- 13.01.2010, 12:09:34
- /
- OTS0148 OTW0148
Treibhausgasbilanz 2008 : Stagnation auf blamablem Niveau
Greenpeace fordert eine sofortige Erhöhung der Dieselbesteuerung
Wien (OTS) - Die heute von Umweltminister Berlakovich präsentierte
Treibhausgasbilanz 2008 zeigt im ersten Jahr der Kioto-Periode ein
deutliches Verfehlen des Klimaziels. Österreichs Bilanz stagniert
hier für Greenpeace auf blamablem Niveau. Das Kioto-Ziel von 68,8
Millionen Tonnen CO2 wird um 17,8 Millionen Tonnen verfehlt. Die
österreichischen Treibhausgas-Emissionen liegen damit um mehr als 25
Prozent über dem Ziel. "Da wir bereits in der Kioto-Periode
angekommen sind, kostet jede Tonne CO2 Geld. Das Scheitern der
österreichischen Klimapolitik im letzten Jahrzehnt kommt den
österreichischen Steuerzahler teuer zu stehen", stellt
Greenpeace-Sprecher Niklas Schinerl fest.
Die Entwicklungen der Treibhausgase im Sektor Verkehr machen klar,
dass hier sehr sensibel auf den Anstieg des Ölpreises im Jahr 2008
reagiert wurde. So sind die Emissionen im Verkehrssektor im Jahr 2008
deutlich abgesunken - auf 22,6 Millionen Tonnen CO2. In erster Linie
ist dies auf das Rekordhoch des Ölpreises im Sommer 2008
zurückzuführen. "Dazu kommt die steigende Beimischung von
Agrotreibstoffen. Diese schlägt sich zwar in der österreichischen
Treibhausbilanz positiv nieder, dabei handelt es sich aber lediglich
um einen Buchhaltungstrick, der dem Klima mehr schadet als hilft",
erklärt Schinerl.
Die österreichische Klimabilanz zeigt, dass es viel Sinn machen
würde, endlich die Treibstoffbesteuerung von der Höhe der
Umweltschäden abhängig zu machen. Das würde bedeuten, dass Diesel
dreizehn Prozent höher besteuert werden muss als Benzin. Denn Diesel
beinhaltet dreizehn Prozent mehr Kohlenstoff als Benzin, und
verursacht somit dreizehn Prozent mehr CO2-Emissionen. Hiermit würde
auf einen Schlag auch der Tanktourismus verschwinden. "Derzeit ist
Österreich die Billigtankstelle Europas, was uns nicht nur eine
LKW-Lawine beschert, sondern auch unsere Klimabilanz massiv
verschlechtert", kritisiert Schinerl. "Es wäre sehr sinnvoll, die
Vorschläge aus der Energiestrategie aufzugreifen und eine Erhöhung
der Dieselbesteuerung zu beschließen - zuerst auf das Niveau der
Nachbarstaaten und in weiterer Folge so, dass die größere
Umweltbelastung durch Diesel berücksichtigt wird".
Politiker und Autofahrerverbände argumentieren oft so, als ob der
Tanktourismus ein Naturphänomen wäre, für welches Österreich nichts
kann. Das stimmt nicht, denn Finanzminister Pröll könnte den
Tanktourismus ohne weiteres stoppen, wenn er die Treibstoffsteuern
endlich auf das Niveau der Nachbarstaaten anheben würde. Dass die
Autofahrer schnell hierauf reagieren, hat der Sommer 2008 gezeigt: es
haben sich Fahrgemeinschaften gebildet, es wurde mehr mit der Bahn
gefahren und viele Menschen haben sich in Folge sparsamere Autos
gekauft.
"Wir dürfen uns nichts vormachen - der Pendlerverkehr ist eine
große Belastung für die Umwelt", verdeutlicht Schinerl. "Eine
umweltgerechtere Treibstoffbesteuerung ist ein gutes Instrument,
dafür zu sorgen, dass Menschen sparsamere Autos kaufen oder auf
umweltfreundlichere Verkehrsmittel umsteigen."
Rückfragehinweis:
Niklas Schinerl, Klima- und Energiesprecher Greenpeace,
Tel.: +43 664 612 67 04
Melanie Beran, Pressesprecherin Greenpeace, Tel.: +43 664 6126718
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/99
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GRP