- 30.12.2009, 10:03:10
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Caritas fordert für 2010 ernst gemeinte Armutsbekämpfung
Landau: Wirtschaftskrise nicht länger am Rücken der Armen austragen!
Wien (OTS) - Zum Start des Europäischen Jahres zur Bekämpfung von
Armut und sozialer Ausgrenzung fordert die Caritas eine ernst
gemeinte Armutsbekämpfung sowie ein Konjunkturpaket für die rund 1
Million Menschen, die in Österreich an und unter der Armutsgrenze
leben.
"Armutsbekämpfung muss endlich ganz oben auf der politischen Agenda
stehen. Ein drittes Konjunkturpaket für die sozial Schwächsten ist
mehr als überfällig. Ich erwarte mir gerade im Europäischen Jahr zur
Bekämpfung von Armut und Ausgrenzung mehr als kosmetische Maßnahmen",
so Michael Landau, Caritasdirektor der Erzdiözese Wien. In einer
insgesamt wohlhabenden Gesellschaft darf Armut nicht als Tatsache
hingenommen werden, vielmehr ist die Änderung prekärer
Lebenssituationen eine Frage des politischen Wollens.
Die aktuelle Armutsstatistik EU-SILC 2008 bestätigt, dass Armut
auch in Österreich ein Stück Realität ist. Insgesamt waren 2008 12,4%
der Bevölkerung bzw. rund 1.018.000 Menschen armutsgefährdet, rund
492.000 Menschen lebten in manifester Armut. Ein Viertel der
KlientInnen, die sich hilfesuchend an die
Caritas-Sozialberatungsstellen wenden, haben nach Abzug der Fixkosten
weniger als 4 Euro am Tag zur Verfügung. "Armut kann jeden treffen.
Die Opfer von Arbeitslosigkeit und Wirtschaftskrise brauchen eine
faire soziale Absicherung jenseits einer Sozialschmarotzer- und
Generalverdachtsdebatte. Die Wirtschaftskrise darf nicht länger am
Rücken der Armen ausgetragen werden", so Landau.
Ein Konjunkturpaket für die Ärmsten muss daher drei Schwerpunkte
umfassen:
1)Der Kampf gegen Arbeitslosigkeit ist ein richtiger Ansatz der
Bundesregierung. Was die Menschen jedoch wirklich brauchen, ist eine
Arbeit von der man auch leben kann.
2)Eine Mindestsicherung soll denjenigen, die nicht arbeiten können
oder keine Arbeit finden, ein Überleben in Würde sichern. Die von der
Bundesregierung geplante 15prozentige Kürzung, mit der die
Betroffenen um 206 Euro unter die Armutsgrenze fallen, muss daher
dringend zurückgenommen werden.
3)Drittens muss der faire und leistbare Zugang zu sozialen
Dienstleistungen für alle gewährleistet sein: Gesundheit, Pflege,
Kinderbetreuung oder Bildung spielen eine zentrale Rolle, wenn es um
Armutsvermeidung und Chancengerechtigkeit geht.
Rückfragehinweis:
Ruth Schöffl
Presse Caritas der Erzdiözese Wien
Tel.: 01/878 12-222
Mobil: 0664/848 26 17
E-Mail: [email protected]
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/60
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