• 31.01.2010, 21:10:40
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Neues Volksblatt: "Hui und pfui" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 1. Februar 2010

Linz (OTS) - So wie schon andere SPÖ-Kapazunder vor ihr hat sich
gestern auch die Vize-Chefin der Kanzlerpartei, Barbara Prammer,
nonchalant vom Regierungsprogramm verabschiedet. Man solle doch,
statt des paktierten dritten Erstaufnahmezentrums für Asylwerber, in
jedem Bundesland ein solches "kleines, feines" Zentrum errichten, so
die Nationalratspräsidentin. Offenbar hat Prammer nicht mitbekommen,
dass es nicht zuletzt ihre Genossen sind, die schon gegen das fertig
projektierte Zentrum in Eberau mobil machen als gälte es, ein
Atomkraftwerk zu verhindern. Neunmal "klein und fein" hieße dann,
neunmal Widerstand, und zwar groß und mächtig. Nicht mitbekommen hat
Prammer offenbar aber auch, dass Genosse Klubobmann Josef Cap am
Freitag betont hat, dass sich die SPÖ zum Regierungsübereinkommen
bekenne.
Überhaupt scheint Prammer zweierlei Maß anzulegen. Zwar kritisiert
sie den Blauen Mit-Präsidenten Martin Graf, weil er sich am
Freitagabend aus dem Plenum Richtung Burschenschafterball (politisch
pfui) verabschiedet hat. Dass der Grüne Karl Öllinger gleichzeitig
auch die Sitzung schwänzte, um auf einer nicht genehmigten Demo gegen
diesen Ball anzutanzen (politisch hui), ist ihr aber kein Wort der
Kritik wert.

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