- 19.02.2010, 11:00:13
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Stammzellenforschung: Öst. Fettstammzellen werden mit Vitamin C effzienter und schneller reprogrammiert
LBI für experimentelle Traumatologie wendet "Methode des Jahres 2009" an - derart induzierte pluripotente Stammzellen ermöglichen künftig patientenspezifische Therapien
Wien (OTS) - Das Verfahren hat die Erforschung embryonaler
Stammzellen revolutioniert: die Herstellung induzierter pluripotenter
Stammzellen (iPSC). Dabei entstehen durch Einschleusung von Genen in
beliebige Körperzellen Zellen mit fast allen Charakteristika
embryonaler Stammzellen. In der Jänner-Ausgabe des Fachmagazins
"Nature Methods" wurde das Verfahren zur "Methode des Jahres 2009"
gewählt.
Die Forschungsperspektive ist, solche Zellen eines Tages
therapeutisch nutzen zu können. Doch noch ist das Verfahren nicht
ausgereift. Eine der Schwachstellen ist die geringe Effizienz, mit
der dieser Zustand erreicht werden kann (ca. 0,01 Prozent).
Fettstammzellen aus Österreich
An den Guangzhou Institutes of Biomedicine and Health in
Guangzhou, China, gelang kürzlich der Nachweis, dass Vitamin C in
Kombination mit Valproinsäure aufgrund seiner Anti-Aging Eigenschaft
(Beeinflussung durch Zellzykluskontrolle) die Effzizienz bis zu
620-fach verbessert.
Als beste humane Zellquelle erwiesen sich Fettstammzellen, die am
Ludwig Boltzmann Institut für Experimentelle Traumatologie in Wien
(AUVA) und der Blutzentrale des Roten Kreuz Oberösterreich in Linz
seit einigen Jahren erforscht werden. Unterstützt durch ein
europäisches Austauschprogramm mit China (EFBIC) , wurden die
österreichischen Fettstammzellen mit Vitamin C nicht nur 35 Mal
effizienter als bisher möglich, sondern auch wesentlich schneller
reprogrammiert.
Fettstammzellen stellen eine nahezu ideale Zellquelle für
maßgeschneiderte Zelltherapien dar. Im Gegensatz zu anderen Zelltypen
können relativ schonend und unter geringem Aufwand für den Patienten
Millionen von Zellen gewonnen werden, wodurch sie vor dem
therapeutischen Einsatz nicht erst zeitaufwändig expandiert werden
müssen. In Kombination mit der schnellen und effizienten
Reprogrammierung könnten längerfristig Patienten-spezifische
Therapien, bzw. die Identifizierung von wirksamen Therapeutika mit
Krankheits-spezifischen iPSC schon bald in realistische Nähe rücken.
Zurück zum Start - Kurze Geschichte der Stammzellenforschung
Embryonale Stammzellen sind in der Lage, sich in jede Zelle des
Körpers zu entwickeln. Ihre künstliche Entwicklung ist deshalb so
bedeutend, weil sie zu den vielversprechendsten Kandidaten für neue
Therapieansätze zählen. Im Gegensatz zu adulten Stammzellen und
differenzierten Zellen altern embyonale Stammzellen nicht. Ihre
gewinnung ist allerdings ethisch umstritten, da sie aus frühen
menschlichen Embryonen gewonnen werden.
Man suchte also nach alternativen Verfahren. Bei der Methode des
therapeutischen Klonens wird die Erbinformation einer beliebigen
Körperzelle künstlich in eine gespendete Eizelle eingebracht.
Allerdings ist auch diese Methode ethisch bedenklich, da sie
Eizell-Spenden benötigt. Zudem gilt sie als ineffizient und führt zu
nicht voll funktionsfähigen Geweben, wie dies auch bei geklonten
Tieren beobachtet wurde.
2006 sorgte die Forschungsgruppe um Takahashi und Yamanaka (Cell.
2006 126:663) für Aufsehen, als es ihr gelang, jene Faktoren zu
identifizieren, mittels derer eine normale Körperzelle an den
ursprünglichen Entwicklungsstart zurückgeführt werden kann und
dadurch wieder fast alle Eigenschaften einer embryonalen Stammzelle
annimmt. Diese Methode der Reprogrammierung zu induzierten
pluripotenten Stammzellen (iPSC, induced pluripotent stem cells) ist
revolutionär, da weder Embryonen noch Eizellen in deren Generierung
involviert sind und die Methode somit ethisch wenig kontroversiell
ist.
Damit könnten aus einer einzigen Zelle (z.B. Haut, Fett oder
Haare) eines Patienten in der Zukunft persönliche zelltherapeutische
Ersatzteillager werden. Andererseits lassen sich mit diesen Zellen
schon bald Medikamente auf ihre Patienten-spezifische Wirksamkeit
testen.
Rückfragehinweis:
Dr. Susanne Wolbank
LBI für Experimentelle und Klinische Traumatologie
Tel: 0043 1 33110 233
http://trauma.lbg.ac.at
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/1661
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