Armutskonferenz: Soziale Schere schadet und zwar fast allen

Mehr soziale Ungleichheit heißt mehr Krankheiten und geringere Lebenserwartung, weniger Vertrauen, mehr Teenager-Schwangerschaften, Status-Stress und Gewalt

Wien (OTS) - Auf der achten österreichischen Armutskonferenz geht es um Verteilung. Aber nicht nur um die Verteilung von Geld, sondern auch die von Lebensqualität, Wohlbefinden, Chancen, Anerkennung, Gesundheit und Lebenserwartung.

Die Lebenszufriedenheit lässt sich mit dem materiellen Wohlstand in Beziehung setzen. Verschiedene Erkenntnisse sind statistisch gut gesichert und gelten für viele Länder. Etwa, dass Menschen mit höherem Einkommen zufriedener sind als mit niedrigem. Wer arm ist und sich materiell verbessert, erhält einen deutlichen Anstieg der Zufriedenheit. Die Effekte sind bei Ärmeren besonders stark. Insgesamt sind Menschen mit höherem Einkommen zufriedener und äußern höheres Wohlbefinden. Allerdings erfolgt ab einem gewissen Einkommen keine Steigerung mehr (Sättigung). Anders bei Gesundheit und Lebenserwartung: Gesundheit und Lebenserwartung steigt mit höherem Einkommen und sozialen Status linear.

Die soziale Schere schadet und zwar fast allen.

Noch mehr soziale Ungleichheit heißt noch mehr Krankheiten und noch geringere Lebenserwartung, mehr Teenager-Schwangerschaften, mehr Status-Stress, weniger Vertrauen, mehr Gewalt und mehr soziale Ghettos. Eine sozial polarisierte Gesellschaft bringt Nachteile nicht nur für die Ärmsten, sondern auch für die Mitte. Es stehen nicht nur die unterprivilegierten Mitglieder von Gesellschaften mit größerer sozialer Ungleichheit schlecht da, sondern auch die Wohlhabenderen, denn es ist interessanterweise nicht das geringe Durchschnittseinkommen mit dem soziale Probleme in Zusammenhang stehen, sondern die Polarisierung zwischen Arm und Reich. Mehr soziale Ungleichheit verursacht mehr gesellschaftliche Kosten.

Im Verteilungskampf drohen die ohne Lobby unter die Räder zu kommen

Die Finanzkrise, wenn auch von manchen bereits abgesagt, verschärft die Situation. Die soziale Krise steht erst vor der Tür. In den sich abzeichnenden Verteilungskämpfen um die Bezahlung der Krisenkosten drohen diejenigen, die ohne Lobby sind, unter die Räder zu kommen. Wie die Kosten der Krise verteilt werden, entscheidet über mehr oder weniger Armut in den nächsten Jahren.

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