• 23.02.2010, 12:14:46
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Bauernbund startet Kampagne "Jobrelevanz von Lebensmitteln"

Grillitsch: 10% mehr heimischer Konsum schafft 10.000 neue Arbeitsplätze

Wien (OTS/AIZ) - "Der Konsum heimischer Lebensmittel sichert Jobs
in Österreich. Darum startet der Bauernbund mit den
Verarbeitungsbetrieben eine Kampagne zur Bewusstseinsbildung beim
Konsumenten", erklärte heute Präsident Fritz Grillitsch anlässlich
der Präsentation der Initiative, die unter dem Titel "Jobrelevanz"
für stärkeren Konsumpatriotismus sorgen soll. Konkret sollen vorerst
auf der Website www.heimischkaufen.at nach dem sogenannten
Ampelsystem jene Lebensmittelverarbeiter positiv hervorgehoben
werden, die zu 100% auf heimische Rohstoffe und Verarbeitung setzen.
Zum Startzeitpunkt sind hier 15 österreichische Verarbeiterfirmen
gelistet, die etwa 5.000 Mitarbeiter beschäftigen. Mittelfristiges
Ziel ist es, die Zahl der Partner soweit zu erhöhen, dass die
beteiligten Unternehmen rund 100.000 Arbeitplätze repräsentieren.

"Jeder Griff ins Regal zu einem heimischen Produkt ist ein
Auftragsschein für die österreichische Wirtschaft. Kein nachhaltig
denkender, politischer Entscheidungsträger dieses Landes kann sich
dieser Idee verschließen. Wenn um 10% mehr heimisch gekauft wird,
schaffen wir 10.000 neue Arbeitsplätze", rechnete Grillitsch vor.
Inländische Produkte seien aber nicht nur jobrelevant, sondern auch
konsumenten- und klimafreundlich. Auch der gesamte ländliche Raum
profitiere davon. Mit dieser Kampagne wolle der Bauernbund ein
besseres Bewusstsein für diese Zusammenhänge schaffen. "Die
Regionalwirtschaft ist das starke Rückgrat des ländlichen Raumes, an
der Landwirtschaft hängen 530.000 Arbeitsplätze. Diese Jobs zu
sichern und neue zu schaffen ist Aufgabe der Politik", betonte
Grillitsch.

Die Kampagne ist österreichweit ausgelegt und soll in den
kommenden Monaten zu einer Sammelbewegung anwachsen: "Dazu führen wir
intensive Gespräche, um möglichst viele heimische Verarbeiter mit dem
grünen Sticker, also positiv gekennzeichnet, listen zu können.
Nachdem die Handelsketten immer mehr ausländische Importlebensmittel
zu Schleuderpreisen an den Mann bringen, kann unsere Antwort nur eine
Positivkampagne für heimische Lebensmittel sein", erläuterte der
Präsident. An die Konsumenten appellierte er, möglichst viele
Erzeugnisse aus inländischer Produktion zu kaufen.

Sticker funktioniert nach der Ampel-Logik

"Das Einkaufsverhalten beeinflusst unseren Wirtschaftsstandort -
zum Positiven, wenn wir zu heimischer Ware greifen und damit
Arbeitsplätze sichern, zum Negativen, wenn wir im Ausland
produzierten Erzeugnissen den Vorzug geben", stellte Johannes
Abentung, Direktor des Österreichischen Bauernbundes, fest. Den
Konsumenten wolle man mit der Kampagne und dem neuen Sticker eine
Orientierungshilfe bieten.

"Funktionieren wird der Sticker nach der Ampel-Logik zunächst auf
der Website www.heimischkaufen.at. Wir starten mit der 100%
heimischen Positivlistung", erläuterte Abentung. Der grüne Sticker
bedeute, dass der Hauptrohstoff aus Österreich stammt und hierzulande
auch verarbeitet wird. "Bei grün sind die Jobs sicher, gelb ist laut
unserem Index nur noch die halbe heimische Wertschöpfung; bei rot
sind österreichische Arbeitsplätze bereits verloren", so Abentung.
Derzeit hätten viele europäische Regionen Probleme durch die
Abwanderung von Industriearbeitsplätzen und die Entvölkerung des
ländlichen Raumes. Diese Dynamik wolle man mit der Initiative
"Jobrelevanz" umdrehen, indem regionale Wirtschaftskreisläufe
erschlossen werden. Es handle sich dabei nicht um eine
protektionistische Kampagne, weil sie auch in anderen EU-Ländern
möglich wäre, es solle auch kein neues Gütesiegel geschaffen werden,
stellte Abentung klar.

Heimische Verarbeiter sichern Wertschöpfung im Inland

"Die österreichische Milchwirtschaft unterstützt diese Kampagne
des Bauernbundes. Wir garantieren sichere Lebensmittel, verarbeiten
in unseren Betrieben jährlich rund 2,6 Mio. t heimische Milch,
beschäftigen etwa 4.200 Mitarbeiter und schaffen wertvolle Jobs in
den ländlichen Regionen", betonte Helmut Petschar, Präsident der
Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM) und Chef der
Kärntner Milch. "Wir plädieren deshalb für eine enge Partnerschaft
zwischen Landwirtschaft, Verarbeitern, Handel und Konsumenten, um
Österreichs Zukunftsvoraussetzungen bestmöglich abzusichern", sagte
Petschar. Anstatt ständig über Lebensmittelpreise zu diskutieren
sollte vielmehr eine Wertediskussion geführt werden. Die geprüfte
Qualität der heimischen Produkte sei ein hohes Gut, das auch ihren
Wert habe, so der VÖM-Präsident.

Karl Schirnhofer, bekannter steirischer Schinken- und
Wursterzeuger, zählt ebenfalls zu den Partnern der Kampagne. "Wir
verwenden heimische Rohstoffe und die Konsumenten akzeptieren auch
den Mehrpreis für unsere hohe Qualität", so Schirnhofer. Den
Landwirten könne man dadurch ebenfalls höhere Erlöse garantieren.

"Für den Wirtschaftsstandort ist es unerlässlich, dass
Unternehmen, die zu 100% in österreichischem Eigentum stehen, ihre
Erträge regional reinvestieren und damit die heimische Wertschöpfung
sicherstellen", ergänzte Josef Rieberer, Geschäftsführer der Murauer
Brauerei, zu dieser Initiative. In seinem genossenschaftlich
organisierten Unternehmen würden fast ausschließlich heimische
Rohstoffe eingesetzt, den Mitarbeiterstand habe man in den
vergangenen zwei Jahren um 15% erhöht. "Gerade in der
Mur-Mürz-Furche, die in den vergangenen Jahren strukturell
benachteiligt und von der Abwanderung von Industriejobs besonders
betroffen war, ist die Verknüpfung von heimischer Produktion und
Konsum überlebenswichtig", gab Rieberer zu bedenken. Weitere
Partnerunternehmen sind unter anderem die Berglandmilch, Waldland,
Steirisches Kürbiskernöl und der Schokoladen-Hersteller Zotter.
(Schluss) kam

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Tel.: 01/533 18 43, Fax: 01/535 04 38,
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