Med-Uni Innsbruck vor großen Versorgungsengpässen?

Rektor will ausverhandelten Kollektivvertrag nicht unterzeichnen - Spitalsärzte vor den Kopf gestoßen - Überforderung führt ins Chaos

Wien (OTS) - Die Bundeskurie Angestellte Ärzte befürchtet größere Versorgungsengpässe an der Universitätsklinik Innsbruck. Wie der Bundeschef der Angestellten Ärzte und Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Harald Mayer, heute in einer Aussendung mitteilte, sei der neue Kollektivvertrag für die Klinikärzte der Medizinuni Innsbruck noch immer nicht unterzeichnet. "Damit ist ab Anfang nächsten Jahres mit gröberen Organisationsschwierigkeiten zu rechnen, da ein ordnungsgemäßer Dienst des Klinikpersonals zeitmäßig nicht mehr abgedeckt ist. Insbesondere muss mit speziellen Modellen Raum für Lehr-Forschungstätigkeit geschaffen werden", so Mayer.

Diese bedenkliche Situation sei auf eine "Entscheidungsschwäche" des erst jüngst bestellten Rektors Herbert Lochs zurückzuführen. Dieser habe es trotz wiederholter Zusage bisher unterlassen, den bereits zwischen der damit beauftragten Vizerektorin und den Klinikärzten fertig ausverhandelten Kollektivvertrag zu unterfertigen. Mayer:
"Damit desavouiert der Rektor seine Stellvertreterin. Er stößt aber auch alle Klinikärztinnen und -ärzte vor den Kopf, die darauf vertrauen, dass Vereinbarungen auch halten."

Offensichtlich sei Lochs mit wesentlichen Teilen der Amtsführung überfordert: "Ein Rektor muss wissen, dass Personalangelegenheiten gerade in einem medizinischen Versorgungs-, Forschungs- und Lehrbetrieb von höchster Priorität sind. Es ist grob fahrlässig, sehenden Auges in ein organisatorisches Chaos zu laufen", sagte Mayer.

Im Gegensatz zu Innsbruck sind die Kollektivverträge an den medizinischen Universitäten in Graz und Wien bereits unterschrieben.(ms)

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