ÖBB-Nachhaltigkeit: ökonomisch, ökologisch und sozial

? Zweiter Nachhaltigkeitsbericht des ÖBB-Konzerns beleuchtet Aspekte einer klimafreundlichen Mobilität ? ÖBB-Bahnverkehr erspart Österreich bis zu 3,4 Mio Tonnen CO2

Wien (OTS) - Die ÖBB wollen bis 2015 eines der nachhaltigsten Mobilitätsunternehmen Europas sein. Denn der Erfolg eines Unternehmens kann heute nicht mehr nur unter rein ökonomischen Aspekten gesehen werden. Die ÖBB sind Österreichs größter Mobilitätsanbieter und einer der größten Arbeitgeber - und sind sich der Verantwortung gegenüber der Gesellschaft bewusst. Alle zwei Jahre präsentieren die ÖBB den Nachhaltigkeitsbericht und binden dazu viele ihrer Partner ein - unter anderem auch das Umweltbundesamt, das die CO2-Bilanz errechnet. Der Nachhaltigkeitsbericht ist nur ein Teil des Beitrages, den die ÖBB leisten. Die Bandbreite reicht von Arbeitsplätzen, Impulsen für den Wirtschaftsstandort Österreich, über Lehrlingsausbildung, Barrierefreiheit und Kundenbindungsprogrammen bis hin zu Energiespartrainings bei Lokführern und Buslenkern. Der ÖBB-Bahnverkehr erspart Österreich jährlich bis zu 3,4 Mio Tonnen CO2. Würden die ÖBB-Bahnverkehrsleistungen nämlich ersatzweise nur mit Pkw und Lkw durchgeführt werden, so hätte das einen massiven Anstieg der CO2-Emissionen zur Folge. So gesehen kann das Zielnetz der ÖBB, mit dem 30% mehr Fahrgäste erreicht werden, zusätzlich für weitere CO2-Einsparungen von etwa 1. Mio Tonnen CO2 sorgen.***

Zweiter Nachhaltigkeitsbericht
Der zweite Nachhaltigkeitsbericht zeigt klar: die ÖBB sind der klimafreundlichste Mobilitätsanbieter Österreichs und hängen ihre größten Konkurrenten - Straße und Flugzeug - in der Klimabilanz deutlich ab. Nachhaltig zeigen sich die ÖBB aber auch als Wirtschaftsmotor und in ihrer Verantwortung gegenüber Gesellschaft und MitarbeiterInnen.

Der Nachhaltigkeitsbericht 2008 wurde nach den Indikatoren der Global Reporting Initiative (GRI) im Anwendungsniveau "G3" erstellt. Die GRI wurde 1997 mit dem Ziel gegründet, einen weltweit anerkannten Leitfaden für die freiwillige Berichterstattung über ökonomische, ökologische und soziale Aktivitäten von Organisationen und Unternehmen zu entwickeln. Durch diesen Standard ist eine Vergleichbarkeit von Unternehmen gegeben.

Aus ökonomischer Sicht sind steigende Reisendenzahlen und höhere Tonnagen wichtig. "Uns geht es aber auch darum, die Menschen für klimafreundliche Mobilität und entsprechendes Verhalten zu begeistern", so ÖBB-Vorstandssprecher Klugar. Zielgruppengerechte Angebote wie die Seniorenaktion oder das Sommer- und Jugendticket waren 2008 ein voller Erfolg. 2008 konnten auch um 19% mehr VORTEILScard-KundInnen gewonnen werden.

Klimafreundliche Mobilität belebt die Wirtschaft
Rund 3 Mrd. EUR investieren die ÖBB jährlich. "Die Leistungen reichen von der Modernisierung des Bestandnetzes, über Jahrhundertprojekte wie den Bau des Hauptbahnhofs Wien, bis hin zur modernsten Flotte mit railjet-Garnituren und barrierefreien Nahverkehrszügen," zeigt Gabriele Lutter, Vorstandssprecherin der ÖBB-Personenverkehr AG.

Diese Mittel tragen vor allem in der derzeitigen Krise maßgeblich zur Arbeitsplatzsicherung bei. Die jährlichen Infrastruktur-Investitionen von mehr als 2,3 Mrd. Euro sichern rund 40.000 Arbeitsplätze in Österreich.

Die ÖBB sind der klimafreundlichste Mobilitätsanbieter Österreichs Seit Jahrzehnten zählt die Bahn zu den umweltfreundlichsten Verkehrsmitteln. Gerade jetzt - in Zeiten des Klimawandels und der Klimadiskussionen hat die Bahn eine große Zukunft. Einige Fakten dazu (Werte 2008):

? 9x bessere CO2-Werte im Personenverkehr im Vergleich zum PKW (in g/Pkm)
? 15x bessere CO2-Werte im Güterverkehr im Vergleich zum LKW (in g/Tkm)
? auch der Busverkehr hat geringere CO2-Werte wie der Individualverkehr
? ÖBB betreiben 8 eigene Wasserkraftwerke
? 2008 kamen rund 92% des Bahnstroms aus erneuerbarer Energie - da haben wir uns wieder verbessert

"Das heißt: jede beförderte Person und Tonne mit der Bahn ist ein Gewinn für die Umwelt," betont Friedrich Macher, Vorstandssprecher der Güterverkehrstochter der ÖBB, Rail Cargo Austria. "Im CO2-Vergleich zum LKW ist der Gütertransport mit der Bahn kaum zu schlagen. Jede Tonne transportiert mit der Bahn verursacht rd. 15x weniger an klimaschädlichen CO2-Emissionen."

