- 22.12.2009, 11:23:08
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Chanukkahgeschenk für jüdische Friedhöfe
Wien (OTS) - Bei einem Runden Tisch auf Einladung von
Bundeskanzler Werner Faymann und Vizekanzler Josef Pröll, haben sich
die Vertreter des Bundes, der Bürgermeister von Wien, der
Landeshauptmann von Niederösterreich und die Israelitischen
Kultusgemeinden, vertreten durch Präsident Ariel Muzicant und
Vizepräsident Oskar Deutsch, auf eine Lösung des Problems zur
Instandsetzung und Instandhaltung der Jüdischen Friedhöfe in
Österreich geeinigt.
Die Lösung sieht folgendes vor:
1. Die Verhandlungspartner waren sich einig, dass die Instandhaltung
eine gesetzliche Verpflichtung der Gemeinden ist, und es sollen jetzt
mit der Unterstützung der Länder auch entsprechende Instandhaltungs-
und Pflegeverträge mit allen Gemeinden abgeschlossen werden.
2. Für die Instandsetzung der Friedhöfe, wo durch die Nazis, durch
Kriegsereignisse oder durch verschiedene andere Einflüsse mehr oder
weniger große Schäden entstanden sind, wird ein eigener Fonds zur
Instandsetzung Jüdischer Friedhöfe geschaffen. Dieser Fonds wird
von der Republik Österreich mit 1 Million Euro pro Jahr,
wertgesichert, auf die Dauer von 20 Jahren gespeist. Die restlichen
notwendigen ca. 20 Millionen Euro werden einerseits von den
Kultusgemeinden organisiert (Spenden aus dem In- und Ausland, ein
EU-Projekt, etc.), andererseits durch Einzelvereinbarungen mit
Ländern und Gemeinden aufgefüllt. So hat sich die Gemeinde Wien
bereit erklärt, das Friedhofswärterhaus am Währinger Friedhof (von
Architekt Kornhäusel im frühen 19. Jhd. errichtet) auf ihre Kosten
generalzusanieren. Das Land Niederösterreich wird sich mit 25 Prozent
an den Instandsetzungskosten bei niederösterreichischen
Friedhofsprojekten beteiligen.
Fast neun Jahre nach Unterschrift des Washingtoner Abkommens wird
damit das letzte völkerrechtlich noch offene Thema abgearbeitet. Die
Israelitische Kultusgemeinde dankt dem Bundeskanzler, dem
Vizekanzler, dem Bürgermeister von Wien und dem Landeshauptmann von
Niederösterreich und hofft, dass auch mit allen anderen Ländern und
Gemeinden zügig die noch notwendigen Vereinbarungen getroffen werden
können.
Nach Eröffnung des neuen Maimonides Zentrums durch den
Bundespräsidenten am 15. Dezember 2009, eines der größten und
eindrucksvollsten Projekte jüdischen Lebens in Europa, ist nun mit
dem Durchbruch bei den Jüdischen Friedhöfen, ein auch in Europa
beispielhafter Schritt gesetzt, den man auch als ein verspätetes
Chanukkahgeschenk bezeichnen kann, worüber sich die Österreichischen
Kultusgemeinden nach so vielen Jahrzehnten besonders freuen.
Dr. Ariel Muzicant
Präsident
Oskar Deutsch
Vizepräsident
Rückfragehinweis:
Israelitische Kultusgemeinde Wien, +43 1 53104-105
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/117
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