Spitalsärztechef: Gleitsmanns Sparvorschläge nicht nachvollziehbar

Überteuerte Gehälter bloße Behauptung - mehr Mittel gegen Ärztemangel notwendig

Wien (OTS) - Die aktuell von WKÖ-Obmann Martin Gleitsmann präsentierten Sparvorschläge für Österreichs Spitäler sind für den Spitalsärztechef und Vize-Präsidenten der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Harald Mayer, nicht nachvollziehbar. "Die Rechnung hinkt, weil es diese hohen Gehälter, von denen Gleitsmann 13,5 Prozent wegsparen will, gar nicht gibt. Aber bei der SVA, wo Gleitsmann hoher Funktionär ist, gibt es eine bessere Dienstordnung. Diese kann Gleitsmann selbstverständlich gern den anderen Häusern zur Übernahme anbieten. Dann hätten wir vielleicht nicht solche Personallücken wie derzeit", so Mayer. Im Übrigen sei es der falsche Weg, beim Personal zu sparen. Denn dieses erbringe rund um die Uhr für den einzelnen Patienten individuell zugeschnittene Spitzenleistungen.

Mayer: "Gleitsmann vergleicht Äpfel mit Birnen, denn die kleinen SVA-Einrichtungen, die er immer wieder als Vorbild darstellt, stellen mit ihren 386 Betten gerade einmal 0,5 Prozent der Bettenkapazitäten in Österreich zur Verfügung." Mini-Einrichtungen mit großen, umfassenden Krankenanstalten gleichzusetzen sei verzerrend. Öffentliche Einrichtungen hätten einen umfassenden Versorgungsauftrag und eine Aufnahmepflicht. Für die von Gleitsmann genannten privaten Einrichtungen würden andere Bedingungen gelten.

"Was wir tatsächlich brauchen, ist zusätzliches Geld für die Spitäler. Denn uns fehlen rund 2.000 Spitalsärztinnen und -ärzte in Österreich. Viele Facharztstellen können schon nicht mehr besetzt werden. Versorgungsengpässe sind damit vorprogrammiert", sagt Mayer. Ein Blick nach Deutschland zeige, dass dort infolge der Privatisierungswelle bei den Spitälern bereits 4.000 Spitalsärztinnen und -ärzte fehlen, eine Ausdünnung der Versorgung sei langfristig die Konsequenz. (jg)

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