- 09.12.2009, 13:24:56
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Irren ist menschlich: Strategien zur Erhöhung der Patientensicherheit und Fehlervermeidung in der Medizin 1
Offener Umgang mit Fehlern wichtig - ehrliche und transparente Kommunikation mit Patienten - Checklisten im OP für mehr Sicherheit

Wien (OTS) - Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) und die
Österreichische Plattform Patientensicherheit haben es sich zum Ziel
gesetzt, eine neue Sicherheitskultur in der österreichischen Medizin
zu fördern. "Mit Hilfe einer offenen Kommunikation nach
Zwischenfällen soll mehr Transparenz geschaffen und die Sicherheit
der Patienten gestärkt werden", erklärte ÖÄK-Vizepräsident Artur
Wechselberger Mittwoch im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz
mit der Österreichischen Plattform Patientensicherheit.
Mit dem Fehlerberichts- und Lernsystem CIRSmedical.at (Critical
Incidents Reporting System) setzte die Ärztekammer einen ersten
wichtigen Schritt auf Expertenebene. Die Österreichische Plattform
Patientensicherheit hat darüber hinaus eine Initiative gestartet mit
dem Ziel, die Kommunikation nach einem Zwischenfall zwischen Arzt und
Patient zu verbessern. Dazu wurde nun eine von Harvard adaptierte
Broschüre zur Krisenkommunikation herausgegeben.
Weiteres Augenmerk liegt auf dem Thema Sicherheit im Operationssaal.
Die dazugehörige Arbeitsgruppe der Plattform Patientensicherheit hat
eine auf Empfehlungen der WHO basierende Checkliste erarbeitet, die
im Umfeld von chirurgischen Eingriffen zur Fehlervermeidung und damit
zur Stärkung der Patientensicherheit beitragen soll. Die
Österreichische Ärztekammer unterstützt diese Bestrebungen.
Offene Kommunikation zwischen Arzt und Patient
Die Broschüre "Wenn etwas schief geht. Kommunizieren und Handeln nach
einem Zwischenfall" richtet sich an alle im Gesundheitswesen Tätigen.
Das "Konsens-Dokument" der Harvard-Kliniken "When things go wrong"
wurde von der Stiftung Patientensicherheit Schweiz und in Lizenz zur
Adaptierung und Drucklegung für Österreich von der Plattform
Patientensicherheit erworben. Der Inhalt dreht sich um die Frage: Wie
sollen Patientinnen und Patienten von Zwischenfällen oder Fehlern
unter möglichst großer Leid- und Schadensbegrenzung informiert
werden?
Dazu Vizepräsident Wechselberger: "Der Schlüssel dazu heißt offene
Kommunikation. Wir Ärzte sollten einen ehrlichen und empathischen
Umgang mit den Tatsachen anstreben und den Patienten je nach
Situation individuell begreifbar machen. Nur so können wir
langfristig das Vertrauensverhältnis stärken. Die Broschüre gibt
wichtige Richtlinien, wie dies in der Praxis umsetzbar ist. Deshalb
hat sich die Ärztekammer auch gerne bereit erklärt, die Druckkosten
dafür zu übernehmen."
Der Großteil der medizinischen Fehler sind keine Behandlungsfehler,
sondern haben organisatorische Ursachen. Fehler und Beinahe-Fehler -
also Vorkommnisse, die unerwünschte Folgen haben könnten, aber im
konkreten Fall nicht hatten - sollen laut Wechselberger konstruktiv
diskutiert werden: "Wir wünschen uns einen offenen Umgang mit
Fehlern, ohne dass gleich Sanktionen befürchtet werden müssen. Nur so
können wir aus Fehlern lernen und in weiterer Folge diese
verhindern." Zu einer solchen Sicherheitskultur gehöre aber auch,
dass der Gesetzgeber Maßnahmen setzt, damit der Angst vor
beruflichen, dienst- und haftungsrechtlichen Sanktionen wirksam
begegnet werden kann. (Forts.) jg
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Rückfragehinweis:
Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer
Mag. Martin Stickler
Tel.: (++43-1) 513 18 33-14
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