Endergebnis Wiener Vogelzählung: Kohlmeise voran

Wien (OTS) - Das Kopf-an-Kopf-Rennen von Saatkrähe, Spatz und
Meise ist entschieden: mit 1.978 gezählten Vögeln steht die Kohlmeise an der Spitze der ersten großen Wintervögelzählung, die von Umweltstadträtin Ulli Sima und BirdLife initiiert wurde. Auf den weiteren Plätzen: Die Saatkrähe mit 1.772 und der Haussperling mit gezählten 1.059 Vögeln.

Insgesamt haben die Wienerinnen und Wiener 11.484 Vögel gezählt. Hunderte Menschen in Wien sind dem Aufruf zur "Stunde der Wintervögel" gefolgt und haben in Gärten, Parks und auf Balkonen eine Stunde lang die Vogelwelt beobachtet. 400 Meldungen sind seit dem Zähltag, am 6.1.2010, bei BirdLife eingegangen. Umweltstadträtin Ulli Sima freut sich "über das große Engagement und das Bewusstsein der Wienerinnen und Wiener für Umwelt, Natur und Artenvielfalt," und sieht die Arbeit und Programme der Stadt Wien in diesen Bereichen bestätigt.

"Ohne den Einsatz der Wiener und WienerInnen wäre diese Vogelzählung nicht zustande gekommen", freut sich auch Gerald Pfiffinger, Geschäftsführer von BirdLife, über die gelungene Aktion.

Kohlmeise bei 8 von 10 Beobachtungen mit dabei

Die meisten Vögel wurden in der Donaustadt gesichtet und erfasst (1.463), knapp dahinter folgen die Bezirke Floridsdorf (1.326 Vögel) und Penzing mit 1.100 gezählten Vögeln. Durchschnittlich zählten die WienerInnen 30 Vögel pro Garten. Die Kohlmeise war bei 80 Prozent der gemeldeten Beobachtungen mit dabei. Das überrascht die Ornithologen nicht, denn die Kohlmeise profitiert besonders von Winterfütterung und Nistkästen. Die zwischenzeitlich an erster Stelle platzierte Saatkrähe wurde vergleichsweise nur bei jeder dritten Zählung registriert, dann allerdings mit einer sehr hohen Individuenzahl. Weitere Gartenvögel fühlen sich offensichtlich im Wiener Stadtgebiet ebenso gut aufgehoben: Die Blaumeise in jedem zweiten Garten, der Buntspecht besucht Fütterungen auf 45 Prozent der beobachteten Grünflächen und der Grünling wurde in 41 Prozent der beobachteten Parks und Gärten festgestellt.

Auch seltene Vogelarten wurden in Wien festgestellt

Überrascht wurden Beobachter im 2. und 11. Bezirk: Drei Sakerfalken kreisten über dem Augarten und dem Zentralfriedhof. Der Sakerfalke ist eine seltene und weltweit vom Aussterben bedrohte Greifvogelart. Er brütet nur im Osten Österreichs mit lediglich 15-20 Paaren. BirdLife Österreich bemüht sich seit Jahren um den Schutz dieser Besonderheit. Ein besonderes Naturschauspiel bot außerdem ein Trupp Saatgänse, der über dem 11. Bezirk gesichtet wurde. Zentrumsnah im Stadtpark wurden 380 Stockenten erfasst, sowie in etlichen anderen gewässernahen Bezirken die im Winter häufigen Lachmöwen (267 Vögel).

Vogelzählung wichtiger Ergebnis-Indikator für Vogelbestände

Die Reihung der häufigsten Vogelarten ist vor allem langfristig gesehen ein Indikator für die Veränderung des Lebensraums Stadt. Die gewonnenen Daten können so auch als Frühwarnsystem für Bestandsrückgänge verwendet werden. Ein erfreuliches Beispiel für die Ergebnisse der Wiener Vogelzählung ist, dass die Amsel wieder häufiger vorkommt und in fast zwei Drittel aller Wiener Gärten beobachtet werden konnte. Der Vergleich mit der am gleichen Tag in München durchgeführten Vogelzählung zeigt, dass der Haussperling (Spatz) in Wien häufiger als in München vorkommt. Die Datenauswertung der seit 2005 in München stattfindenden Vogelzählung hat einen rapiden Rückgang der Spatzenart gezeigt. Während er in Wien auf Platz drei der Rangliste zu finden ist, erreicht er in München dieses Jahr nur noch Platz sechs.

Vogelschutz wird ernst genommen

Wien weist eine vielfältige Vogelwelt auf, fast alle Vögel Wiens und deren Lebensräume sind unter Schutz gestellt. Die fachlichen und rechtlichen Arbeiten dazu leistet die Wiener Umweltschutzabteilung -MA 22. Bereits 2009 veröffentlichte die Wiener Umweltschutzabteilung gemeinsam mit BirdLife Österreich den "Wiener Brutvogelatlas", eine detaillierte Studie zur Vogelwelt Wiens in der Brutzeit. Auch hier konnten wichtige Zählergebnisse mit Hilfe von vogelinteressierten BürgerInnen vervollständigt werden. "Derartige Vogelstudien sind sehr aufwändig, da sie allein für die Datensammlung einen enormen Stundenaufwand benötigen", so Teufelbauer. "Das Citizen Science-Konzept, die Einbindung von ehrenamtlichen Helfern in wissenschaftlichen Studien, wird seit Jahrzehnten in vielen europäischen Ländern und in Nordamerika erfolgreich angewendet. Die Ergebnisse solcher Projekte werden aufgrund hoher Teilnehmerzahlen aussagekräftig und mögliche Fehlerquellen dadurch irrelevant".

Alle TeilnehmerInnen erhalten Ergebnisbericht

Unter den TeilnehmerInnen wurden ein Premium Vogelfütterungs-Set mit verschiedenen Futtersäulen-Modellen samt Futter, sowie mehrere Exemplare des Wiener Brutvogelatlas verlost.
Alle TeilnehmerInnen bekommen den Ergebnisbericht der Wiener Wintervogelzählung zugeschickt. Weitere detaillierte Ergebnisse zur Stunde der Wintervögel sind unter www.birdlife.at zu finden. Die Stunde der Wintervögel ist eine Aktion von BirdLife Österreich, Umweltstadträtin Ulli Sima und der Wiener Umweltschutzabteilung - MA 22. In Kooperation mit dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV).

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Umweltstadträtin Mag. Ulli Sima
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Mag. Bettina Klöpzig,
Pressesprecherin, BirdLife Österreich
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