Ärzte fordern mehr Turnstunden an Österreichs Schulen

Entsprechende Vorstöße beim Unterrichtsministerium blieben bislang erfolglos

Wien (OTS) - Einmal mehr fordert die Ärztekammer ein klares politisches Bekenntnis zu mehr Prävention in Österreich, "und im Besonderen die Forcierung von mehr Bewegung und gesunder Ernährung in den Schulen". Gerade im Pflichtschulbereich gebe es "massive Versäumnisse aus der Vergangenheit". Daher sei es nicht weiter verwunderlich, wenn diese Versäumnisse nun direkt in die schlechte gesundheitliche Verfassung vieler Kinder und Jugendlicher mündeten, verlautete heute, Freitag, aus der Ärztekammer. ****

Ärztekammerpräsident Walter Dorner nimmt damit nicht nur auf die schon vor einiger Zeit publizierten OECD-Daten hinsichtlich des Gesundheitszustands von Österreichs Jugend Bezug, sondern auch auf die aktuelle gesundheitliche Situation von Rekruten in Österreich. "Wenn sich innerhalb von nur zehn Jahren die Zahl der Jungmänner, die mehr als 100 Kilogramm wiegen, von 3 auch 6,5 Prozent erhöht und sich damit mehr als verdoppelt, dann müssten bei den Verantwortlichen in der Politik eigentlich alle Alarmglocken läuten."

Immer wieder habe die Ärztekammer versucht, das Unterrichtsministerium zu einer Aufstockung der Turnstunden an Österreichs Schulen zu bewegen. "Erreicht haben wir lediglich, dass die Kürzung nicht in jenem hohen Ausmaß durchgeführt wurde, wie ursprünglich vom Ministerium geplant und von uns befürchtet worden war", kritisiert Dorner.

Dies sei allerdings kaum als "Erfolg" zu werten. Daher dürfe man sich nicht wundern, wenn nun die Rechnung für die "andauernde Ignoranz hinsichtlich eines umfassenden Präventionsgedankens in Österreich" präsentiert würde.

Für Dorner passt hier "sehr gut ins Bild, dass in Österreich mit 1,9 Prozent der Gesundheitsausgaben signifikant weniger für Prävention ausgegeben wird als im OECD-Durchschnitt mit 3 Prozent".

Schulärztliche Tätigkeit muss aufgewertet werden

Auch plädiert die Ärztekammer für die Aufwertung der schulärztlichen Tätigkeit vor allem im Pflicht- und Berufsschulbereich. Gudrun Weber, Schulärztereferentin der Ärztekammer für Wien, meint dazu: "In den Bundesschulen haben wir relativ umfangreiche Möglichkeiten, was die Beratungstätigkeit für Lehrer und Schüler in Sachen Bewegungs- und Ernährungsverhalten betrifft." In den Pflicht- und Berufsschulen hingegen (die den Ländern unterstehen, Anm.) sei der Stellenwert der schulärztlichen Beratung deutlich geringer.

"Auch hier muss es rasch zu Verbesserungen kommen", meint Weber. Denn die Daten aller relevanten Gesundheitsberichte zeigten, dass das Bewusstsein für gesunden Lebensstil in Gesellschaftsschichten mit niedrigem Bildungsgrad drastisch absinke. Weber: "Wenn es uns nicht gelingt, hier eine Verhaltensänderung zu erreichen, dann dürfen wir uns nicht wundern, wenn in zehn bis 15 Jahren die Zahl moderner Zivilisationskrankheiten wie Adipositas, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes noch weiter in die Höhe schnellen werden." (hpp)

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