• 21.01.2010, 10:11:51
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Jeder zweite Arbeitnehmer psychisch stark belastet: AK, pro mente und OÖGKK fordern Gegenmaßnahmen

Linz (OTS) - Der ständig steigende Leistungsdruck und die aktuelle
Wirtschaftskrise führen auch zu einer starken psychischen Belastung
der Beschäftigten. In einer gemeinsamen Pressekonferenz haben die
Spitzen von AK Oberösterreich, pro mente Oberösterreich, pro mente
akademie und OÖGKK auf diese besorgniserregende Entwicklung
hingewiesen und wirksame Gegenmaßnahmen gefordert.

AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer präsentierte dramatische Daten
des Arbeitsgesundheitsmonitors der AK: Bereits 48 Prozent der
Beschäftigten in Österreich geben an, dass mindestens zwei psychische
Belastungsfaktoren auf sie zutreffen. In Oberösterreich sind es sogar
57 Prozent. Bundesweit fühlen sich 64 Prozent der Arbeitnehmer/-innen
überlastet, 48 Prozent sind psychisch erschöpft und 39 Prozent
unfähig, vom Job abzuschalten.

"Diese Entwicklung untergräbt die Gesundheit von Hunderttausenden.
Die Folgen sind viel Leid und hohe Kosten", warnt der AK-Präsident.
Er fordert u.a. eine menschengerechte Gestaltung der Arbeitsprozesse,
verstärkten Kündigungsschutz, die Evaluierung psychischer Belastungen
am Arbeitsplatz sowie eine Erhöhung der arbeitsmedizinischen
Einsatzzeiten.

Pro mente-Vorstandsvorsitzender Univ.-Doz. Prim. Dr. Werner Schöny
bestätigt die massive Zunahme psychischer Probleme durch
Leistungsdruck und Arbeitsplatzangst: "Die Erstkontakte von
Hilfesuchenden bei pro mente sind in einem Jahr um 64 Prozent
gestiegen!" Mehr kostenfreie Psychotherapie, psychiatrische
Ambulanzzentren in allen Landesteilen sowie "Notärzte für die Seele"
in allen Bezirken seien dringend notwendig.

"Einerseits nehmen Burnout-Symptome zu, andererseits werden diese
aufgrund der Angst vor dem Arbeitsplatzverlust häufiger als in guten
Zeiten verleugnet", stellt pro-mente-akademie-Geschäftsführe-rin
Mag.a Anneliese Aschauer fest. pro mente akademie bietet seit
mehreren Jahren Unterstützung in Krisensituationen: für Unternehmen,
für deren Führungskräfte und für die Beschäftigten. Dies reicht von
der Prozessbegleitung über Workshops und Coaching für Führungskräfte
bis hin zur Beratung und Krisenintervention für gekündigte und
bleibende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

"Im Jahr 2003 haben psychische Erkrankungen bundesweit 1,5
Millionen Krankenstandstage verursacht, 2008 waren es schon 2,2
Millionen Krankenstandstage", informiert OÖGKK-Obmann Felix
Hinterwirth. Bei den Angestellten sind psychische Krankheiten die
Pensionsursache Nummer Eins. Die OÖGKK setzt auf Prävention in den
Betrieben, etwa durch die europaweite Kampagne "Work. In tune with
life". Außerdem arbeitet die OÖGKK laufend daran, das
Gesundheitssystem noch besser auf den Bedarf der Betroffenen
auszurichten.

Rückfragehinweis:
Arbeiterkammer Oberösterreich, Kommunikation
Dr. Robert Eiter
Tel.: (0732) 6906-2188
mailto:[email protected]
http://www.arbeiterkammer.com

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/21

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