• 26.02.2010, 13:06:46
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Korosec: Bei Pflege besteht jetzt dringender Handlungsbedarf

Wer diese Rechnungshof-Ergebnisse ignoriert handelt fahrlässig

Wien (OTS) - "Abwarten und Tee trinken ist angesichts dieses
desaströsen Rechnungshof-Berichtes fehl am Platz! Der Seniorenbund
ruft daher alle Verantwortlichen auf, sich möglichst umgehend
gemeinsam an den Verhandlungstisch zu setzen. Wir sind nicht mehr
bereit, hier Ausreden und Verzögerungen zu akzeptieren", erklärt
Ingrid Korosec, Chefin des Wiener Seniorenbundes und Khol's
Bundesobmann-Stellvertreterin im Seniorenbund. Sie verstärkt damit
auch die erst gestern von Khol erhobene Forderung nach raschem
entschlossenem Handeln.

Nach dem gestern vorgestellten Rechnungshofbericht zum
Pflegegeld-Vollzug und den heutigen Medienberichten dazu, sieht der
Österreichische Seniorenbund weiterhin dringenden Bedarf, noch einmal
ausdrücklich auf die Kernpunkte einzugehen, die nach Meinung des
Seniorenbundes sofort behoben werden müssen. "Wir haben den Eindruck,
hier haben nicht alle den Ernst der Lage erkannt", so Korosec.

Nationalen Pool für Gutachter sofort einrichten - Betreuer /
Pflegekräfte und pflegende Angehörige sind verpflichtend beizuziehen!

"Besonders erschreckend ist die Lage bei den begutachtenden
Ärztinnen und Ärzten. Es fehlen bundesweite Richtlinien und
Qualitätskriterien, niemand hat den Überblick, wer wen wann und wie
begutachtet und einstuft. Diese Misswirtschaft wird auf dem Rücken
der Betroffen betrieben. Und so fließt unheimlich viel Geld in
intransparente Strukturen. Geld, das man im Pflegesystem wahrlich
besser einsetzen könnte", so Korosec weiter.

Der Seniorenbund begrüße zwar das erste Pilotprojekt der
Pflegegeld-Einstufung gemeinsam mit Pfleger/innen, allerdings
kritisiert Korosec:

"Das geht wieder nur im Schneckentempo voran! Wir kennen die
Probleme seit Jahren, schon der letzte Rechnungshofbericht im Sommer
2009 hat dies auch offiziell bestätigt. Es muss jetzt sofort ein
nationaler Pool für Gutachter eingerichtet werden. Und diese Personen
müssen bundesweit einheitlich ausgebildet und kontrolliert werden.
Verpflichtend sind Betreuer/innen, Pflegekräfte oder die pflegenden
Angehörigen beizuziehen! Schluss mit Versuchen und Evaluierungen, es
sind nun dringend Taten gefragt!", bekräftigt Korosec die
Seniorenbund-Forderungen.

Deutliche Absage an Sachleistungsprinzip

"Gerade in Wien, wo die Lage insgesamt äußerst schlecht beurteilt
wurde, wo man in manchen Bereichen deutliches Schlusslicht ist,
versucht man mit einer Diskussion um den Ersatz der Geldleistungen
durch Sachleistungen vom eigenen Versagen abzulenken! Diesem neuesten
SPÖ-Traum von einem regelrechten Pflegemarxismus treten wir
entschieden entgegen! Die Systeme müssen nun bundesweit umgehend
angepasst werden, Qualitätssicherung und flächendeckende Versorgung
sowohl mit mobilen als auch mit stationären Diensten muss das Ziel
heißen. Und natürlich bleiben wir bei den Geldleistungen - weil auch
pflegebedürftige Menschen das Recht haben, selbst zu entscheiden,
wann wo und wie sie Hilfe in Anspruch nehmen", so Korosec
abschließend.

Rückfragehinweis:
Österreichischer Seniorenbund, Susanne Kofler
Tel.:0650-581-78-82
mailto:[email protected], www.seniorenbund.at

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/189

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