FPÖ-Unterreiner: Offener Brief an Alfons Haider

Wien (OTS) - Sehr geehrter Herr Alfons Haider!

Das eigene Land zu beschimpfen ist immer falsch. Mag sein, dass Sie sich, wie Sie es im Nachhinein beteuert haben, dazu haben verleiten lassen. Das ist aber eher unglaubwürdig. Denn in eine Sendung mit Stermann und Grissemann plaudern zu gehen, deren Programmlinie es ja geradezu ist sich in diesen Attitüden zu gefallen, da haben ja Ihre Worte perfekt gepasst.

Kritik? Nur zu. In jedem Land gibt es genug "Verlogenes und Verschissenes" (oder war es genug "Versifftes und Verkifftes"), wie Sie es nennen? Sie sind in den letzten Jahren aber nicht so sehr als systemkritischer, von der Obrigkeit verfolgter und geknebelter Künstler aufgefallen, sondern eher als einer, der es sich eh zu Hause ganz gut eingerichtet hatte. Niemand in Österreich hätte den Eindruck gewinnen können, dass Sie wegen Ihrer politischen Unbequemlichkeit mit Vernachlässigung und Lieblosigkeit bestraft worden wären. Ganz im Gegenteil, Sie waren in aller Munde, auf allen Bühnen des Landes und beim Staatsfunk zu Hause. Gefördert, belohnt und weitergereicht.

Warum also diese Unflätigkeiten? Weil es chic ist? Weil es ohnehin wurscht ist? Weil man glaubt, dass man sich alles erlauben kann? Weil einem seine Heimat nichts wert ist? Die ersten drei Gründe sind Irrtümer, die man korrigieren kann. Beim letzten Grund sollte man beginnen nachzudenken.

Mit freundlichen Grüßen
NAbg. Mag. Heidemarie Unterreiner
FPÖ-Kultursprecherin

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