Caritas stellt neue Kampagne "Zero Poverty" vor

Einladung der 48 europaweiten Caritas-Organisationen an alle Menschen, aktiv zu werden und die Bekämpfung der Armut selbst in Angriff zu nehmen

Wien (OTS) - "Auch, wenn sie vielleicht nicht überall auf den ersten Blick sichtbar ist: Armut existiert auch in Europa und sie bedeutet für viele Menschen einen täglichen Kampf ums Überleben", sagt Caritas-Präsident Franz Küberl bei der Präsentation der europaweiten Caritas-Kampagne "Zero Poverty". Dass die Europäische Union 2010 zum "Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung" erklärt habe, sei "ein wichtiges Zeichen gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise".

"Null Armut" als Vision

"Als Caritas sind wir überzeugt: Jeder Mensch, der in Armut leben muss, ist einer zuviel. Deshalb bitten wir im Europäischen Jahr der Armutsbekämpfung mit Zero Poverty Frauen, und Männer Jugendliche und Kinder in Europa und weltweit, sich für Menschen in Not zu engagieren", betont Caritas-Generalsekretär Bernd Wachter. "Denn unsere Vision ist: Zero Poverty - Null Armut. Niemand soll aufgrund ungerechter Zustände in Not leben müssen", so Wachter.

"Zero Poverty" (www.zeropoverty.at) ist eine Einladung der 48 europaweiten Caritas-Organisationen an alle Menschen, die Bekämpfung der Armut selbst in Angriff zu nehmen und in ihrem Alltag aktiv zu werden. Wachter: "Wir bitten die Menschen auch darum, unsere europaweite Petition zu unterschreiben, die wir den mit Sozialthemen betrauten EU-Institutionen vorlegen werden."

Jeder Sechste in der EU lebt in Armut

Die Zahlen des europäischen statistischen Zentralamtes sprechen eine deutliche Sprache: Insgesamt 17% der EU-Bevölkerung (EU-27) leben unter der Armutsgrenze. Das sind 84 Millionen Bürgerinnen und Bürger, die nicht genügend Mittel haben, um sich ihre grundlegendsten Bedürfnisse erfüllen zu können.

"Das größte Armutsrisiko tragen Kinder, alte Menschen, Migrantinnen und Migranten, Angehörige der Roma-Minderheit und Menschen ohne Arbeit", erklärt Küberl. Jedes fünfte Kind (0-17 Jahre) in der Europäischen Union ist von Armut bedroht oder lebt in Armut. Der Caritas-Präsident fordert deshalb neben der Einführung einer Steuer auf Finanztransaktionen zur Armutsbekämpfung auch, "dass für jedes Kind staatliche Zahlungen gewährleistet werden, ungeachtet des Status seiner Eltern." Auch für Minderheiten wie die Roma oder auch Migrantinnen brauche es eine Europapolitik, "die diese nicht zu Almosenempfängern macht, sondern sie integriert und ihre gesellschaftliche Teilhabe fördert anstatt sie auszugrenzen."

Für Österreich fordert Caritas-Generalsekretär Wachter einen "Maßnahmenmix, der rasch und beherzt umgesetzt wird, um die Menschen aus den Klauen der Armut zu befreien". Wachter: "Dazu gehören die rasche Einführung der bedarfsorientierten Mindestsicherung, das Schaffen einer einzigen Anlaufstelle für Sozialleistungen, um den unwürdigen Sozialparcours zu beenden und Investitionen in Armutsprävention, beispielweise im Bildungsbereich."

www.zeropoverty.at

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