- 08.12.2009, 11:18:48
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Österreich erhält internationalen Negativpreis für Blockade der Klima-Verhandlungen in Kopenhagen
GLOBAL 2000, Greenpeace und WWF : Minister Berlakovich muss Blockadepolitik sofort beenden
Kopenhagen/Wien (OTS) - Gleich am ersten Verhandlungstag bei der
Weltklimakonferenz in Kopenhagen blockiert ausgerechnet das
Klimaschlusslicht Europas, Österreich, die Mehrheit der EU-Länder für
eine gemeinsame Position zur Anrechnung von Wald als
Klimaschutzmaßnahme. Deshalb hat die österreichische Delegation heute
gemeinsam mit jener von Finnland und Schweden, den "Fossil of the
Day"-Award für die stärkste Blockadepolitik verliehen bekommen.
Dieser wird während des Klimagipfels täglich vom Climate Action
Network (CAN) verliehen, in dem mehr als 500 internationale NGOs wie
Greenpeace, WWF, oder Friends of the Earth (GLOBAL 2000) vertreten
sind. "Österreich steht als Kioto-Versager ohnehin schon peinlich
genug da, dieser Preis ist der nächste traurige Tiefpunkt in der
heimischen Klimapolitik. Damit steht Österreich am internationalen
Klimapranger. Mit Demonstrationen vor österreichischen Botschaften
ist zu rechnen", so Greenpeace-Sprecher Bernhard Obermayr.
Greenpeace, WWF und GLOBAL 2000 rufen Minister Berlakovich dazu
auf, persönlich dafür zu sorgen, dass Österreich hier sofort seine
Haltung ändert und sich für eine ökologisch integre Position
einsetzt, wie das viele EU-Länder wie die Niederlande, Belgien, oder
Frankreich aktiv tun. Denn das Thema Waldschutz und Bodennutzung
(LULUCF) ist in der alleinigen Verantwortung des Umweltministeriums
und somit in jener von Minister Nikolaus Berlakovich. Zudem wird die
österreichische Delegation in Kopenhagen vom Lebensministerium
angeführt.
Konkreter Stein des Anstoßes ist die Anrechung der Emissionen aus
Wald- und Bodennutzung. Österreich lehnt bessere Kontrollen von
Schlupflöchern ab, wohl in erster Linie um zu bewirken, dass die
Inlands-Treibhausgasbilanz aufgebessert werden kann. "Diese
Schlupflöcher würden nicht nur die europäischen CO2-Einsparungsziele
nach unten verwässern, sondern könnten auch negative Auswirkungen auf
unsere Bemühungen in Kopenhagen zum Schutz der Tropenwälder haben",
befürchtet WWF-Experte Markus Niedermair.
"Um die eigene magere Treibhausgasbilanz zu verbessern, ist
Österreich offensichtlich bereit, weltweit
Verschlechterung in Kauf zu nehmen", kritisiert GLOBAL
2000-Klimaexperte Manuel Graf, "Österreich lehnt bessere Kontrollen
von Schlupflöchern ab, um die massive Nutzung von Biomasse zu
verstecken. Österreich betreibt somit Bilanzfälschung und ist zudem
ein Bremsklotz für den internationalen Klimaschutz", schließt Graf.
Rückfragehinweis:
Greenpeace: Bernhard Obermayr (vor Ort in Kopenhagen), Tel: +43 664 4904986 Melanie Beran, Tel: +43 664 6126718 GLOBAL2000 : Manuel Graf (vor Ort in Kopenhagen), Tel: +43 699 14200041 WWF: Franko Petri, Tel: +43 676 83488231 Weiterführende Informationen zum "Fossil of the day"- Award: http://www.fossiloftheday.org
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