• 25.01.2010, 14:12:12
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Schatz zu AK-Studie über working poor: Mindestlohngesetz überfällig

Regelung über Einzelkollektivverträge lässt zu viele Lücken offen

Wien (OTS) - "Bestürzend, aber keinesfalls überraschend" nennt
Birgit Schatz, ArbeitnehmerInnensprecherin der Grünen die heute von
der AK Salzburg präsentierte Studie zur Einkommenssituation
unselbstständig Beschäftigter. "Dass die Zahl der working poor, also
jener Menschen, die vom Einkommen ihrer Arbeit nicht mehr leben
können, kontinuierlich steigt, ist seit Jahren bekannt. Doch die
Reaktion der Regierung darauf war bisher extrem unzufriedenstellend,"
so Schatz.

"Es braucht dringend einen existenzsichernden, garantierten
Mindestlohn. Die jetzige Regelung über Einzelkollektivverträge lässt
zu viele Lücken offen. Es braucht ein Gesetz, dass ein Einkommen über
der Armutsgefährdungsschwelle bei einem Vollzeitarbeitsplatz sichert.
Ein gesetzlicher Mindestlohn von aktuell 1.000,- Euro netto ist die
einzige Möglichkeit, um Löhne nach unten verbindlich abzusichern"
erklärt die ArbeitnehmerInnensprecherin.

Die Problematik der hohen Rate an Teilzeitbeschäftigung speziell bei
Frauen, brauche eine Vielzahl an Maßnahmen. "Zuallererst müssen
Teilzeitbeschäftigungen von den Rahmenbedingungen her einem
Vollzeitjob endlich gleichgestellt werden. Es geht nicht, dass etwa
Mehrstunden von Teilzeitverkäuferinnen noch immer viel billiger sind,
als Überstunden bei Vollzeitbeschäftigten. So ist es für Betriebe
letztlich immer günstiger eine Stelle in - letztlich nicht
existenzsichernde - Teilzeitjobs zu zersplittern," kritisiert Schatz.

Dringenden Handlungsbedarf sieht Schatz vor allem auch im Bereich der
atypisch Beschäftigten, also Freien DienstnehmerInnen,
WerkvertragsnehmerInnen, PraktikantInnen usw. "Mich wundert nicht,
das die AK bei ihrer Präsentation darauf nicht besonders eingegangen
ist, denn dass die ArbeitnehmerInneninteressensvertretung hier nicht
gerne hinschaut, ist ja bekannt und ein Teil des Problems."

Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:[email protected]

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/100

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