RCA hält Transporte auf der Schiene

Rail Cargo Austria hat eine klimafreundliche und wirtschaftliche Lösung zur Sanierung der Einzelwagenladungsverkehre in der Steiermark

Wien (OTS) - Die Ausgangssituation war nicht einfach: Die im Qualitätsnetz geführten Einzelwagenladungsverkehre (siehe Hintergrund) von und zu den steirischen Logistikcentern Graz-Werndorf und St. Michael sind für Rail Cargo Austria spätestens mit der Wirtschaftskrise ein massives Verlustgeschäft. Zuletzt waren die Steiermark-Verkehre im Stückgutbereich nur zu 30 bis 50 % ausgelastet. Entgegengesetzten Medienberichten zufolge, RCA verlagere diese Verkehre komplett von der Schiene auf die Straße, erarbeitete RCA alternative Verkehrslösungen.

Lösung
In einem ersten Schritt wurden die Verkehre im Qualitätsnetz und im Basisnetz (siehe Hintergrund) analysiert und zur jeweiligen optimalen Auslastung adaptiert. Zusätzlich wurden die Anbindungen der Logistikcenter Graz-Werndorf und St. Michael neu konzipiert. Ladezeiten wurden zeitlich neu geregelt, Mengen gebündelt und zwei zusätzlich geführte Züge in den Betrieb aufgenommen.

Auswirkungen
Dieses Bündel an Maßnahmen führt dazu, dass die Frachtverkehre der RCA-Logistikstandorte in der Steiermark zum überwiegenden Teil weiterhin auf der klimafreundlichen Schiene abgewickelt werden. Zwei LKW-Fahrten pro Tag müssen kurzfristig auf die Straße verlagert werden. RCA ist aber zuversichtlich, dass auch diese beiden LKWs 2010 wieder auf die Schiene gebracht werden. Das Ziel, die Schienentransporte im Einzelwagenladungsverkehr wirtschaftlich vertretbar zu führen, hat RCA erreicht: einige Millionen Euro werden durch diese Maßnahmen künftig bei RCA im Ergebnis wirksam. "Transport und Logistik lassen sich nicht in ein starres System zwängen. Warenströme verändern sich, das Netzwerk muss atmen können. Mit der Lösung für die Stückguttransporte in der Steiermark haben wir bewiesen, dass RCA problemlösungsorientiert an Dinge herangeht - zum Wohle unserer Kunden, der Wirtschaftlichkeit und des Klimaschutzes", erklärt Friedrich Macher, Sprecher des Vorstandes von Rail Cargo Austria.

Forderung an europäische Verkehrspolitik
Klar ist, dass die verkehrspolitischen Rahmenbedingungen für einen wirtschaftlich vertretbaren Schienengütertransport gegeben sein müssen. Diese Grundsatz-Entscheidungen können nur auf höchster Ebene getroffen werden. "Brüssel muss den europäischen Schienengütertransport besser fördern. Fromme Wünsche, Forderungen und Lippenbekenntnisse helfen nicht, wenn weiterhin massiv in die Straße investiert wird und die Schiene das Nachsehen hat", fordert Macher eine nachhaltige und zukunftsorientierte europäische Schienenverkehrspolitik von der Europäischen Union.

Von der Straße auf die Schiene
Einen schönen Erfolg erzielt RCA durch die Umsetzung all dieser Maßnahmen. Porsche Konstruktionen GesmbH & Co. KG - Wals nützt künftig wieder die zusätzlich geschaffenen Ressourcen im Qualitätsnetz. Zwischen Salzburg und Graz-Werndorf verlagert Porsche seine Transporte nun wieder von der Straße auf die Schiene. Das sind pro Jahr 500 LKW-Transporte weniger auf Österreichs Straßen. "In gemeinsamen Gesprächen haben sich RCA und Porsche bemüht, eine ökonomisch tragbare und ökologisch sinnvolle Lösung zu erarbeiten. Mit dem jetzt beschlossenen Vorschlag ist es RCA gelungen, eine unseren Wünschen entsprechende Lösung umzusetzen", erklärt Walter Huber, Geschäftsführer Porsche Konstruktionen GesmbH & Co. KG.

Hintergrund
Im Einzelwagenladungsverkehr (EWV) werden Wagen verschiedener Kunden vom Versand bis zum Bestimmungsbahnhof befördert. Dies ist meist mit mehrmaligen Umstellungen der Wagen von Eingangszügen auf Ausgangszüge (Wagenübergang) in Verschiebebahnhöfen verbunden.

EWV-Basisnetz: das Grundangebot im Einzelwagenladungsverkehr verbindet alle Abfertigungsstellen und Grenzen miteinander und stellt eine Beförderungsdauer innerhalb Österreich von grundsätzlich 36 Stunden sicher.

EWV-Qualitätsnetz: verbindet die Wirtschaftszentren Österreichs im "Nachtsprung". Die Abfahrt vom Versandbahnhof erfolgt grundsätzlich frühestens um 17.00 Uhr, die Ankunft im Bestimmungsbahnhof prinzipiell spätestens um 9.00 Uhr.

ÖBB: Österreichs größter Mobilitätsdienstleister
Als umfassender Mobilitätsanbieter sorgt der ÖBB Konzern österreichweit für den umweltfreundlichen Transport von Menschen und Gütern. Mit rund 43.000 MitarbeiterInnen und Gesamterträgen von 5,7 Mrd. EUR ist der ÖBB-Konzern ein wirtschaftlicher Impulsgeber des Landes. Im Jahr 2007 wurden von den ÖBB 448 Mio. Fahrgäste und 97 Mio. Tonnen Güter transportiert. Strategische Leitgesellschaft des ÖBB-Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.

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