- 11.02.2010, 11:17:05
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Spitalsärztechef: Gleitsmanns Sparvorschläge nicht nachvollziehbar
Überteuerte Gehälter bloße Behauptung - mehr Mittel gegen Ärztemangel notwendig
Wien (OTS) - Die aktuell von WKÖ-Obmann Martin Gleitsmann
präsentierten Sparvorschläge für Österreichs Spitäler sind für den
Spitalsärztechef und Vize-Präsidenten der Österreichischen
Ärztekammer (ÖÄK), Harald Mayer, nicht nachvollziehbar. "Die Rechnung
hinkt, weil es diese hohen Gehälter, von denen Gleitsmann 13,5
Prozent wegsparen will, gar nicht gibt. Aber bei der SVA, wo
Gleitsmann hoher Funktionär ist, gibt es eine bessere Dienstordnung.
Diese kann Gleitsmann selbstverständlich gern den anderen Häusern zur
Übernahme anbieten. Dann hätten wir vielleicht nicht solche
Personallücken wie derzeit", so Mayer. Im Übrigen sei es der falsche
Weg, beim Personal zu sparen. Denn dieses erbringe rund um die Uhr
für den einzelnen Patienten individuell zugeschnittene
Spitzenleistungen.
Mayer: "Gleitsmann vergleicht Äpfel mit Birnen, denn die kleinen
SVA-Einrichtungen, die er immer wieder als Vorbild darstellt, stellen
mit ihren 386 Betten gerade einmal 0,5 Prozent der Bettenkapazitäten
in Österreich zur Verfügung." Mini-Einrichtungen mit großen,
umfassenden Krankenanstalten gleichzusetzen sei verzerrend.
Öffentliche Einrichtungen hätten einen umfassenden Versorgungsauftrag
und eine Aufnahmepflicht. Für die von Gleitsmann genannten privaten
Einrichtungen würden andere Bedingungen gelten.
"Was wir tatsächlich brauchen, ist zusätzliches Geld für die
Spitäler. Denn uns fehlen rund 2.000 Spitalsärztinnen und -ärzte in
Österreich. Viele Facharztstellen können schon nicht mehr besetzt
werden. Versorgungsengpässe sind damit vorprogrammiert", sagt Mayer.
Ein Blick nach Deutschland zeige, dass dort infolge der
Privatisierungswelle bei den Spitälern bereits 4.000 Spitalsärztinnen
und -ärzte fehlen, eine Ausdünnung der Versorgung sei langfristig die
Konsequenz. (jg)
Rückfragehinweis:
Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer
Dipl.-Journ. Birgit Merz
Tel.: (++43-1) 513 18 33-45
Mail: [email protected]
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/162
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