• 28.12.2009, 09:00:23
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Arbeitsmarktentwicklung in der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise

Wien (OTS) - Die aktuelle Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise zog
den stärksten weltweiten Einbruch der Realwirtschaft seit 50 Jahren
nach sich. Der österreichische Arbeitsmarkt reagiert auf die
Wirtschaftskrise mit einem Beschäftigungsrückgang und einer markanten
Zunahme der Arbeitslosigkeit, die voraussichtlich auch im Jahr 2010
anhalten werden. Nach einer Phase deutlicher Beschäftigungsexpansion
in den Jahren 2006 bis 2008, in der die Zahl der aktiven
Beschäftigungsverhältnisse um durchschnittlich mehr als 2% pro Jahr
wuchs, folgten ein Einbruch ( 1,3%) und ein drastischer Anstieg der
Arbeitslosenquote (+1,3 Prozentpunkte auf 7,1%, einschließlich
Schulungsteilnahmen +1,6 Prozentpunkte auf 8,8%).

Besonders betroffen von den Folgen des Konjunktureinbruchs waren
Jugendliche und die vorwiegend männlichen Beschäftigten in den
exportorientierten Bereichen der Sachgütererzeugung (einschließlich
der schwerpunktmäßig dort beschäftigten Leiharbeitskräfte). Im
weiteren Verlauf der Krise verbreitert sich der Anstieg der
Arbeitslosigkeit und betrifft zunehmend auch Frauen und
Dienstleistungsbranchen.

Die Arbeitsmarktpolitik setzte bereits in den ersten Monaten der
Krise, als in den Betrieben noch große Unsicherheit über deren Ausmaß
und die weiteren Produktionsperspektiven bestand, deutliche
Initiativen. Mit der Reform der Kurzarbeit im Februar 2009 wurde ein
in Österreich bislang kaum genutztes Instrument erstmals breit
eingesetzt und trug zur Beschäftigungsstabilisierung und zur Dämpfung
des Anstiegs der Arbeitslosigkeit bei. Rund 8.400
Beschäftigungsverhältnisse dürften 2009 dadurch gesichert worden
sein. Auch die Bildungskarenz wurde unter erleichterten
Zugangsbedingungen stark zur vorübergehenden Reduktion des
Arbeitskräfteangebotes bei Aufrechterhaltung der
Beschäftigungsverhältnisse genutzt und leistet zudem einen Beitrag
zur Weiterbildung (rund 4.900 Fälle im Jahresdurchschnitt 2009).
Zudem wurden schwerpunktmäßig Maßnahmen für Jugendliche umgesetzt und
die Einschränkung des Angebotes an betrieblichen Lehrstellen durch
den Ausbau der überbetrieblichen Lehrausbildungsplätze aufgefangen.

Mit Fortdauer der Krise werden ihre Folgen besser einschätzbar,
und Maßnahmen gewinnen an Bedeutung, die den durch die Krise
beschleunigten Strukturwandel und die damit einhergehende Veränderung
der Anforderungen an die Arbeitskräfte begleiten: Das sind
intensivere Qualifizierung sowohl in Betrieben als auch für
Arbeitslose sowie Maßnahmen zur Unterstützung der Reorientierung,
etwa in Stiftungen. Für bestimmte Zielgruppen (z. B. Jugendliche,
Langzeitarbeitslose) kann die öffentliche Hand auch die direkte
Schaffung von (temporären) Beschäftigungsmöglichkeiten (etwa in
sozialökonomischen Betrieben) fördern oder direkt ihre
Arbeitgeberfunktion zur gezielten Verbesserung der
Beschäftigungssituation nutzen. Kurzarbeitsphasen sollten hingegen
zunehmend auslaufen oder, sollte eine mittelfristige Verringerung des
Arbeitskräftebedarfs absehbar sein, in betriebliche
Arbeitszeitmodelle übergeführt werden.

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem
WIFO-Monatsbericht 12/2009
(http://www.wifo.ac.at/wwa/jsp/index.jsp?fid=23923&id=37862&typeid=8&
display_mode=2)!

Tabellen und Graphiken zu den Presseaussendungen des WIFO finden Sie
jeweils auf der WIFO-Website,
http://www.wifo.ac.at/wwa/jsp/index.jsp?&fid=12

Rückfragehinweis:
Dr. Helmut Mahringer
Tel. (1) 798 26 01-0, [email protected]

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/235

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