn Eltern ihre verantwortungsvolle schwierige Aufgabe nicht erfüllen können, muss die Politik Maßnahmen zur Unterstützung und nachhaltigen Förderung der Kinder und Jugendlichen und zur Stärkung der Familien ergreifen", sagte Kukacka.

"Durch die gesellschaftliche Veränderung ist eine flächendeckende und qualitativ hochwertige Nachmittagsbetreuung in unseren Augen sehr wichtig. Man darf nicht mehr davon ausgehen, dass ein Elternteil zu Hause bleibt bzw. nur einen Teilzeit-Job ausübt. Wir können uns verschiedene Modelle ganztägiger Schulformen, zusätzlichen Förderunterricht, und den verstärkten Einsatz von Unterstützungslehrern vorstellen. Unser wichtigstes Anliegen im Bezug auf die Nachmittagsbetreuung ist allerdings die Freiwilligkeit!", erklärt Kukacka.

Da die Infrastruktur in den österreichischen Schulen nicht auf eine Ganztagsbetreuung ausgelegt ist - an den meisten Schulen fehlen Speisesäle, Küchen, Aufenthaltsräume, Rückzugs-, Freizeit- und Sportmöglichkeiten - fordert der MKV ebenfalls rasche Investitionen an den österreichischen Schulen und die Bereitstellung der notwendigen Finanzmittel für die Adaption der Schulgebäude zu ganztagestauglichen Schulstandorten.

"In Zeiten wie diesen ist die Politik gefordert entsprechende Budgetmittel bereitzustellen bzw. alternative Finanzierungsmodelle anzudenken, um die notwendige Infrastruktur gewährleisten zu können", so Kukacka.

Pflichtfach Politische Bildung - seit "Wählen ab 16" ein MUSS!

Der MKV fordert die Einführung des Pflichtfaches "Politische Bildung" in allen Schularten und eine ausreichende stundenmäßige Dotierung dieses Faches, sodass Schüler in Zukunft im Gegenstand "Politische Bildung" an höheren Schulen auch mündlich maturieren können. "In einer Zeit, in der einfache Parolen, mediale Verkürzungen und Internetforen das demokratische Bewusstsein der Jugendlichen einschränken, und spätestens seit Einführung des Wahlrechtes ab 16 Jahren ist die Vermittlung Politischer Bildung wichtiger denn je", ist Helmut Kukacka überzeugt.

Begabtenförderung - ein Blick über den Tellerrand

Die individuelle Förderung von Hochbegabten wird vom Mittelschüler-Kartell-Verband als unbedingt erforderlich angesehen. An jeder höheren Schule soll ein Konzept zur Erkennung und systematischen Förderung von (hoch-)begabten Schülern erarbeitet werden und der Einrichtung von Begabtenförderungskursen und der Individualisierung des Unterrichtes größte Bedeutung und die dafür erforderlichen Ressourcen zukommen. Auch sollte nach dem Vorbild der Sir-Karl-Popper-Schule in Wien vorerst in jeder Landeshauptstadt, bei Bedarf in weiteren Ballungszentren, je eine höhere Schule zu einer Schwerpunktschule für hochbegabte Schüler weiterentwickelt werden.

Neue Unterrichtsmethoden

Der MKV ist der Meinung, dass neue unterrichtsorganisatorische Modelle ausgearbeitet werden müssen, die den Schulen die Möglichkeit geben, zeitintensive Unterrichtsformen wie Blockunterricht, (fächerübergreifenden) Projektunterricht, Unterricht in Doppelstunden, rhythmisierten Wochenablauf, offene Lernphasen, individualisierter Unterricht, eLearning-Unterrichtssequenzen, Praktika etc. nach schulautonomen Vorstellungen zu adaptieren und rasch umzusetzen. "Hier müssen neue Möglichkeiten in Betracht gezogen werden und in den AHS und BHS auch umgesetzt werden", so Kukacka abschließend. (Schluss)

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