- 18.01.2010, 13:53:04
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Schwentner: Bundesregierung knausrig bei Hilfe für Haiti
Mehr Mittel aus Auslandskatastrophenfonds und Mittel für langfristigen Wiederaufbau nötig
Wien (OTS) - Judith Schwentner, entwicklungspolitische Sprecherin
der Grünen, fordert die österreichische Bundesregierung und
insbesondere Außenminister Spindelegger auf, "in ihrem Engagement für
die Erdbeben-Opfer in Haiti nicht hinter die österreichische
Bevölkerung zurückzufallen. Im Gegensatz zur Spendenfreudigkeit der
Österreicherinnen und Österreicher zeigt sich die Regierung in ihren
Hilfszusagen bisher äußerst knausrig", so Schwentner. Während die
deutsche Regierung ihre Hilfe von 1,5 auf 7,5 Millionen Euro
aufgestockt hat, beteiligt sich Österreich mit geringen 800.000 Euro.
Es brauche mehr Mittel aus dem mit fünf Millionen Euro fix dotierten
Auslandskatastrophenfonds.
Schwentner betont, dass es ihr dabei um die Hilfe der nächsten sechs
Monate ebenso geht wie um den langfristigen Wiederaufbau. "Im Moment
liegen die Probleme nicht beim Geld sondern bei der Logistik. Aber
wenn Haiti nicht völlig in Anarchie versinken soll, braucht es über
lange Zeit kontinuierliche und massive internationale Hilfe. Sonst
gäbe es nicht nur eine humanitäre, sondern auch eine
sicherheitspolitische Katastrophe." Österreich müsse seiner
internationalen Verantwortung gerecht werden, so Schwentner, und
Haiti auch finanziell angemessen unter die Arme greifen: "Ich hoffe
und erwarte mir ein entsprechendes österreichisches Hilfsangebot bei
der kommenden Geberkonferenz in Montreal."
Für die entwicklungspolitische Sprecherin der Grünen ist es auch
wichtig, aus den Erfahrungen aus der Tsunami-Katastrophe zu lernen:
"Es wird eine langfristige, entwicklungspolitisch fundierte
Koordinierung der österreichischen Hilfe für Haiti brauchen. Diese
sollte bei der Entwicklungsagentur ADA und nicht wieder in den Händen
eines Ex-Ministers liegen."
Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:[email protected]
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