Klimakonferenz: BIO AUSTRIA fordert Nachhaltigkeits-Kriterien für die Anerkennung von Landwirtschaft als Treibhausgas-Senke

Biologische Landwirtschaft ist Vorreiter im Fixieren von Kohlendioxid im Bodenhumus

Wien/Kopenhagen (OTS) - Im Rahmen der Verhandlungen zum internationalen Klimaschutzabkommen in Kopenhagen zeichnet sich ab, dass der Sektor Landwirtschaft zukünftig als Lösungsoption aufgenommen wird. BIO AUSTRIA fordert die Festlegung von Kriterien für die Anerkennung von Landwirtschaft als Treibhausgas-Senken, sonst droht die Förderung nicht-nachhaltiger Praktiken unter dem Deckmantel Klimaschutz.

"Landwirtschaftliche Böden können den Treibhauseffekt abfedern, weshalb wir die Aufnahme von Landwirtschaft in die Mitigationsoptionen begrüßen.", so Rudi Vierbauch, Obmann von BIO AUSTRIA. "Doch intensive Formen der Landwirtschaft sind nicht nachhaltig und können den Treibhauseffekt sogar verstärken. Wir fordern daher die Festlegung von Kriterien, nach denen nur ökologisch nachhaltige Landwirtschafts-Systeme positiv angerechnet werden können. Die biologische Landwirtschaft ist Vorreiter in ökologischer, nachhaltiger und klimafreundlicher Lebensmittelproduktion.", so Vierbauch.

Im Rahmen der internationalen Klimaschutzabkommen werden bis dato nur die Treibhausgase berücksichtigt, die im Sektor Landwirtschaft freigesetzt werden, nicht aber das Lösungspotenzial landwirtschaftlicher Böden. In der aktuellen Klimakonferenz zeichnet sich ab, dass der Sektor Landwirtschaft als Mitigationsoption in die Clean-Development-Mechanismen (CDM) aufgenommen werden wird. "In diesem Zusammenhang ist immer von 'bewahrender Landwirtschaft' die Rede.", analysiert Rudi Vierbauch. "Wenn es allerdings schon reicht, den Boden nicht zu pflügen, um als bewahrend zu gelten, dann wird der Anbau von Gentech-Pflanzen in Kombination mit Total-Herbiziden als Lösung für den Klimaschutz gefördert.", warnt Vierbauch.

Die biologische Landwirtschaft ist Vorreiter sowohl im Vermeiden von Treibhausgasemissionen als auch im Fixieren und damit unwirksam Machen von Kohlendioxid durch Erhalt und Aufbau von Bodenhumus. Einer Studie der Universität für Bodenkultur zufolge würden durch biologische Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Nutzflächen Österreichs über einen Zeitraum von 25 Jahren etwa 12 Millionen Tonnen CO2 gespeichert werden.

Als Dachverband, dem auch BIO AUSTRIA angehört, fordert die Internationale Föderation der Biolandbau-Organisationen IFOAM in Kopenhagen ein radikales Umdenken in der Landwirtschaft: Ackerbau und Tierhaltung müssen wieder im Kreislauf aufeinander abgestimmt werden. Bodenfruchtbarkeit und Düngung sollen vollständig organisch basiert sein (Mist, Kompost, Gründünger und Klee), energieintensive chemische Dünger aus Erdöl haben laut IFOAM keinen Platz in der nachhaltigen Landwirtschaft, und chemische Pestizide verringern die natürliche Vielfalt und belasteten die Umwelt.

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