Ärztekammer mahnt freie Zustimmung an klinischen Studien ein

Dem muss eine "ausreichende und ohne Manipulation erfolgende Information" vorangehen

Wien (OTS) - Unter Verweis auf die "drohende Beschädigung der Selbstbestimmung des Patienten" sieht die Wiener Ärztekammer die freie Zustimmung von Teilnehmern an klinischen Studien als "unverzichtbar" an. Dem müsse auch eine "ausreichende und ohne Manipulation erfolgende Information" vorangehen, heißt es aus der Ärztekammer. ****

Der Referent für Ethik und Palliativmedizin der Ärztekammer für Wien, Michael Peintinger, fordert weiters, dass alle Untersuchungen, welche bei genauerer Ansicht ihrer Struktur nach im weitesten Sinne ein Studiendesign aufweisen, in den entsprechenden Kommissionen einzureichen und sorgfältig zu behandeln sind. Gewährleistet werden sollte dies durch die im Forum Österreichischer Ethikkommissionen verbundenen Kommissionen, die in vielfältiger Weise von Ärztinnen und Ärzten mitgetragen werden.

Grundsätzlich seien die derzeit existierenden Richtlinien ausreichend, so Peintinger. Er zitiert entscheidende Fälle aus der Vergangenheit: "Ausgehend vom Fall Hyman versus Jewish Chronic Disease Hospital 1965, bei welchem zum 'Test des Abwehrsystems' 22 Patienten lebende Krebszellen unter die Haut gepflanzt wurden, bis hin zum so genannten Würzburg-Eisinger-Fall 1995, wo genetisches Material bei Einwohnern eines Altersheims im Zuge von Routine-Blutabnahmen ohne Zustimmung der Heimbewohner gewonnen wurde, und ähnlichen Vorfällen in jüngerer Vergangenheit wurden Europa-(Good Clinical Practice) und weltweit (Helsinki-Deklaration) Strukturen geschaffen, welche jeweils neu erkannte Umgehungstrategien unterbinden."

Dass im Zuge eines Aufklärungsprozesses vor Studienbeginn auch allen Teilnehmern ihr möglicher Beitrag zu einer zukünftig verbesserten Versorgung bewusst werden kann, trage zur Erkenntnis bei, dass alle Fortschritte in der Medizin "nur durch eine gemeinsame und auf der selbstverständlichen Basis von Ehrlichkeit vertrauensvoll gestalteten Zusammenarbeit wirklich heilsam erfolgen können", so Peintinger. (hpp)

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