• 10.03.2010, 09:45:59
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Ein Jahr Spendenabsetzbarkeit ohne Umwelt, Natur und Tiere

Organisationen fordern gleiche Rechte von Bundesregierung

Wien. (OTS) - Morgen jährt sich zum ersten Mal der
Parlamentsbeschluss zur Einführung der Spendenabsetzbarkeit für
mildtätige Organisationen und Vereine in der Entwicklungs- und
Katastrophenhilfe. Umwelt-, Natur- und Tierschutzorganisationen sind
nach einem Jahr noch immer von der Regelung ausgeschlossen.
Vizekanzler Josef Pröll und Finanzstaatssekretär Reinhold Lopatka
haben nach zwei Jahren Laufzeit das Ergebnis der Evaluation der
Spendenabsetzbarkeit angekündigt. Die Natur- und
Umweltschutzorganisationen WWF, Greenpeace und GLOBAL 2000 fordern
die Einhaltung dieser Frist, da die Spendeneinbrüche durch die
schwierige Wirtschaftslage deutlich spürbar sind. "Wir fordern, dass
die Bundesregierung Wort hält und dass bei positivem
Evaluationsergebnis nach Ablauf der Zweijahresfrist ab 1. Jänner 2011
auch Spenden an Umwelt- und Naturschutzorganisationen absetzbar sein
werden. Die aktuellen Sparvorhaben der Bundesregierung sind kein
Grund für eine weitere Ausgrenzung", so die Geschäftsführer der drei
Organisationen.

Die Absetzbarkeit von Spenden an mildtätige Organisationen und
Einrichtungen der Entwicklungs- und Katastrophenhilfe wurde letztes
Jahr von der Bundesregierung rückwirkend zum 1. Jänner 2009
eingeführt. Bis zu zehn Prozent der Einkünfte von Privatpersonen oder
des Gewinns einer Firma können seit 2009 jährlich von der Steuer
abgesetzt werden. Bisher wurden vom Finanzministerium 403
Organisationen als absetzungswürdig eingestuft. Umwelt-, Naturschutz-
und Tierschutzorganisationen sind bis heute von der Begünstigung
ausgenommen. "Der aktuelle Sparkurs der Bundesregierung kann kein
Grund sein, die Spendenabsetzbarkeit nicht auszudehnen, denn die
Kosten fallen für das Budget kaum ins Gewicht", zitiert Aichberger
das Institut für Höhere Studien. Nach dessen Berechnungen gehen nur
knapp fünf Prozent an Tier- und Umweltschutzorganisationen. Der Staat
erspart sich derzeit durch die Ausgrenzung von WWF und Co. nur etwa
1,6 Millionen Euro.

Am 31. Dezember 2010 werden zwei Jahre vergangen sein und
Finanzminister Pröll sowie Finanzstaatssekretär Lopatka wollten bis
zu diesem Zeitpunkt das Ergebnis der Evaluierungskommission vorlegen.
Diese Kommission hatte ihre Tätigkeit bereits am 11. Feber 2010
aufgenommen.

Die Public-Opinion-Studie für das Jahr 2009 hatte einen alarmierenden
Rückgang der Spender im letzten Jahr um neun Prozent erhoben. Danach
ging die Anzahl der Spender in Österreich von 64 auf 55 Prozent
zurück. Auch die durchschnittliche jährliche Spendenhöhe verringerte
sich von 82 auf 78 Euro. "Wir spüren den Rückgang der Spenden in
Zeiten der Wirtschaftskrise vor allem bei den Firmenspenden massiv",
bedauert die WWF-Geschäftsführerin Hildegard Aichberger.

"Der gescheiterte Klimagipfel von Kopenhagen, die geplante
AKW-Renaissance und die Gentechnikpläne der EU zeigen, dass es
wichtiger denn je ist Umweltschutzarbeit zu stärken", betont
Greenpeace-Geschäftsführer Alexander Egit die Dringlichkeit die
Diskriminierung der Spender für den Umweltschutz aufzuheben.

"Erfreulicherweise bleiben uns die meisten Spenderinnen und Spender,
die uns schon lange unterstützen, treu. Jedoch wird es zunehmend
schwieriger NeuspenderInnen zu gewinnen. Die Privatspende für den so
dringend notwendigen Umweltschutz darf nicht durch den Finanzminister
benachteiligt werden", stellt GLOBAL 2000-Geschäftsführer Klaus
Kastenhofer klar.

Rückfragehinweis:
WWF Presse: Franko Petri, Tel.: 0676-83488-231, E-Mail: [email protected].
Greenpeace Presse: Melanie Beran , Tel.: 0664-3435354, E-Mail: [email protected].
GLOBAL 2000 Presse: Jens Karg, Tel.: 0699-14200019, E-Mail: [email protected].

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/246

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