- 22.02.2010, 10:30:14
- /
- OTS0056 OTW0056
Volksschule Czerninplatz: Wertvolle Wandbilder in neuem Glanz
Wien (OTS) - Kunstwerk von Herbert Tasquil wichtiges Beispiel des
frühen Konstruktivismus
Die Volksschule am Czerninplatz 3 im zweiten Wiener Gemeindebezirk
beherbergt ein Kulturgut von besonderem kunsttheoretischen Wert: Vier
großzügig gestaltete Wandbilder von Professor Herbert Tasquil.
Nachdem der Zahn der Zeit unübersehbar seine Spuren hinterlassen
hatte, konnte jetzt der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt
werden: Drei Wandbilder wurden aufwändig restauriert, ein fehlendes
Wandbild wurde nach Vorlage rekonstruiert. Kulturstadtrat Andreas
Mailath-Pokorny und Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch
präsentierten heute die wiederhergestellten Wandbilder. *****
"Das Kunstwerk von Herbert Tasquil stellt ein mehrteiliges, in
sich geschlossenes und für die österreichische Kunstgeschichte
wichtiges Beispiel des frühen Konstruktivismus der 50er Jahre dar.
Ich freue mich, dass es mit Hilfe des Wiener Altstadterhaltungsfonds
erhalten werden konnte", betont Kulturstadtrat Andreas
Mailath-Pokorny.
"Das Beispiel Volksschule Czerninplatz zeigt, dass es der Wiener
Stadtpolitik bereits seit Jahrzehnten ein Anliegen ist, bildende
Kunst in die Schulen hinein zu tragen und zur Auseinandersetzung
damit anzuregen", betont Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch. Die
Stadt achte auch darauf, bei Neubauten und Sanierungen Kunst in den
Schulbereich zu integrieren: "So zum Beispiel bei der Volksschule
Pastinakweg oder bei der Volks- und Hauptschule Pfeilgasse, wo
jeweils Skulpturen oder Schriftzüge mit Schulbezug gestaltet wurden."
Ursprüngliche Zustand wiederhergestellt
Die Volksschule am Czerninplatz 3 im 2. Wiener Gemeindebezirk
wurde von Oswald Haerdtl entworfen, 1956 eröffnet und steht heute
unter Denkmalschutz. Der Maler, Kunsttheoretiker und
Universitätsprofessor Herbert Tasquil entwarf und gestaltete damals
für die Schule vier großzügige Wandbilder, jeweils 15 Quadratmeter.
In den letzten Jahrzehnten verblassten die Farben, das Wandbild im
Erdgeschoß wurde von den SchülerInnen gar übermalt - aus Unwissenheit
vor der Bedeutung des Kunstwerks.
Jetzt konnte mit Hilfe des Altstadterhaltungsfonds der
ursprüngliche Zustand wiederhergestellt werden: Drei Wandbilder
wurden von Brigitte Rindler-Trieb restauriert; das fehlende Wandbild
wurde nach einer Vorlage von Franz Vana, bildender Künstler und
Schüler von Tasquil, rekonstruiert und ausgeführt.
Der Wiener Altstadterhaltungsfonds der Kulturabteilung (MA 7)
unterstützte die Restaurierungsarbeiten und die Rekonstruktion mit
einem Betrag von 5.500 Euro.
Maler, Kunsttheoretiker und Professor Pof. Herbert Tasquil
Prof. Herbert Tasquil (23. 12. 1923 - 23. 08. 2008) war Maler,
Kunsttheoretiker und Professor an der Universität für angewandte
Kunst. Herbert Tasquil war vor allem Lehrender, der sein
theoretischen Wissen an Generationen von Studierenden weitergegeben
hat. Trotz seiner Ausbildung als Maler, die er an der Akademie der
bildenden Künste bei Herbert Boeckl erhielt, dessen Assistent er auch
gewesen ist, trat er als bildender Künstler nur zweimal in
Erscheinung: Einmal mit den Wandbildern in der Volksschule am
Czerninplatz, wo er versuchte, wie in den 50er Jahren üblich, mit
abstrakter Malerei an das internationale Kunstgeschehen
anzuschließen. Die Wandbilder in den Geschossen der Schule mit dem
Titel 'Figurationen', Seccomalerei in Gips, stellen mythologische
Allegorien dar. Die zweite von Tasquil gestaltete Arbeit befindet
sich in Italien: In der Nähe von Triest kreierte er die Glasfenster
der Kirche von Grignano-Miramare.
Volksschule Czerninplatz
Die im Jahre 1945 völlig zerstörte Volksschule am Czerninplatz 3
wurde 1955 von der Stadt Wien nach Plänen des Architekten Prof.
Oswald Haerdtl wieder aufgebaut. Ein besonderer Schwerpunkt der
Schule ist der Kunstunterricht . Vier Klassen werden als
Schwerpunktklassen in Bildnerischer Erziehung geführt. Während des
Schuljahres werden auch zahlreiche Kunstprojekte in den Klassen
durchgeführt.
Aus der Schule sind viele prominente WissenschaftlerInnen und
KünstlerInnen hervorgegangen: Unter ihnen der Begründer der
Logotherapie und Existenzanalyse DDr. Viktor Emil Frankl, die
Österreichisch-schwedische Kernphysikerin Dr. Lise Meitner oder der
Romancier, Bühnenautor, Kunstsammler und Erfinder der
"Anti-Baby-Pille" Prof. Dr. Carl Djerassi.
Fotos sind demnächst unter http://www.wien.gv.at/ma53/rkfoto/
verfügbar.
Rückfragehinweis:
Mag.a Michaela Zlamal Mediensprecherin Stadtrat Christian Oxonitsch Tel.: +43 1 4000-81930 mailto:[email protected] http://www.wien.gv.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/174
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRK






