- 02.02.2010, 11:46:26
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Ärztekammer mahnt freie Zustimmung an klinischen Studien ein
Dem muss eine "ausreichende und ohne Manipulation erfolgende Information" vorangehen
Wien (OTS) - Unter Verweis auf die "drohende Beschädigung der
Selbstbestimmung des Patienten" sieht die Wiener Ärztekammer die
freie Zustimmung von Teilnehmern an klinischen Studien als
"unverzichtbar" an. Dem müsse auch eine "ausreichende und ohne
Manipulation erfolgende Information" vorangehen, heißt es aus der
Ärztekammer. ****
Der Referent für Ethik und Palliativmedizin der Ärztekammer für
Wien, Michael Peintinger, fordert weiters, dass alle Untersuchungen,
welche bei genauerer Ansicht ihrer Struktur nach im weitesten Sinne
ein Studiendesign aufweisen, in den entsprechenden Kommissionen
einzureichen und sorgfältig zu behandeln sind. Gewährleistet werden
sollte dies durch die im Forum Österreichischer Ethikkommissionen
verbundenen Kommissionen, die in vielfältiger Weise von Ärztinnen und
Ärzten mitgetragen werden.
Grundsätzlich seien die derzeit existierenden Richtlinien
ausreichend, so Peintinger. Er zitiert entscheidende Fälle aus der
Vergangenheit: "Ausgehend vom Fall Hyman versus Jewish Chronic
Disease Hospital 1965, bei welchem zum 'Test des Abwehrsystems' 22
Patienten lebende Krebszellen unter die Haut gepflanzt wurden, bis
hin zum so genannten Würzburg-Eisinger-Fall 1995, wo genetisches
Material bei Einwohnern eines Altersheims im Zuge von
Routine-Blutabnahmen ohne Zustimmung der Heimbewohner gewonnen wurde,
und ähnlichen Vorfällen in jüngerer Vergangenheit wurden Europa-
(Good Clinical Practice) und weltweit (Helsinki-Deklaration)
Strukturen geschaffen, welche jeweils neu erkannte Umgehungstrategien
unterbinden."
Dass im Zuge eines Aufklärungsprozesses vor Studienbeginn auch
allen Teilnehmern ihr möglicher Beitrag zu einer zukünftig
verbesserten Versorgung bewusst werden kann, trage zur Erkenntnis
bei, dass alle Fortschritte in der Medizin "nur durch eine gemeinsame
und auf der selbstverständlichen Basis von Ehrlichkeit vertrauensvoll
gestalteten Zusammenarbeit wirklich heilsam erfolgen können", so
Peintinger. (hpp)
Rückfragehinweis:
Ärztekammer für Wien - Pressestelle
Dr. Hans-Peter Petutschnig
Tel.: (++43-1) 51501/1223, 0664/1014222, F:51501/1289
mailto:[email protected]
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Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/30
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