• 16.02.2010, 12:08:02
  • /
  • OTS0139 OTW0139

Armutskonferenz: Soziale Schere schadet und zwar fast allen

Mehr soziale Ungleichheit heißt mehr Krankheiten und geringere Lebenserwartung, weniger Vertrauen, mehr Teenager-Schwangerschaften, Status-Stress und Gewalt

Wien (OTS) - Auf der achten österreichischen Armutskonferenz geht
es um Verteilung. Aber nicht nur um die Verteilung von Geld, sondern
auch die von Lebensqualität, Wohlbefinden, Chancen, Anerkennung,
Gesundheit und Lebenserwartung.

Die Lebenszufriedenheit lässt sich mit dem materiellen Wohlstand
in Beziehung setzen. Verschiedene Erkenntnisse sind statistisch gut
gesichert und gelten für viele Länder. Etwa, dass Menschen mit
höherem Einkommen zufriedener sind als mit niedrigem. Wer arm ist und
sich materiell verbessert, erhält einen deutlichen Anstieg der
Zufriedenheit. Die Effekte sind bei Ärmeren besonders stark.
Insgesamt sind Menschen mit höherem Einkommen zufriedener und äußern
höheres Wohlbefinden. Allerdings erfolgt ab einem gewissen Einkommen
keine Steigerung mehr (Sättigung). Anders bei Gesundheit und
Lebenserwartung: Gesundheit und Lebenserwartung steigt mit höherem
Einkommen und sozialen Status linear.

Die soziale Schere schadet und zwar fast allen.

Noch mehr soziale Ungleichheit heißt noch mehr Krankheiten und
noch geringere Lebenserwartung, mehr Teenager-Schwangerschaften, mehr
Status-Stress, weniger Vertrauen, mehr Gewalt und mehr soziale
Ghettos. Eine sozial polarisierte Gesellschaft bringt Nachteile nicht
nur für die Ärmsten, sondern auch für die Mitte. Es stehen nicht nur
die unterprivilegierten Mitglieder von Gesellschaften mit größerer
sozialer Ungleichheit schlecht da, sondern auch die Wohlhabenderen,
denn es ist interessanterweise nicht das geringe
Durchschnittseinkommen mit dem soziale Probleme in Zusammenhang
stehen, sondern die Polarisierung zwischen Arm und Reich. Mehr
soziale Ungleichheit verursacht mehr gesellschaftliche Kosten.

Im Verteilungskampf drohen die ohne Lobby unter die Räder zu kommen

Die Finanzkrise, wenn auch von manchen bereits abgesagt,
verschärft die Situation. Die soziale Krise steht erst vor der Tür.
In den sich abzeichnenden Verteilungskämpfen um die Bezahlung der
Krisenkosten drohen diejenigen, die ohne Lobby sind, unter die Räder
zu kommen. Wie die Kosten der Krise verteilt werden, entscheidet
über mehr oder weniger Armut in den nächsten Jahren.

Rückfragehinweis:
Die Armutskonferenz
www.armutskonferenz.at
0664/ 544 55 54 oder 01/ 409 80 01
Koordinationsbüro: 01/ 402 69 44

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/641

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | ARM

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel