Jeder zweite Arbeitnehmer psychisch stark belastet: AK, pro mente und OÖGKK fordern Gegenmaßnahmen

Linz (OTS) - Der ständig steigende Leistungsdruck und die aktuelle Wirtschaftskrise führen auch zu einer starken psychischen Belastung der Beschäftigten. In einer gemeinsamen Pressekonferenz haben die Spitzen von AK Oberösterreich, pro mente Oberösterreich, pro mente akademie und OÖGKK auf diese besorgniserregende Entwicklung hingewiesen und wirksame Gegenmaßnahmen gefordert.

AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer präsentierte dramatische Daten des Arbeitsgesundheitsmonitors der AK: Bereits 48 Prozent der Beschäftigten in Österreich geben an, dass mindestens zwei psychische Belastungsfaktoren auf sie zutreffen. In Oberösterreich sind es sogar 57 Prozent. Bundesweit fühlen sich 64 Prozent der Arbeitnehmer/-innen überlastet, 48 Prozent sind psychisch erschöpft und 39 Prozent unfähig, vom Job abzuschalten.

"Diese Entwicklung untergräbt die Gesundheit von Hunderttausenden. Die Folgen sind viel Leid und hohe Kosten", warnt der AK-Präsident. Er fordert u.a. eine menschengerechte Gestaltung der Arbeitsprozesse, verstärkten Kündigungsschutz, die Evaluierung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz sowie eine Erhöhung der arbeitsmedizinischen Einsatzzeiten.

Pro mente-Vorstandsvorsitzender Univ.-Doz. Prim. Dr. Werner Schöny bestätigt die massive Zunahme psychischer Probleme durch Leistungsdruck und Arbeitsplatzangst: "Die Erstkontakte von Hilfesuchenden bei pro mente sind in einem Jahr um 64 Prozent gestiegen!" Mehr kostenfreie Psychotherapie, psychiatrische Ambulanzzentren in allen Landesteilen sowie "Notärzte für die Seele" in allen Bezirken seien dringend notwendig.

"Einerseits nehmen Burnout-Symptome zu, andererseits werden diese aufgrund der Angst vor dem Arbeitsplatzverlust häufiger als in guten Zeiten verleugnet", stellt pro-mente-akademie-Geschäftsführe-rin Mag.a Anneliese Aschauer fest. pro mente akademie bietet seit mehreren Jahren Unterstützung in Krisensituationen: für Unternehmen, für deren Führungskräfte und für die Beschäftigten. Dies reicht von der Prozessbegleitung über Workshops und Coaching für Führungskräfte bis hin zur Beratung und Krisenintervention für gekündigte und bleibende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

"Im Jahr 2003 haben psychische Erkrankungen bundesweit 1,5 Millionen Krankenstandstage verursacht, 2008 waren es schon 2,2 Millionen Krankenstandstage", informiert OÖGKK-Obmann Felix Hinterwirth. Bei den Angestellten sind psychische Krankheiten die Pensionsursache Nummer Eins. Die OÖGKK setzt auf Prävention in den Betrieben, etwa durch die europaweite Kampagne "Work. In tune with life". Außerdem arbeitet die OÖGKK laufend daran, das Gesundheitssystem noch besser auf den Bedarf der Betroffenen auszurichten.

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