• 08.01.2010, 10:54:20
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Cercospora: Eine Blattkrankheit bedroht Rübenproduktion in Österreich

Die Rübenbauern starten Cercospora-Offensive - Karpfinger: Tragweite reicht weit über Ertragsausfälle hinaus

Altlengbach/Wien (OTS/aiz) - Die weltweit am meisten verbreitete
Blattkrankheit von Zuckerrüben, Cercospora beticola, bedroht die
Rübenproduktion in Österreich. Das massive Auftreten dieser
Pilzinfektion hinterließ im österreichischen Zuckerrübenanbau 2009
durch Ertragsminderung und Mehraufwand zur Bekämpfung einen
wirtschaftlichen Schaden von mehr als EUR 5 Mio. Der Berufsverband
"Die Rübenbauern" startet nun rechtzeitig vor dem Frühjahrsanbau 2010
eine breitflächige Informations- und Beratungskampagne für seine rund
8.000 Mitglieder. "Das Ziel dieser Offensive ist es, unseren
Mitgliedern das nötige Rüstzeug in die Hand zu geben, das
Infektionsrisiko der auch als Blattfleckenkrankheit bekannten
Infektion durch geeignete Vorbeugungsmaßnahmen zu verringern und die
Beobachtung der Bestände so zu verschärfen, dass sie bei einem Befall
rechtzeitig und gezielt ökologisch vertretbare und wirtschaftlich
tragbare Bekämpfungsmaßnahmen ergreifen können", so
Rübenbauern-Präsident Ernst Karpfinger.

Die Cercospora-Offensive der Rübenbauern startet am 08.01.2010 mit
einer Fachtagung für die wichtigsten Multiplikatoren in der
Rübenbauern-Organisation in Altlengbach/Niederösterreich. Fachleute
aus Wissenschaft, Bildung, der Agentur für Ernährungssicherheit AGES
sowie der Beratungsdienste der Zuckerwirtschaft und des
Pflanzenschutzes werden dort gemeinsam mit den
Rübenbauern-Funktionären das Thema aufarbeiten und einen
Maßnahmenkatalog mit entsprechenden Empfehlungen für die Landwirte
aufstellen. Im Anschluss geben "Die Rübenbauern" in Zusammenarbeit
mit den Landwirtschaftskammern auf den zahlreichen
Winterversammlungen der Kammern das Wissen an die Landwirte weiter.
Die Rübenbauern werden ihre Mitglieder auch in diversen Publikationen
informieren. Karpfinger: "Unsere Cercospora-Offensive fußt auf einem
Dreistufenplan: Infektionsrisiko vorbeugend minimieren, Bestände
genau kontrollieren und im Infektionsfall gezielt bekämpfen."

Karpfinger-Appell an Rübenbauern: Informationsangebot nutzen und
Empfehlungen befolgen

"Ich rufe alle Rübenbauern in ihrem eigenen Interesse und in ihrer
Verantwortlichkeit für ihre Gemeinschaft auf, dieses
Informationsangebot anzunehmen und die Empfehlungen unserer Experten
zu befolgen", appelliert Karpfinger an seine Berufskollegen.
Gleichzeitig ersucht er die Medien um Unterstützung für die
Cercospora-Informationskampagne, indem sie diese wichtige Botschaft
mit an die Rübenbauern herantragen. Die Cercospora-Epidemie habe
nämlich eine weitaus größere Tragweite als nur den
betriebswirtschaftlichen Schaden für die betroffenen Landwirte. "Eine
flächenhafte Cercospora-Epidemie hat sowohl ökologische als auch
volkswirtschaftliche Folgen. Ein Rückgang des Rübenbaus wegen
epidemischer Verbreitung von Cercospora würde eine Verarmung der
Fruchtfolge im Ackerbau und einen ökologisch unerwünschten Rückgang
des Hackfruchtbaus auf Kosten einer engeren Getreidefruchtfolge nach
sich ziehen."

"Der Zuckerrübenanbau in Österreich ist durch die neu gestalteten
EU-Rahmenbedingungen massiv unter wirtschaftlichen Druck geraten. Das
darf aber nicht dazu führen, dass bei der Kulturführung am falschen
Platz gespart wird und Krankheiten nicht bekämpft werden. Um den
bestmöglichen Erlös auch unter den schwierigen Bedingungen zu
erzielen, müssen wir weiterhin unsere Rübenkulturen mit höchster
Sorgfalt führen", erklärt Karpfinger.

Cercospora: Infektion, Risikoquellen, Schadbild und Schadensverlauf

Cercospora beticola ist der bedeutendste Erreger von Blattflecken
in Zuckerrüben. Der Pilz reduziert durch eine Verringerung der
photosynthetisch aktiven Blattfläche die Assimilation der Pflanze und
Zuckereinlagerung, woraus letztlich Verluste an Ertrag und Qualität
resultieren. Die Übertragung der Krankheit erfolgt im Frühstadium
entweder durch Sporen, die von Rübenfeldern des Vorjahres oder von
Geräten in den Bestand eingebracht werden, oder im späteren
Vegetationsverlauf von Rübenbestand zu Rübenbestand. An diesen
Tatsachen setzt eine Reihe von Maßnahmen zur vorsorglichen Eindämmung
der weiteren Verbreitung der Blattkrankheit beziehungsweise zu deren
Bekämpfung an.

Feucht-heißes Wetter begünstigt die Infektion. Der
Krankheitsbefall wird nach dem sogenannten Blattschluss evident, wenn
im Sommer die Blätter der Rübenpflanzen so weit gewachsen sind, dass
sie in benachbarten Reihen einander überlappen. Dabei ist für das
Monitoring von Vorteil, dass der langsam verlaufende Epidemiebeginn
es erlaubt, mit einer wöchentlichen Bestandskontrolle den idealen
Bekämpfungstermin zu bestimmen.

Das Schadbild der Cercospora-Infektion äußert sich in zwei bis
drei Millimeter großen, runden Flecken mit rot-braunem Rand auf den
Zuckerrübenblättern, die bei stärkerem Befall zusammenfließen. Schon
im Spätsommer und Frühherbst bieten die befallenen Rübenbestände
einen Eindruck von herbstlichem Braunton. Treten 5 bis 60%
Blattflächenverlust ein, kann man zur Ernte von einem Ertragsverlust
in der halben Höhe dieses Prozentsatzes ausgehen.
(Schluss)

Rückfragehinweis:
aiz.info - Agrarisches Informationszentrum, Pressedienst,
Tel.: 01/533 18 43 , Fax: 01/535 04 38,
Web: aiz.info, mailto: [email protected]

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