Bauernbund startet Kampagne "Jobrelevanz von Lebensmitteln"

Grillitsch: 10% mehr heimischer Konsum schafft 10.000 neue Arbeitsplätze

Wien (OTS/AIZ) - "Der Konsum heimischer Lebensmittel sichert Jobs
in Österreich. Darum startet der Bauernbund mit den Verarbeitungsbetrieben eine Kampagne zur Bewusstseinsbildung beim Konsumenten", erklärte heute Präsident Fritz Grillitsch anlässlich der Präsentation der Initiative, die unter dem Titel "Jobrelevanz" für stärkeren Konsumpatriotismus sorgen soll. Konkret sollen vorerst auf der Website www.heimischkaufen.at nach dem sogenannten Ampelsystem jene Lebensmittelverarbeiter positiv hervorgehoben werden, die zu 100% auf heimische Rohstoffe und Verarbeitung setzen. Zum Startzeitpunkt sind hier 15 österreichische Verarbeiterfirmen gelistet, die etwa 5.000 Mitarbeiter beschäftigen. Mittelfristiges Ziel ist es, die Zahl der Partner soweit zu erhöhen, dass die beteiligten Unternehmen rund 100.000 Arbeitplätze repräsentieren.

"Jeder Griff ins Regal zu einem heimischen Produkt ist ein Auftragsschein für die österreichische Wirtschaft. Kein nachhaltig denkender, politischer Entscheidungsträger dieses Landes kann sich dieser Idee verschließen. Wenn um 10% mehr heimisch gekauft wird, schaffen wir 10.000 neue Arbeitsplätze", rechnete Grillitsch vor. Inländische Produkte seien aber nicht nur jobrelevant, sondern auch konsumenten- und klimafreundlich. Auch der gesamte ländliche Raum profitiere davon. Mit dieser Kampagne wolle der Bauernbund ein besseres Bewusstsein für diese Zusammenhänge schaffen. "Die Regionalwirtschaft ist das starke Rückgrat des ländlichen Raumes, an der Landwirtschaft hängen 530.000 Arbeitsplätze. Diese Jobs zu sichern und neue zu schaffen ist Aufgabe der Politik", betonte Grillitsch.

Die Kampagne ist österreichweit ausgelegt und soll in den kommenden Monaten zu einer Sammelbewegung anwachsen: "Dazu führen wir intensive Gespräche, um möglichst viele heimische Verarbeiter mit dem grünen Sticker, also positiv gekennzeichnet, listen zu können. Nachdem die Handelsketten immer mehr ausländische Importlebensmittel zu Schleuderpreisen an den Mann bringen, kann unsere Antwort nur eine Positivkampagne für heimische Lebensmittel sein", erläuterte der Präsident. An die Konsumenten appellierte er, möglichst viele Erzeugnisse aus inländischer Produktion zu kaufen.

Sticker funktioniert nach der Ampel-Logik

"Das Einkaufsverhalten beeinflusst unseren Wirtschaftsstandort -zum Positiven, wenn wir zu heimischer Ware greifen und damit Arbeitsplätze sichern, zum Negativen, wenn wir im Ausland produzierten Erzeugnissen den Vorzug geben", stellte Johannes Abentung, Direktor des Österreichischen Bauernbundes, fest. Den Konsumenten wolle man mit der Kampagne und dem neuen Sticker eine Orientierungshilfe bieten.

"Funktionieren wird der Sticker nach der Ampel-Logik zunächst auf der Website www.heimischkaufen.at. Wir starten mit der 100% heimischen Positivlistung", erläuterte Abentung. Der grüne Sticker bedeute, dass der Hauptrohstoff aus Österreich stammt und hierzulande auch verarbeitet wird. "Bei grün sind die Jobs sicher, gelb ist laut unserem Index nur noch die halbe heimische Wertschöpfung; bei rot sind österreichische Arbeitsplätze bereits verloren", so Abentung. Derzeit hätten viele europäische Regionen Probleme durch die Abwanderung von Industriearbeitsplätzen und die Entvölkerung des ländlichen Raumes. Diese Dynamik wolle man mit der Initiative "Jobrelevanz" umdrehen, indem regionale Wirtschaftskreisläufe erschlossen werden. Es handle sich dabei nicht um eine protektionistische Kampagne, weil sie auch in anderen EU-Ländern möglich wäre, es solle auch kein neues Gütesiegel geschaffen werden, stellte Abentung klar.

Heimische Verarbeiter sichern Wertschöpfung im Inland

"Die österreichische Milchwirtschaft unterstützt diese Kampagne des Bauernbundes. Wir garantieren sichere Lebensmittel, verarbeiten in unseren Betrieben jährlich rund 2,6 Mio. t heimische Milch, beschäftigen etwa 4.200 Mitarbeiter und schaffen wertvolle Jobs in den ländlichen Regionen", betonte Helmut Petschar, Präsident der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM) und Chef der Kärntner Milch. "Wir plädieren deshalb für eine enge Partnerschaft zwischen Landwirtschaft, Verarbeitern, Handel und Konsumenten, um Österreichs Zukunftsvoraussetzungen bestmöglich abzusichern", sagte Petschar. Anstatt ständig über Lebensmittelpreise zu diskutieren sollte vielmehr eine Wertediskussion geführt werden. Die geprüfte Qualität der heimischen Produkte sei ein hohes Gut, das auch ihren Wert habe, so der VÖM-Präsident.

Karl Schirnhofer, bekannter steirischer Schinken- und Wursterzeuger, zählt ebenfalls zu den Partnern der Kampagne. "Wir verwenden heimische Rohstoffe und die Konsumenten akzeptieren auch den Mehrpreis für unsere hohe Qualität", so Schirnhofer. Den Landwirten könne man dadurch ebenfalls höhere Erlöse garantieren.

"Für den Wirtschaftsstandort ist es unerlässlich, dass Unternehmen, die zu 100% in österreichischem Eigentum stehen, ihre Erträge regional reinvestieren und damit die heimische Wertschöpfung sicherstellen", ergänzte Josef Rieberer, Geschäftsführer der Murauer Brauerei, zu dieser Initiative. In seinem genossenschaftlich organisierten Unternehmen würden fast ausschließlich heimische Rohstoffe eingesetzt, den Mitarbeiterstand habe man in den vergangenen zwei Jahren um 15% erhöht. "Gerade in der Mur-Mürz-Furche, die in den vergangenen Jahren strukturell benachteiligt und von der Abwanderung von Industriejobs besonders betroffen war, ist die Verknüpfung von heimischer Produktion und Konsum überlebenswichtig", gab Rieberer zu bedenken. Weitere Partnerunternehmen sind unter anderem die Berglandmilch, Waldland, Steirisches Kürbiskernöl und der Schokoladen-Hersteller Zotter. (Schluss) kam

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