- 15.12.2009, 12:40:51
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Klimakonferenz: BIO AUSTRIA fordert Nachhaltigkeits-Kriterien für die Anerkennung von Landwirtschaft als Treibhausgas-Senke
Biologische Landwirtschaft ist Vorreiter im Fixieren von Kohlendioxid im Bodenhumus
Wien/Kopenhagen (OTS) - Im Rahmen der Verhandlungen zum
internationalen Klimaschutzabkommen in Kopenhagen zeichnet sich ab,
dass der Sektor Landwirtschaft zukünftig als Lösungsoption
aufgenommen wird. BIO AUSTRIA fordert die Festlegung von Kriterien
für die Anerkennung von Landwirtschaft als Treibhausgas-Senken, sonst
droht die Förderung nicht-nachhaltiger Praktiken unter dem Deckmantel
Klimaschutz.
"Landwirtschaftliche Böden können den Treibhauseffekt abfedern,
weshalb wir die Aufnahme von Landwirtschaft in die
Mitigationsoptionen begrüßen.", so Rudi Vierbauch, Obmann von BIO
AUSTRIA. "Doch intensive Formen der Landwirtschaft sind nicht
nachhaltig und können den Treibhauseffekt sogar verstärken. Wir
fordern daher die Festlegung von Kriterien, nach denen nur ökologisch
nachhaltige Landwirtschafts-Systeme positiv angerechnet werden
können. Die biologische Landwirtschaft ist Vorreiter in ökologischer,
nachhaltiger und klimafreundlicher Lebensmittelproduktion.", so
Vierbauch.
Im Rahmen der internationalen Klimaschutzabkommen werden bis dato
nur die Treibhausgase berücksichtigt, die im Sektor Landwirtschaft
freigesetzt werden, nicht aber das Lösungspotenzial
landwirtschaftlicher Böden. In der aktuellen Klimakonferenz zeichnet
sich ab, dass der Sektor Landwirtschaft als Mitigationsoption in die
Clean-Development-Mechanismen (CDM) aufgenommen werden wird. "In
diesem Zusammenhang ist immer von 'bewahrender Landwirtschaft' die
Rede.", analysiert Rudi Vierbauch. "Wenn es allerdings schon reicht,
den Boden nicht zu pflügen, um als bewahrend zu gelten, dann wird der
Anbau von Gentech-Pflanzen in Kombination mit Total-Herbiziden als
Lösung für den Klimaschutz gefördert.", warnt Vierbauch.
Die biologische Landwirtschaft ist Vorreiter sowohl im Vermeiden
von Treibhausgasemissionen als auch im Fixieren und damit unwirksam
Machen von Kohlendioxid durch Erhalt und Aufbau von Bodenhumus. Einer
Studie der Universität für Bodenkultur zufolge würden durch
biologische Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Nutzflächen
Österreichs über einen Zeitraum von 25 Jahren etwa 12 Millionen
Tonnen CO2 gespeichert werden.
Als Dachverband, dem auch BIO AUSTRIA angehört, fordert die
Internationale Föderation der Biolandbau-Organisationen IFOAM in
Kopenhagen ein radikales Umdenken in der Landwirtschaft: Ackerbau und
Tierhaltung müssen wieder im Kreislauf aufeinander abgestimmt werden.
Bodenfruchtbarkeit und Düngung sollen vollständig organisch basiert
sein (Mist, Kompost, Gründünger und Klee), energieintensive chemische
Dünger aus Erdöl haben laut IFOAM keinen Platz in der nachhaltigen
Landwirtschaft, und chemische Pestizide verringern die natürliche
Vielfalt und belasteten die Umwelt.
Rückfragehinweis:
BIO AUSTRIA Mag. Thomas Fertl - Leitung Agrarpolitik Theresianumgasse 11/S1, 1040 Wien T +43(0)1/403 70 50-219 M +43(0)676/842 214 219 E [email protected]
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