- 22.02.2010, 12:30:40
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Krise ist dann vorbei, wenn Armut sinkt
Appell an Finanzminister und Regierungschef: Machen Sie 2010 zu einem tatsächlichen Jahr gegen Armut!
Wien (OTS) - "Die Krise ist dann vorbei, wenn die Armut
zurückgeht; wenn weniger aus Not auf Sozialhilfe angewiesen sind und
wenn die Arbeitslosigkeit sinkt", hält die Armutskonferenz anlässlich
des Startschusses zum Europäischen Jahrs der Armutsbekämpfung 2010
fest. "Während sich die Finanzmärkte wieder auf business as usual
einstellen, soll die Bevölkerung aber nun mit Sparpaketen bezahlen,
was das Finanzdesaster an Löchern in die öffentlichen Haushalte
gerissen hat. Während der Finanz- und Bankensektor sich mit
Steuergeldern stabilisierte , müssen wir für die Stabilisierung des
sozialen Zusammenhalts um jede Million kämpfen: Die Reform der
Sozialhilfe in den Ländern droht nach hinten los zu gehen. Kärnten
hat die Sozialhilfe bereits im Dezember massiv verschlechtert,
Steiermark diskutiert übers Wohnen, andere Bundesländer können
folgen", so das Netzwerk, deren Mitgliedsorganisationen über 500000
Hilfesuchende im Jahr betreuen und unterstützen. "In den sich
abzeichnenden Verteilungskämpfen um die Bezahlung der Krisenkosten
drohen diejenigen, die ohne Lobby sind, unter die Räder zu kommen.
Wie die Kosten der Krise verteilt werden, entscheidet über mehr oder
weniger Armut in den nächsten Jahren."
Nach Abzug der Fixkosten fürs Wohnen bleiben rund einem Drittel
der Menschen, die sich hilfesuchend an Beratungsstellen wenden,
weniger als 4 Euro pro Tag und Person im Haushalt übrig, um alle
anderen Bedürfnisse abzudecken. 44 000 Sozialhilfe-BezieherInnen sind
minderjährige Kinder und Jugendliche.
Die Armutskonferenz appelliert an den Finanzminister und den
Regierungschef: "Machen Sie das Jahr 2010 zu einem tatsächlichen Jahr
der Armutsbekämpfung. Sie können viel tun. Es gibt genügend
Instrumente und Möglichkeiten im Vollzug der Sozialhilfe, in der
Schule, beim Wohnen und mit sozialen Dienstleistungen gegenzusteuern.
Armut ist kein Naturereignis, das es mit jeder neuen Statistik frisch
zu bestaunen gilt.
- Sorgen Sie dafür, dass der Vollzug der Sozialhilfe auf den Ämtern der Länder verbessert wird. - Sorgen Sie dafür, dass die tatsächlichen Wohnkosten in der Sozialhilfe berücksichtigt werden. - Sorgen Sie dafür, dass bei existentiellen Nöten und Kosten wie kaputter Boiler, Schulsachen oder Geburt niemand von der Sozialhilfe allein gelassen wird. - Sorgen Sie dafür, dass es zu einer Reform aktiver Arbeitsmarktpolitik und des Selbstverständnisses des AMS als soziales Servicecenter kommt.
Es braucht eine Mindestsicherung, die aus der Armut führt und zum
Leben reicht", so die Armutskonferenz (www.gegen.armut.at). Das
Anti-Armutsnetzwerk warnt: "Was nicht hilft: Die Opfer der
Wirtschaftskrise und der Arbeitslosigkeit zu Schuldigen ihres
Schicksals zu stempeln." "Grundsätzlich helfen Einkommensarmen
Investitionen in Dienstleistungen, die sie im Alltag unterstützen:
von der Kinderbetreuung über Qualifizierung am Arbeitsmarkt bis hin
zu Pflegehilfen. Hier entstehen Win-win-Situationen zwischen
Fraueneinkommen, Arbeitsplätzen, Frühförderung von Kindern und
Pflegeentlastung Angehöriger. Auch ein Bildungssystem, das den
sozialen Aufstieg fördert und nicht sozial selektiert, wirkt. Auf die
neuen sozialen Risken wie prekäre Jobs, psychischen Erkrankungen oder
Migration muss angemessen sozialpolitisch reagiert werden. Und nicht
zuletzt helfen Jobs, von denen man leben kann", so die
Armutskonferenz abschließend.
Rückfragehinweis:
Die Armutskonferenz
www.armutskonferenz.at
Mobil: 0664/ 544 55 54 oder Tel.: 01/ 409 80 01
Koordinationsbüro: 01/ 402 69 44
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/641
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