Antikorruptionsgesetze im Gesundheitswesen wirken

Kontrollamt stellt keine Verdachtsmomente fest - Ärztekammer kritisiert Pauschalverurteilungen

Wien (OTS) - "Mit Unverständnis" reagiert die Ärztekammer auf die pauschalen Anschuldigungen hinsichtlich Korruption in den Spitälern. Selbst das Kontrollamt habe einräumen müssen, dass keine konkreten Korruptionsfälle aufgedeckt werden konnten. In den letzten Jahren hätten Ärztekammer, Pharmaindustrie und Spitalsträger erfolgreich Maßnahmen gegen Korruption im Gesundheitswesen gesetzt, "eine mutwillige Skandalisierung" sei daher weder nachvollziehbar noch der Sache dienlich, verlautete aus der Ärztekammer.****

Der Referent für leitende Ärzte der Ärztekammer für Wien, Robert Hawliczek, liefert dazu auch konkrete Zahlen: In den Jahren 2008 und 2009 konnten demnach laut Kontrollamtsbericht der Stadt Wien lediglich acht Beschwerde- beziehungsweise Disziplinarfälle festgestellt werden, die "informal payments", bevorzugte Terminvergaben sowie Fälle, bei denen Patienten in Privatordinationen "gebeten" wurden, betrafen.

"Bei mehr als 30.000 Mitarbeitern im Wiener Krankenanstaltenverbund und mehr als zehn Millionen Patientenkontakten im Kontrollzeitraum ist dies ein geradezu traumhaftes Zeugnis hinsichtlich der Transparenz und Antikorruption im Gesundheitswesen", betont Hawliczek. Es sei auch eindeutiger Beleg dafür, wie gut die bestehenden Antikorruptionsgesetze funktionierten.

Hawliczek weist zudem darauf hin, dass das Potenzial für Korruption im Bereich der Beschaffung für die Ärzteschaft "grundsätzlich extrem gering" sei. Medikamente und medizinisches Material würden zentral eingekauft oder den Häusern unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden. Vor diesem Hintergrund die Zusammenarbeit von Ärztinnen und Ärzten mit Pharmafirmen pauschal als Korruption anzuprangern, sei daher "grundlegend falsch".

Die Pharmaindustrie benötige Ärztinnen und Ärzte und deren Erfahrung, um ihre Medikamente testen und sicherer für den Patienten machen zu können. Hawliczek: "Diese Kontakte sind im Rahmen der Antikorruptionsgesetze ganz genau geregelt. Das ist auch im Sinne der Ärztekammer, die in diesem sensiblen Bereich höchstmögliche Transparenz verfolgt." Pauschalverurteilungen, ohne konkrete Verdachtsfälle nennen zu können, würden jedoch nur die Patienten verunsichern und seien daher "strikt abzulehnen". (hpp)

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