Wurm: "Oxana Rantseva steht für viele tausende Opfer des Menschenhandels"

"Alle Mitgliedstaaten müssen endlich Europarats-Konvention unterzeichnen"

Wien (OTS/SK) - "Es ist höchst an der Zeit, dass alle Mitgliedstaaten des Europarates die Europarats-Konvention gegen Menschenhandel unterzeichnen und ratifizieren", forderte SPÖ-Frauensprecherin und Mitglied des Europarates, Gisela Wurm in ihrem Bericht zur Bekämpfung des Menschenhandels vor dem Europarat in Straßburg. Wurm hat dem Europarat eine Entschließung vorgelegt, die darauf drängt, dass in jenen Staaten, in denen die Konvention noch nicht in Kraft ist, vorab die wichtigsten Bestimmungen des Opferschutzes angewendet werden. "Wenn es endlich eine wirksame länderübergreifende Zusammenarbeit geben würde, könnte vielleicht die junge Russin Oxana Rantseva noch am Leben sein, die wie tausende Frauen und Kinder Opfer von Frauenhandel und Zwangsprostitution wurde", so Wurm. ****

Oxana Rantseva, die mit 20 Jahren unter falschen Versprechungen nach Zypern gelockt wurde und in einem Sexclub gelandet ist, wurde von den Behörden, an die sie sich gewandt hatte, nicht geschützt und ist unter nie ganz geklärten Umständen in Zypern ums Leben gekommen. Der Vater von Oxana Rantseva wandte sich an die Öffentlichkeit und den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, um die Umstände des schrecklichen Todes seiner Tochter aufzuklären. "Der Fall von Oxana Rantseva zeigt, dass eine effiziente Zusammenarbeit der Länder eine höhere Chance für den Schutz der Opfer und auf Aufklärung bringen könnte. Wenn auch Russland die Konvention gegen Menschenhandel ebenso wie Zypern ratifiziert hätte, hätte der Gerichtshof noch mehr Möglichkeiten gegen dieses menschenverachtende Übel vorzugehen", so Wurm.

"Der Menschenhandel ist eine moderne Form des Sklavenhandels, der sich in Zeiten der Globalisierung und untertützt mit modernen Techniken besser etablieren kann, denn je. Frauen und Kinder sind besonders betroffen", so Wurm. Wurm appellierte an die Mitgliedsstaaten, zu unterzeichnen: "Denn es geht um den Schutz der Opfer in umfangreicherem Maße als bisher, die Verfolgung der Täter, die Prävention und die Ausstattung des GRETA-Komitees als wirksames Monitoring mit personellen und finanziellen Ressourcen." Die von Wurm eingebrachte Entschließung wurde nach ausführlicher Diskussion von den Mitgliedsstaaten einstimmig angenommen. (Schluss) up/cv

Das Urteil des Europäischen Gerichtshofes zum Fall Rantseva gegen Zypern und Russland im Anhang:
http://cmiskp.echr.coe.int/tkp197/view.asp?action=html&documentId=860
581&portal=hbkm&source=externalbydocnumber&table=F69A27FD8FB86142BF01 C1166DEA398649

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