Neues Volksblatt: "Hui und pfui" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 1. Februar 2010

Linz (OTS) - So wie schon andere SPÖ-Kapazunder vor ihr hat sich gestern auch die Vize-Chefin der Kanzlerpartei, Barbara Prammer, nonchalant vom Regierungsprogramm verabschiedet. Man solle doch, statt des paktierten dritten Erstaufnahmezentrums für Asylwerber, in jedem Bundesland ein solches "kleines, feines" Zentrum errichten, so die Nationalratspräsidentin. Offenbar hat Prammer nicht mitbekommen, dass es nicht zuletzt ihre Genossen sind, die schon gegen das fertig projektierte Zentrum in Eberau mobil machen als gälte es, ein Atomkraftwerk zu verhindern. Neunmal "klein und fein" hieße dann, neunmal Widerstand, und zwar groß und mächtig. Nicht mitbekommen hat Prammer offenbar aber auch, dass Genosse Klubobmann Josef Cap am Freitag betont hat, dass sich die SPÖ zum Regierungsübereinkommen bekenne.
Überhaupt scheint Prammer zweierlei Maß anzulegen. Zwar kritisiert sie den Blauen Mit-Präsidenten Martin Graf, weil er sich am Freitagabend aus dem Plenum Richtung Burschenschafterball (politisch pfui) verabschiedet hat. Dass der Grüne Karl Öllinger gleichzeitig auch die Sitzung schwänzte, um auf einer nicht genehmigten Demo gegen diesen Ball anzutanzen (politisch hui), ist ihr aber kein Wort der Kritik wert.

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