IKG fordert mehr Konsequenzen am Holocaustgedenktag für die praktische Politik

Demonstration gegen WKR-Ball muss erlaubt

Wien (OTS) - Anlässlich des Holocaustgedenktages am 65. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz erinnert die Israelitische Kultusgemeinde daran, dass der oft verwendete Spruch "Niemals vergessen" leer klingt, wenn nicht auch Lehren aus der Shoah für die Gegenwart gezogen werden.

Das geschieht in Österreich deshalb nicht in ausreichendem Maße, als nach wie vor keine moralische Gewichtung stattfindet hinsichtlich des Gedenkens an jene Gruppe der Österreicher, die Österreich verteidigt haben, sei es als Widerstandskämpfer, Partisanen, als Soldaten in den Alliierten Armeen, Wehrdienstverweigerer oder Deserteure - und dem Gedenken an die österreichischen Soldaten, die, sei es mit oder ohne persönlicher Schuld an Kriegsverbrechen, in der deutschen Armee waren. Lediglich die Gegner der Naziarmee kämpften für Österreich.

Dies führt auch zu einem Mangel an kritischem Bewusstsein betreffend Vertreter ewiggestrigen Gedankengutes, die wichtige Funktionen in der Österreichischen Republik innehaben. In diesem Zusammenhang erfüllt es die jüdische Gemeinde mit Bestürzung, dass ohne Aufschrei der demokratischen Parteien, Vertreter der offen neofaschistischen ungarischen Jobbik-Partei von der FPÖ empfangen wurden und eine "Vertiefung der Zusammenarbeit" vereinbart wurde. Die Hofburg wurde heuer neuerlich unverbesserlichen Vertretern deutschnationalen Gedankengutes zur Verfügung gestellt und eine antifaschistische Gegenkundgebung verboten.

Es ist daher auch nicht zufällig, dass gerade die FPÖ sich als einzige Parlamentspartei gegen die Isolierung des atomare Aufrüstung betreibenden Holocaustleugnerregimes im Iran wendet und offensichtlich Gemeinsamkeiten entdeckt hat.

Israelitische Religionsgesellschaft - (Bundesverband der Israelitischen Kultusgemeinden Österreichs)

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