- 11.12.2009, 12:11:32
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Bahn unter Strom: Elektrifizierte Strecke Wulkaprodersdorf - Neusiedl am See eröffnet
Kürzere Fahrzeit und komfortableres, umweltfreundliches Reisen
Eisenstadt (OTS) - Ab 13. Dezember wird die 34 Kilometer lange
Strecke mit modernen elektrischen Nahverkehrszügen befahren werden -
ein starker Akzent in Richtung mehr Umweltschutz.
Weniger als eineinhalb Jahre nach Beginn der Bauarbeiten konnte am
heutigen Freitag die elektrifizierte Strecke Wulkaprodersdorf -
Neusiedl am See eröffnet werden.
Elektrifizierung und umfassende Streckenerneuerung
Das Projekt "Elektrifizierung Wulkaprodersdorf - Neusiedl am See" sah
nicht nur die Errichtung einer Oberleitung für die Stromversorgung
der Züge vor. Im Rahmen dieses Bauvorhabens erfolgten auch
Korrekturen der Trassenführung sowie umfassende Erneuerungen der
Gleisanlagen und die Sanierung von Brücken und Durchlässen. Durch die
Anhebung der Streckenhöchstgeschwindigkeit von 80 km/h auf 120 km/h
wird die Fahrzeit Eisenstadt - Neusiedl am See wesentlich verkürzt.
Ab 13. Dezember gibt es eine Direktverbindung nach Wien über die
Ostbahn.
"Infrastruktur-Investitionen wie die Elektrifizierung lohnen sich
grundsätzlich mehrfach: Sie schaffen und sichern Jobs in den
Regionen, sie bringen hohen Nutzen für die Umwelt und sorgen für mehr
Sicherheit, nicht zuletzt durch die technische Sicherung der
Eisenbahnkreuzungen entlang dieser Strecke", so Doris Bures,
Bundesministerin für Verkehr, Innovation und Technologie. "Dieses
Projekt ist ein gutes Beispiel erfolgreicher Zusammenarbeit zwischen
Bund und Land im Interesse der Bevölkerung!"
"Mit dem Abschluss der Arbeiten ist ein wichtiger Schritt zur
attraktiveren Gestaltung des öffentlichen Verkehrs im Burgenland
gesetzt worden", so der burgenländische Landeshauptmann Hans Niessl.
"Grundlage für Verbesserungen und den weiteren Ausbau des
öffentlichen Verkehrs ist das Budget, das wir seitens des Landes seit
dem Jahr 2000 für diesen Bereich mehr als verdreifacht haben." Der
Landeshauptmann zeigt sich davon überzeugt, dass die Elektrifizierung
eine "spürbare Verbesserung für die Pendlerinnen und Pendler bringt".
"Die Elektrifizierung und Streckenerneuerung der Bahnstrecke
Wulkaprodersdorf - Neusiedl am See bringt nicht nur eine
Fahrzeitverkürzung für unsere Fahrgäste, insbesondere für die Pendler
nach Wien, sondern die ÖBB leisten damit auch einen aktiven Beitrag
zum Umweltschutz", so Peter Klugar, Vorstandssprecher der ÖBB-Holding
AG.
"Mit der Elektrifizierung der Strecke haben wir einen weiteren
Schritt für eine moderne und leistungsfähige Bahninfrastruktur in
Österreich gesetzt. Wir gewinnen damit an Effizienz und die Bahn wird
attraktiver für die Kunden", freut sich Andreas Matthä, Sprecher des
Vorstandes der ÖBB-Infrastruktur AG. "Durch die technische Sicherung
von 39 Eisenbahnkreuzungen haben wir auch einen wesentlichen Beitrag
für mehr Sicherheit von Kunden, Mitarbeitern und Anrainern gesetzt."
Kunden profitierten durch schnellen Masteinbau mit modernster Technik
Im Rahmen der Elektrifizierung wurden u.a. 820 Fahrleitungsmaste
gesetzt. Die Fundierung erfolgte mit modernster in Österreich
patentierter Rammtechnik. Dabei wird ein rechteckiger Stahlbauteil
zur Aufnahme des Mastes in den Boden gerammt. Der Mast kann damit
innerhalb einer Stunde fundiert, aufgestellt und belastet werden. Der
Vorteil dieser Methode: Sie ist extrem umweltfreundlich - keine
Entsorgung von Abraummaterial - und die Montagezeiten können auf die
Hälfte der herkömmlichen Zeit reduziert werden. Das bedeutet, dass
auch die Einschränkungen des Zugverkehrs halbiert werden konnten.
Eisenbahnkreuzungen noch sicherer
Im Zusammenhang mit der Modernisierung des Sicherungssystems zwischen
Eisenstadt und Neusiedl am See wurden, neben der Errichtung von drei
Stellwerken, auch 39 Eisenbahnkreuzungen technisch gesichert - 34
davon mit Lichtzeichenanlagen, fünf mit Vollschrankenanlagen. Fünf
Anlagen konnten aufgelassen werden. Ein weiterer Schritt zu noch mehr
Sicherheit bei Eisenbahnkreuzungen.
Investition in die Zukunft
Im Rahmen des Projektes "Elektrifizierung Wulkaprodersdorf - Neusiedl
am See" wurden insgesamt rund 50 Mio. Euro investiert. Diese
Investitionen umfassen Elektrifizierung, Streckenverbesserung,
Einrichtung eines Fernsteuerbetriebes und die technische Sicherung
aller Eisenbahnkreuzungen. Von den Planungskosten für die
Elektrifizierung und Streckenverbesserung trägt 40% das Land
Burgenland und 60 % die ÖBB-Infrastruktur AG. Von den Baukosten trägt
das Burgenland 20 % und 80 % hat die ÖBB-Infrastruktur AG übernommen.
Die Kosten für die Errichtung des Fernsteuerbetriebes und für die
technische Sicherung von 39 Eisenbahnkreuzungen werden ausschließlich
von der ÖBB-Infrastruktur AG getragen.
ÖBB: Österreichs größter Mobilitätsdienstleister
Als umfassender Mobilitätsdienstleister sorgt der ÖBB-Konzern
österreichweit für die umweltfreundliche Beförderung von Personen und
Gütern. Mit rund 42.000 MitarbeiterInnen und Gesamterträgen von 5,8
Mrd. EUR ist der ÖBB-Konzern ein wirtschaftlicher Impulsgeber des
Landes. Im Jahr 2008 wurden von den ÖBB 456 Mio. Fahrgäste und 98,5
Mio. Tonnen Güter transportiert. Strategische Leitgesellschaft des
Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.
Rückfragehinweis:
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