TIROLER TAGESZEITUNG "Leitartikel" 1. März 2010, von Max Ischia: "Mit glühenden Herzen aus dem Schatten"

Nach der Tragik zu Beginn dieser Spiele sorgte Gastgeber Kanada für grandiose olympische Festtage.

Innsbruck (OTS) - Wie lange, wie dunkel und wie nachhaltig der Schatten war, der sich nach dem tödlichen Trainingssturz des jungen georgischen Rodlers über die nunmehr zu Ende gegangenen XXI. Olympischen Winterspiele gelegt hatte, musste jeder für sich beantworten. Schließlich ging es weiter in Vancouver. Musste es weitergehen. So ist der Sport. So ist das Leben.
Was sich indes schlüssig bilanzieren lässt: Kanada war ein überaus sympathischer Gastgeber. Einer, der frei nach seinem olympischen Motto ("Mit glühenden Herzen") zu Werke ging, der kleinere wie größere Pannen mit beispielhaftem Charme und angeborener Unaufgeregtheit überspielte und der an den Schauplätzen rund um Whistler der Gigantonomie eine Absage erteilte.
Go, Canada, go. Auch wenn der Chauvinismus der "Ahornblätter" grenzenlos war und insbesondere in Bruderduellen mit den USA gipfelte, erschien er nur in den seltensten Fällen penetrant.
Und Österreich? Die ÖOC-Abordnung blieb mit stolzen 16 Medaillen (4 Gold/6 Silber/6 Bronze) zwar hinter den Rekordspielen von Turin (23 Medaillen/9/7/7), erreichte aber nach Albertville 1992 (21 Medaillen/6/7/8) das drittbeste Ergebnis seiner Olympia-Geschichte. Während in Turin die ÖSV-Alpinen mit 14 Medaillen den Löwenanteil beisteuerten, blieb die einstige Vorzeigesparte mit bescheidenen vier Stück - allesamt durch die Damen - weit hinter den Erwartungen. Ganz zu schweigen von den Herren der alpinen Zunft, welche schwer geprügelt die Heimreise antraten. Wie lange, wie dunkel und wie nachhaltig dieser sportive Schatten lasten wird, kann wiederum jeder für sich beantworten. Schließlich geht es weiter. Und schon in zwei Wochen könnte nach dem Weltcupfinale in Garmisch-Partenkirchen der alpine Mikrokosmos wieder einer rotweißroten Kristallwelt gleichen.

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