Langsame Belebung der weltweiten Wachstumsdynamik

Mittelfristige Prognose der Weltwirtschaft bis 2014

Wien (OTS/WIFO) - Die Weltwirtschaft sollte sich ab 2010 langsam erholen. Allerdings wird das mittelfristige Wachstum in den Industrieländern mit +2,1% pro Jahr schwächer ausfallen als in den meisten Fünfjahresperioden seit 1945. In der gesamten Weltwirtschaft wird die Produktion merklich stärker expandieren, nämlich um 4,1% pro Jahr.

Der WIFO-Prognose für die Weltwirtschaft bis 2014 liegen folgende Annahmen zugrunde (Übersicht 1):

- Die Geldpolitik der Industrieländer wird auch mittelfristig expansiv bleiben, wenngleich nicht so ausgeprägt wie in der jüngsten Vergangenheit. In den USA werden die Leitzinssätze bis 2014 im Durchschnitt bei 2,4% und im Euro-Raum bei 1,5% liegen.

- Die Fiskalpolitik wird ab 2011 restriktiver gestaltet werden, im Euro-Raum mehr als in den USA. Demnach sollte die öffentliche Neuverschuldung 2014 im Durchschnitt des Euro-Raumes wieder auf die Maastricht-Obergrenze von 3% des BIP sinken, in den USA dürfte sie hingegen etwa 7% des BIP betragen.

- Die Sparquote der privaten Haushalte steigt in den USA wegen der Entwertung ihres Finanz- und Immobilienvermögens sowie hoher Arbeitslosigkeit bis 2014 auf 5,2%.

- Gefördert durch die enormen Auslandsschulden der USA dürfte der Wechselkurs des Dollars weiter nachgeben: Die Prognose nimmt an, dass der Euro-Kurs bis 2014 auf 1,63 $ steigt.

- Die Dollarschwäche wird den Anstieg des Erdölpreises begünstigen, er dürfte am Ende des Prognosezeitraums bei 100 $ je Barrel liegen.

Unter diesen Bedingungen sollte der Welthandel zwischen 2009 und 2014 um durchschnittlich 7,5% pro Jahr expandieren. Die Weltproduktion wird sich ab 2010 merklich erholen und mittelfristig um 4,1% pro Jahr zunehmen (Übersicht 1).

Für die von der Finanzmarktkrise überproportional betroffenen Industrieländer wird ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von lediglich 2,1% pro Jahr prognostiziert. Wie in den vergangenen 20 Jahren wird die Gesamtproduktion in den USA etwas rascher steigen (+2,3% pro Jahr) und im Euro-Raum sowie in Japan etwas langsamer (+1,6% bzw. +1,5% pro Jahr). In den sechs größten neuen EU-Ländern dürfte die Dynamik mit einer Wachstumsrate von +3,2% pro Jahr weiterhin deutlich höher ausfallen als in der EU 15 (Übersicht 1).

Übersicht 1: Entwicklung der Weltwirtschaft - auf der WIFO-Website
(http://www.wifo.ac.at/wwa/jsp/index.jsp?&fid=12)

In China und Indien wird die Wirtschaft bis 2014 weiterhin markant überdurchschnittlich wachsen. In beiden Ländern gelang es der Wirtschaftpolitik, einen Einbruch der Realwirtschaft als Folge der Finanzkrise zu verhindern. Das Trendwachstum wird durch die gleichschrittig kräftige Expansion von Binnen- und Exportnachfrage gefördert. Die mittelfristige BIP-Steigerung dürfte in China bei 9,1% pro Jahr und in Indien bei 8,3% liegen.

Nicht zuletzt infolge des kräftigen Anstiegs der Erdölpreise dürfte das BIP-Wachstum in den OPEC-Ländern mit +5,0% pro Jahr annähernd so hoch ausfallen wie in den vergangenen 10 Jahren. Für die Volkswirtschaften Lateinamerikas und Afrikas prognostiziert das WIFO bis 2014 ein ähnlich hohes Wirtschaftswachstum (Übersicht 1).

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem WIFO-Monatsbericht 1/2010,
http://www.wifo.ac.at/wwa/jsp/index.jsp?fid=23923&id=38124&typeid=8&d
isplay_mode=2.

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/235

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Dr. Stephan Schulmeister
Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung - WIFO
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