AUGE/UG und KIV/UG zu BAGS-KV Protesttag: "Soziale Arbeit ist 'mehr wert' - und bringt hohen gesellschaftlichen Mehrwert!"

Unabhängige GewerkschafterInnen in GPA-DJP und GdG: Beschäftigte im Sozial- und Gesundheitsbereich werden nicht Zeche für eine Krise zahlen, für die sie nichts können!

Wien (OTS) - "Die Rahmenbedingungen unter denen die
Beschäftigten in Sozial-, Pflege- und Gesundheitsberufen arbeiten müssen, werden zunehmend unzumutbar. Der berufliche Alltag ist von hoher psychischer und physischer Belastung, personeller Unterbesetzung, prekären Beschäftigungsverhältnissen und steigenden Burn-Out-Raten geprägt. Die finanzielle Situation vieler Vereine im Sozialbereich war immer schon knapp. Nun droht sich die öffentliche Hand noch weiter aus der Finanzierung sozialer Dienstleistungen zu verabschieden, die Wirtschaftskrise bietet dafür eine willkommene Ausrede. Entsprechend sind die von Arbeitgeberseite angebotenen Lohnerhöhungen für Beschäftigte in den Sozial- und Gesundheitsberufen schlichtweg eine Zumutung und können nur als Provokation bezeichnet werden. Der morgige Protesttag der Beschäftigten aus dem Gesundheits-und Sozialbereich ist ein ohnehin längst überfällig und klares Zeichen dafür, dass es tatsächlich reicht," ruft Stefan Taibl, Betriebsratsvorsitzender der Psychosoziale Zentren GmbH und Arbeiterkammerrat der AUGE/UG - Alternative und Grüne GewerkschafterInnen/Unabhängige GewerkschafterInnen in der niederösterreichischen Arbeiterkammer zum morgigen GPA-DJP und vida Protesttag auf.

"Soziale Arbeit ist nicht nur 'mehr wert', sondern bringt auch einen hohen gesellschaftlichen Mehrwert," führt Taibl, einer der AUGE/UG-VertreterInnen im Wirtschaftsbereich für Gesundheits- und Sozialbereiche in der GPA-DJP weiter aus. "Eine jüngst veröffentlichte britische Studie schätzt den gesellschaftlichen Wohlstand, der von jedem Pfund an Einkommen für Beschäftigte in den Bereichen Kinderbetreuung ausgeht, auf 7 bis 9 Pfund. Dieses exemplarische Ergebnis kann durchaus auf andere Berufe im Sozial-, Betreuungs- und Gesundheitsbereich und auch auf Österreich umgelegt werden." Der Rechnungshof bestätigt beispielsweise für Arbeitsrehabilitationsprojekte nicht nur Kostenneutralität, sondern auch einen zusätzlichen volkswirtschaftlichen Wohlfahrtsgewinn. "Ohne entsprechende soziale Einrichtungen und Betreuung könnten bspw. viele Menschen - vor allem Frauen - keinem Erwerbsberuf nachgehen. Die volkswirtschaftliche Bedeutung des sozialen Sektors ist also hoch. Der soziale Sektor ist jedenfalls mindestens ebenso 'systemrelevant' wie so manche Bank, für deren Rettung hunderte Millionen an Euro bereit gestellt werden. Gelder, die für den gesellschafts- wie wirtschaftspolitischen Sozial- und Gesundheitsbereich, wo es von vorne bis hinten kracht und wo es -etwa in der Pflege - dringenden Aufholbedarf gibt, nicht ausgegeben werden. Auf Konjukturpakete Gesundheit, Pflege, Soziales warten wir bislang vergeblich. Da werden politisch vollkommen falsche Prioritäten gesetzt," kritisiert Taibl.

Solidarität und Aufruf zum Protest kommt auch von den Unabhängigen GewerkschafterInnen aus dem öffentlichen Sektor. Andreas Richter, Zentralbetriebsratsvorsitzender der KIV/UG - Konsequente Interessensvertretung/Unabhängige GewerkschafterInnen im Fonds Soziales Wien: "Auch die Kommunen, auch die Gemeinde Wien, ist hinsichtlich der Finanzierung kommunaler Sozialleistungen offensichtlich auf 'Geiz ist Geil' Kurs. Der personelle Notstand im kommunalen Jugend-, Kinderbetreuungs- und Sozialbereich ist längstens bekannt und hat bereits zu heftigen Protesten geführt. Die Arbeitsbedingungen werden angesichts wachsender sozialer Probleme, nicht erst im Zuge der Krise, immer unerträglicher. Die Beschäftigten im Sozialbereich - egal ob im privat oder kommunal organisierten -sind jedenfalls nicht bereit, die Zeche für eine Krise, für die sie nicht verantwortlich sind, und die sie tagtäglich in ihrer sozialen Arbeit vor Ort mit den von Armut und sozialem Abstieg bedrohten KlientInnen hautnah erleben, zu tragen. Es braucht daher jetzt einen gemeinsamen, breiten Widerstand gegen den drohenden Rückzug der öffentlichen Hand aus der Finanzierung sozialer Dienste. Der morgige Tag ist eine Gelegenheit dazu," schließt Richter.

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Rückfragen & Kontakt:

Andreas Richter, Zentralbetriebsratsvorsitzender Fonds Soziales Wien, KIV/UG, Tel: 0664/472 38 03

Stefan Taibl, BR Vorsitzender Psychosoziale Zentren GmbH, AUGE/UG Arbeiterkammerrat in Niederösterreich, Tel: 0699/166 18 572

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