In diesem Zusammenhang wurde im Juni 2009 die ÖBB-Klimaschutzcharta veröffentlicht. Die Klimaschutzcharta zeigt auf, welche Hauptansatzpunkte der ÖBB-Konzern in Angriff nehmen wird, um die Klimathematik nachhaltig zu verbessern. Bereitstellung nachhaltiger Mobilität, noch effizienteres Mobilitätsmanagement, Optimierung der Energieeffizienz, noch mehr ökologische Produkte beim Einkauf, Forcierung alternativer Energien und Bewusstseinsbildung sind die Schwerpunkte dieser Charta.

Saubere Energie für die Bahn
Die Österreichischen Bundesbahnen verbrauchen jährlich etwa gleich viel Strom wie das Bundesland Vorarlberg, nämlich rd. 2.000 GWh. Der Bahnstrom selbst stammt zu 92 % aus erneuerbarer Energie wie Wasserkraft. Ein Drittel davon wird in den ÖBB-eigenen Wasserkraftwerken erzeugt, der Rest wird von vier Partner-Wasserkraftwerken (25 %) geliefert bzw. aus dem öffentlichen Strom-Netz (42 %) zugekauft. Es ist geplant, die Kapazitäten der ÖBB-eigenen Kraftwerke bis 2016 um rund ein Viertel auszubauen.

Mit dieser Energie transportieren die ÖBB jeden Österreicher pro Jahr durchschnittlich 3.000 Kilometer weit.

ÖBB-Mobilität noch energieeffizienter
Um Bahn und Bus noch umweltfreundlicher zu machen, setzen die ÖBB, zusammen mit Partnern wie dem Lebensministerium, auf den Menschen und die Technik. Im Rahmen eines österreichweiten Programms wurden alle Busfahrer und auch die Lokführer auf eine energiesparende Fahrweise geschult. Ähnlich wie beim Auto beeinflusst der Fahrstil der Lokführer den Energieverbrauch sehr stark. Österreichweit spart das in Zukunft jährlich 62 GWh Strom, was dem Verbrauch von 13.000 Haushalten entspricht.

Moderne Loks wie die Taurus oder der Triebwagen Talent können zusätzlich beim Bremsen die Bewegungsenergie wieder in das Stromnetz zurückspeisen. Das spart 15 % der Energie, die für den Antrieb der Züge gebraucht wird.

Aus- und Weiterbildung im ÖBB Konzern
Im Personalmanagement gehen die ÖBB seit Jahren völlig neue Wege: das Aus- und Weiterbildungssystem wurde komplett neu aufgestellt.

Eine spezielle Verantwortung nehmen die ÖBB für ihre rund 1.800 Lehrlinge wahr, die derzeit in 18 verschiedenen Lehrberufen ausgebildet werden. Die ÖBB sind damit der zweitgrößte Lehrlingsausbildner Österreichs.

Gleichberechtigung
Seit 2005 setzen die ÖBB mit einem Frauenschwerpunkt neue Akzente in der Personalentwicklung. Programme, die speziell auf Frauen bei den ÖBB zugeschnitten sind, sollen die Mitarbeiterinnen bei Ihrer Karriereplanung unterstützen und die Etablierung von Frauennetzwerken fördern.

Die ÖBB wenden sich auch im Rahmen ihrer Lehrlingssuche mit großem Erfolg speziell an Mädchen - mit dem Ergebnis, dass der Frauenanteil bei den Lehrlingen derzeit mehr als doppelt so hoch wie im Konzerndurchschnitt ist. Bis zum Jahr 2010 möchten die ÖBB den Frauenanteil auf insgesamt 10 Prozent erhöhen.

Spezielles Augenmerk wird auf die Positionierung von Frauen in Führungsrollen gelegt. Derzeit sind bei den ÖBB 44 weibliche Führungskräfte beschäftigt, im Jahr 2010 sollen es schon 100 Frauen sein.

Barrierefreiheit
Der ÖBB-Konzern engagiert sich aber auch zum Thema Barrierefreiheit. Ein eigener ÖBB-Konzernkoordinator koordiniert Investitionen zum Thema Barrierefreiheit im Personennah- und Fernverkehr und im Infrastruktur-Bereich. Bis 2015 werden alle Bahnhöfe mit über 2.000 Kunden pro Tag und der jeweils wichtigste Bahnhof jeder Bezirkshauptstadt in Österreich barrierefrei ausgestattet - also mit Rampen, Liften, Blindenleitsystemen, absenkbaren Pulten an Informationsschaltern und Rollstuhlhebeliften.

ÖBB: Österreichs größter Mobilitätsdienstleister
Als umfassender Mobilitätsdienstleister sorgt der ÖBB-Konzern österreichweit für die umweltfreundliche Beförderung von Personen und Gütern. Mit rund 42.000 MitarbeiterInnen und Gesamterträgen von 5,8 Mrd. EUR ist der ÖBB-Konzern ein wirtschaftlicher Impulsgeber des Landes. Im Jahr 2008 wurden von den ÖBB 456 Mio. Fahrgäste und 98,5 Mio. Tonnen Güter transportiert. Strategische Leitgesellschaft des Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.

Rückfragen & Kontakt:

Alfred Ruhaltinger
Konzernkommunikation, ÖBB-Holding AG
Tel.: +43 1 93000 44279
alfred.ruhaltinger@oebb.at

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