Volksschule Czerninplatz: Wertvolle Wandbilder in neuem Glanz

Wien (OTS) - Kunstwerk von Herbert Tasquil wichtiges Beispiel des frühen Konstruktivismus

Die Volksschule am Czerninplatz 3 im zweiten Wiener Gemeindebezirk beherbergt ein Kulturgut von besonderem kunsttheoretischen Wert: Vier großzügig gestaltete Wandbilder von Professor Herbert Tasquil. Nachdem der Zahn der Zeit unübersehbar seine Spuren hinterlassen hatte, konnte jetzt der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt werden: Drei Wandbilder wurden aufwändig restauriert, ein fehlendes Wandbild wurde nach Vorlage rekonstruiert. Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny und Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch präsentierten heute die wiederhergestellten Wandbilder. *****

"Das Kunstwerk von Herbert Tasquil stellt ein mehrteiliges, in sich geschlossenes und für die österreichische Kunstgeschichte wichtiges Beispiel des frühen Konstruktivismus der 50er Jahre dar. Ich freue mich, dass es mit Hilfe des Wiener Altstadterhaltungsfonds erhalten werden konnte", betont Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny.

"Das Beispiel Volksschule Czerninplatz zeigt, dass es der Wiener Stadtpolitik bereits seit Jahrzehnten ein Anliegen ist, bildende Kunst in die Schulen hinein zu tragen und zur Auseinandersetzung damit anzuregen", betont Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch. Die Stadt achte auch darauf, bei Neubauten und Sanierungen Kunst in den Schulbereich zu integrieren: "So zum Beispiel bei der Volksschule Pastinakweg oder bei der Volks- und Hauptschule Pfeilgasse, wo jeweils Skulpturen oder Schriftzüge mit Schulbezug gestaltet wurden."

Ursprüngliche Zustand wiederhergestellt

Die Volksschule am Czerninplatz 3 im 2. Wiener Gemeindebezirk wurde von Oswald Haerdtl entworfen, 1956 eröffnet und steht heute unter Denkmalschutz. Der Maler, Kunsttheoretiker und Universitätsprofessor Herbert Tasquil entwarf und gestaltete damals für die Schule vier großzügige Wandbilder, jeweils 15 Quadratmeter. In den letzten Jahrzehnten verblassten die Farben, das Wandbild im Erdgeschoß wurde von den SchülerInnen gar übermalt - aus Unwissenheit vor der Bedeutung des Kunstwerks.

Jetzt konnte mit Hilfe des Altstadterhaltungsfonds der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt werden: Drei Wandbilder wurden von Brigitte Rindler-Trieb restauriert; das fehlende Wandbild wurde nach einer Vorlage von Franz Vana, bildender Künstler und Schüler von Tasquil, rekonstruiert und ausgeführt.

Der Wiener Altstadterhaltungsfonds der Kulturabteilung (MA 7) unterstützte die Restaurierungsarbeiten und die Rekonstruktion mit einem Betrag von 5.500 Euro.

Maler, Kunsttheoretiker und Professor Pof. Herbert Tasquil

Prof. Herbert Tasquil (23. 12. 1923 - 23. 08. 2008) war Maler, Kunsttheoretiker und Professor an der Universität für angewandte Kunst. Herbert Tasquil war vor allem Lehrender, der sein theoretischen Wissen an Generationen von Studierenden weitergegeben hat. Trotz seiner Ausbildung als Maler, die er an der Akademie der bildenden Künste bei Herbert Boeckl erhielt, dessen Assistent er auch gewesen ist, trat er als bildender Künstler nur zweimal in Erscheinung: Einmal mit den Wandbildern in der Volksschule am Czerninplatz, wo er versuchte, wie in den 50er Jahren üblich, mit abstrakter Malerei an das internationale Kunstgeschehen anzuschließen. Die Wandbilder in den Geschossen der Schule mit dem Titel 'Figurationen', Seccomalerei in Gips, stellen mythologische Allegorien dar. Die zweite von Tasquil gestaltete Arbeit befindet sich in Italien: In der Nähe von Triest kreierte er die Glasfenster der Kirche von Grignano-Miramare.

Volksschule Czerninplatz

Die im Jahre 1945 völlig zerstörte Volksschule am Czerninplatz 3 wurde 1955 von der Stadt Wien nach Plänen des Architekten Prof. Oswald Haerdtl wieder aufgebaut. Ein besonderer Schwerpunkt der Schule ist der Kunstunterricht . Vier Klassen werden als Schwerpunktklassen in Bildnerischer Erziehung geführt. Während des Schuljahres werden auch zahlreiche Kunstprojekte in den Klassen durchgeführt.

Aus der Schule sind viele prominente WissenschaftlerInnen und KünstlerInnen hervorgegangen: Unter ihnen der Begründer der Logotherapie und Existenzanalyse DDr. Viktor Emil Frankl, die Österreichisch-schwedische Kernphysikerin Dr. Lise Meitner oder der Romancier, Bühnenautor, Kunstsammler und Erfinder der "Anti-Baby-Pille" Prof. Dr. Carl Djerassi.

Fotos sind demnächst unter http://www.wien.gv.at/ma53/rkfoto/ verfügbar.

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