- 12.02.2010, 09:52:28
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Ärzte fordern mehr Turnstunden an Österreichs Schulen
Entsprechende Vorstöße beim Unterrichtsministerium blieben bislang erfolglos
Wien (OTS) - Einmal mehr fordert die Ärztekammer ein klares
politisches Bekenntnis zu mehr Prävention in Österreich, "und im
Besonderen die Forcierung von mehr Bewegung und gesunder Ernährung in
den Schulen". Gerade im Pflichtschulbereich gebe es "massive
Versäumnisse aus der Vergangenheit". Daher sei es nicht weiter
verwunderlich, wenn diese Versäumnisse nun direkt in die schlechte
gesundheitliche Verfassung vieler Kinder und Jugendlicher mündeten,
verlautete heute, Freitag, aus der Ärztekammer. ****
Ärztekammerpräsident Walter Dorner nimmt damit nicht nur auf die
schon vor einiger Zeit publizierten OECD-Daten hinsichtlich des
Gesundheitszustands von Österreichs Jugend Bezug, sondern auch auf
die aktuelle gesundheitliche Situation von Rekruten in Österreich.
"Wenn sich innerhalb von nur zehn Jahren die Zahl der Jungmänner, die
mehr als 100 Kilogramm wiegen, von 3 auch 6,5 Prozent erhöht und sich
damit mehr als verdoppelt, dann müssten bei den Verantwortlichen in
der Politik eigentlich alle Alarmglocken läuten."
Immer wieder habe die Ärztekammer versucht, das
Unterrichtsministerium zu einer Aufstockung der Turnstunden an
Österreichs Schulen zu bewegen. "Erreicht haben wir lediglich, dass
die Kürzung nicht in jenem hohen Ausmaß durchgeführt wurde, wie
ursprünglich vom Ministerium geplant und von uns befürchtet worden
war", kritisiert Dorner.
Dies sei allerdings kaum als "Erfolg" zu werten. Daher dürfe man
sich nicht wundern, wenn nun die Rechnung für die "andauernde
Ignoranz hinsichtlich eines umfassenden Präventionsgedankens in
Österreich" präsentiert würde.
Für Dorner passt hier "sehr gut ins Bild, dass in Österreich mit
1,9 Prozent der Gesundheitsausgaben signifikant weniger für
Prävention ausgegeben wird als im OECD-Durchschnitt mit 3 Prozent".
Schulärztliche Tätigkeit muss aufgewertet werden
Auch plädiert die Ärztekammer für die Aufwertung der
schulärztlichen Tätigkeit vor allem im Pflicht- und
Berufsschulbereich. Gudrun Weber, Schulärztereferentin der
Ärztekammer für Wien, meint dazu: "In den Bundesschulen haben wir
relativ umfangreiche Möglichkeiten, was die Beratungstätigkeit für
Lehrer und Schüler in Sachen Bewegungs- und Ernährungsverhalten
betrifft." In den Pflicht- und Berufsschulen hingegen (die den
Ländern unterstehen, Anm.) sei der Stellenwert der schulärztlichen
Beratung deutlich geringer.
"Auch hier muss es rasch zu Verbesserungen kommen", meint Weber.
Denn die Daten aller relevanten Gesundheitsberichte zeigten, dass das
Bewusstsein für gesunden Lebensstil in Gesellschaftsschichten mit
niedrigem Bildungsgrad drastisch absinke. Weber: "Wenn es uns nicht
gelingt, hier eine Verhaltensänderung zu erreichen, dann dürfen wir
uns nicht wundern, wenn in zehn bis 15 Jahren die Zahl moderner
Zivilisationskrankheiten wie Adipositas, Herz-Kreislauf-Erkrankungen
oder Diabetes noch weiter in die Höhe schnellen werden." (hpp)
Rückfragehinweis:
Ärztekammer für Wien - Pressestelle
Dr. Hans-Peter Petutschnig
Tel.: (++43-1) 51501/1223, 0664/1014222, F:51501/1289
mailto:[email protected]
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