• 25.01.2010, 09:00:12
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Langsame Belebung der weltweiten Wachstumsdynamik

Mittelfristige Prognose der Weltwirtschaft bis 2014

Wien (OTS/WIFO) - Die Weltwirtschaft sollte sich ab 2010 langsam
erholen. Allerdings wird das mittelfristige Wachstum in den
Industrieländern mit +2,1% pro Jahr schwächer ausfallen als in den
meisten Fünfjahresperioden seit 1945. In der gesamten Weltwirtschaft
wird die Produktion merklich stärker expandieren, nämlich um 4,1% pro
Jahr.

Der WIFO-Prognose für die Weltwirtschaft bis 2014 liegen folgende
Annahmen zugrunde (Übersicht 1):

- Die Geldpolitik der Industrieländer wird auch mittelfristig
expansiv bleiben, wenngleich nicht so ausgeprägt wie in der jüngsten
Vergangenheit. In den USA werden die Leitzinssätze bis 2014 im
Durchschnitt bei 2,4% und im Euro-Raum bei 1,5% liegen.

- Die Fiskalpolitik wird ab 2011 restriktiver gestaltet werden, im
Euro-Raum mehr als in den USA. Demnach sollte die öffentliche
Neuverschuldung 2014 im Durchschnitt des Euro-Raumes wieder auf die
Maastricht-Obergrenze von 3% des BIP sinken, in den USA dürfte sie
hingegen etwa 7% des BIP betragen.

- Die Sparquote der privaten Haushalte steigt in den USA wegen der
Entwertung ihres Finanz- und Immobilienvermögens sowie hoher
Arbeitslosigkeit bis 2014 auf 5,2%.

- Gefördert durch die enormen Auslandsschulden der USA dürfte der
Wechselkurs des Dollars weiter nachgeben: Die Prognose nimmt an, dass
der Euro-Kurs bis 2014 auf 1,63 $ steigt.

- Die Dollarschwäche wird den Anstieg des Erdölpreises begünstigen,
er dürfte am Ende des Prognosezeitraums bei 100 $ je Barrel liegen.

Unter diesen Bedingungen sollte der Welthandel zwischen 2009 und
2014 um durchschnittlich 7,5% pro Jahr expandieren. Die
Weltproduktion wird sich ab 2010 merklich erholen und mittelfristig
um 4,1% pro Jahr zunehmen (Übersicht 1).

Für die von der Finanzmarktkrise überproportional betroffenen
Industrieländer wird ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von
lediglich 2,1% pro Jahr prognostiziert. Wie in den vergangenen 20
Jahren wird die Gesamtproduktion in den USA etwas rascher steigen
(+2,3% pro Jahr) und im Euro-Raum sowie in Japan etwas langsamer
(+1,6% bzw. +1,5% pro Jahr). In den sechs größten neuen EU-Ländern
dürfte die Dynamik mit einer Wachstumsrate von +3,2% pro Jahr
weiterhin deutlich höher ausfallen als in der EU 15 (Übersicht 1).

Übersicht 1: Entwicklung der Weltwirtschaft - auf der WIFO-Website
(http://www.wifo.ac.at/wwa/jsp/index.jsp?&fid=12)

In China und Indien wird die Wirtschaft bis 2014 weiterhin markant
überdurchschnittlich wachsen. In beiden Ländern gelang es der
Wirtschaftpolitik, einen Einbruch der Realwirtschaft als Folge der
Finanzkrise zu verhindern. Das Trendwachstum wird durch die
gleichschrittig kräftige Expansion von Binnen- und Exportnachfrage
gefördert. Die mittelfristige BIP-Steigerung dürfte in China bei 9,1%
pro Jahr und in Indien bei 8,3% liegen.

Nicht zuletzt infolge des kräftigen Anstiegs der Erdölpreise
dürfte das BIP-Wachstum in den OPEC-Ländern mit +5,0% pro Jahr
annähernd so hoch ausfallen wie in den vergangenen 10 Jahren. Für die
Volkswirtschaften Lateinamerikas und Afrikas prognostiziert das WIFO
bis 2014 ein ähnlich hohes Wirtschaftswachstum (Übersicht 1).

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem WIFO-Monatsbericht
1/2010,
http://www.wifo.ac.at/wwa/jsp/index.jsp?fid=23923&id=38124&typeid=8&d
isplay_mode=2.

Rückfragehinweis:
Dr. Stephan Schulmeister
Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung - WIFO
Tel. +43 1 798 26 01-242 * Fax. +43 1 798 93 86
mailto:[email protected]

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/235

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