Vbgm. Ludwig unterstützt AK-Forderung nach Senkung der Maklergebühren

"Leistbarkeit von Wohnraum muss auch in Zukunft gesichert sein! Bundesweite Regelung nötig. Die Wr. Wohnbaupolitik wirkt preisdämpfend auf den gesamten Wohnungsmarkt."

Wien (OTS) - Wien (OTS), Wie von der Arbeiterkammer erhoben,
zahlen MieterInnen, die sich am privaten Markt eine Wohnung suchen, durchschnittlich 2.400 Euro Maklergebühren. Während Wiener Wohnen, das Wohnservice Wien oder die Gemeinnützigen Wohnbauträger keine Makler einbinden, und dadurch kein Cent Vermittlungsgebühren anfällt, müssen Wohnungssuchende auf dem privaten Immobilienmarkt hierzulande im EU-Vergleich am tiefsten ins Geldbörserl greifen. "Es kann nicht sein, dass wir im geförderten Wiener Wohnbau weltweites Vorzeigebeispiel sind und leistbaren Wohnraum schaffen, während im privaten Bereich soviel gezahlt werden muss, wie sonst nirgendwo in Europa", so Wohnbaustadtrat Vizebürgermeister Dr. Michael Ludwig.

"Wenn man sich schon nicht dazu durchringen kann, dass die Vermieter, die Makler engagieren, auch für die Gebührenentrichtung aufzukommen haben, sollte in einem ersten Schritt zumindest die Provisionsbelastung auf ein Niveau, wie beispielsweise in unserem Nachbarland Deutschland, gesenkt werden. Das heißt: maximal zwei Nettomonatsmieten statt bisher bis zu drei Bruttomonatsmieten!", betonte der Wiener Vizebürgermeister heute erneut: "Die Verantwortung das zu ändern, liegt eindeutig bei den zuständigen Ministern im Wirtschafts- und Justizministerium", so Ludwig.****

20.000 Wohnungen werden jährlich auf dem privaten Wohnungsmarkt in Wien neuvermietet. Aufgrund enorm hoher und weiterhin steigender Maklergebühren sowie fehlender oder unklarer gesetzlicher Rahmenbedingungen - Dachgeschosswohnungen und Ein- und Zweifamilienhäuser sind beispielsweise aus dem Mietrechtsgesetz ausgenommen - steigen die Mieten und damit die Belastungen für die Bewohnerinnen und Bewohner auf dem privaten Sektor weiter an. Dadurch erhöhe sich der Druck auf den kommunalen Wohnbau, wie der Wiener Wohnbaustadtrat, Vizebürgermeister Dr. Michael Ludwig betont.

"Rund 60 Prozent der Wienerinnen und Wiener leben bereits heute in einer geförderten Wohnung. Dieser außerordentlich hohe Anteil geförderter Wohnungen am gesamten Wohnungsmarkt trägt ganz wesentlich zur ausgezeichneten Lebens- und Wohnqualität in unserer Stadt und zur Leistbarkeit der Mieten bei", so Ludwig. Zudem stelle die Stadt Wien durch eine ganze Reihe von aktuellen Maßnahmen ihren Ruf als internationales Vorzeigebeispiel im sozialen Wohnbau eindrucksvoll unter Beweis: "So wird derzeit jährlich die Errichtung von knapp 7.000 neuen Wohnungen - das entspricht in etwa rund 85 Prozent der gesamten Neubauleistung in Wien - gefördert. Damit schaffen wir ein qualitativ hochwertiges Angebot zu leistbaren Preisen, gleichzeitig wird damit das Potential an preisgünstigem Wohnraum am gesamten Wohnungsmarkt erhöht", betonte der Wiener Vizebürgermeister. Hinzu kommen noch einmal mehr als 10.000 Wohnungen, die jedes Jahr gefördert saniert werden.

"Oberstes Gebot ist und bleibt, dass das Wohnen auch für die Bezieherinnen und Bezieher mittlerer und geringer Einkommen finanzierbar bleibt", unterstreicht Ludwig, der sich in diesem Zusammenhang auch ganz dezidiert gegen mögliche Kürzungen von Mitteln der Wohnbauförderung ausspricht.

"Die Wohnbauförderung ist das zentrale Instrument für die Schaffung und Sicherung von erschwinglichem Wohnraum. In Wien werden die Mittel der Wohnbauförderung im Rahmen des Zweckzuschussgesetzes, im Gegensatz zu einigen anderen Bundesländern, ausschließlich für den Bereich Wohnen verwendet. Dabei setzen wir auf drei Säulen: die Neuerrichtung von Wohnräumen, die Sanierung bestehender Altbauten und die Subjektförderung, also die direkte finanzielle Unterstützung sozial Schwächerer. Außerdem koppeln wir die Wohnbauförderung im Rahmen des Wiener Klimaschutzprogramms KliP bereits seit Jahren gezielt an Maßnahmen für den Schutz des Klimas", so Vizebürgermeister Michael Ludwig.

Das Land Wien erhält im Schnitt 450 Millionen Euro im Rahmen des Finanzausgleichs vom Bund. Zusätzlich werden von der Stadt Wien noch einmal rund 80 bis 130 Millionen Euro in die Errichtung und Sanierung von Wohnungen investiert.

Insgesamt erhalten die Länder im Rahmen des laufenden Finanzausgleichs bis 2013 jährlich rund 1,8 Milliarden Euro an Zweckzuschüssen für den Wohnbau (in Form von Steueranteilen) vom Bund. Kürzung dieser Mittel um 500 Millionen Euro hätte nach einer Modellrechnung des Verbands gemeinnütziger Bauunternehmen (GBV), die dieser am Montag dieser Woche präsentierte, monatlich rund 280 Euro höhere Mietkosten in einer durchschnittlich großen Wohnung zur Folge.

"Dennoch kann nicht Ziel der Wohnungspolitik sein, dass die gesamte soziale Verantwortung ausschließlich vom geförderten Wohnbau übernommen wird, während die privaten Hausbesitzer Renditen maximieren. Ich erwarte mir daher von der Bundesregierung ein klares Bekenntnis zu einer sozialen Wohnpolitik. Auf bundespolitischer Ebene müssen in Form einer Mietrechtsreform gesetzliche Maßnahmen gesetzt werden, die dafür sorgen, dass auch im Bereich der Privathäuser leistbare Wohnungen zur Verfügung stehen", erklärte der Wiener Wohnbaustadtrat und Vizebürgermeister abschließend. (Schluss) csi

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