- 01.12.2009, 10:19:26
- /
- OTS0073 OTW0073
WKÖ: Vergabegesetz-Novelle 2009 ist Schritt in die richtige Richtung
85 % haben Vertrauen verloren - Gatterer will Pensionsrecht für alle
Wien (OTS/PWK948) - "Es wird Politik für Pensionisten gemacht,
die junge Generation bleibt über. Die Einigung über eine
Pensionserhöhung, die zum ersten Mal über den Lohn- und
Gehaltserhöhungen der Aktiven liegt, zeigt das nur zu deutlich. Kein
Wunder, wenn der Frust bei den Jungen steigt", stellt der
Bundesvorsitzende der Jungen Wirtschaft (JW), Harry Gatterer, fest
und verweist auf eine aktuelle Umfrage, die zeigt, dass die
überwiegende Mehrheit der österreichischen Jungunternehmer nicht
daran glaubt, selbst eine den Lebensstandard sichernde staatliche
Pension zu erhalten. Exakt eine Woche nach dem Ministerrat, der in 20
Minuten fast 550 Millionen Euro an die Pensionisten vergeben hat, ein
deutliches Warnzeichen für die heutige Regierungssitzung.
Die Umfrage wurde in der zweiten Novemberhälfte 2009 in einer
Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut market durchgeführt.
Das Sample ist mit rund 600 Befragten repräsentativ für rund 37.000
österreichische Jungunternehmer. An seiner Kritik an der jüngsten
Pensionseinigung hält Gatterer angesichts der Umfrageergebnisse fest.
Auch die Beamten müssten bei den Gehaltsverhandlungen den Gürtel
deutlich enger schnallen, der Abschluss der Pensionisten werde wohl
der beste im Krisenjahr bleiben: "Die Pensionisten bestellen, und die
Jungen zahlen die Rechnung. Das ist nicht fair", so der
JW-Vorsitzende.
Wenn die Balance zwischen Aktiven und Pensionisten immer weiter
kippt, sei es nicht überraschend, dass das Vertrauen der Jungen in
das staatliche Pensionssystem sinkt. Rund 85 Prozent der jungen
Unternehmer, das geht aus der Umfrage hervor, glauben "sicher nicht"
oder "eher nicht" daran, dass sie eine den Lebensstandard sichernde
staatliche Pension bekommen. Die Folge: Fast 94% der jungen
Unternehmen halten eine private Pensionsvorsorge für "in jedem Fall"
oder zumindest "eher schon" wichtig. Rund drei Viertel der Befragten
haben auch bereits aktiv privat vorgesorgt.
Lösungen: Später in Pension, weg mit Beamtenpension
Die Junge Wirtschaft wollte von ihren Mitgliedern auch wissen,
welche Maßnahme sie für geeignet halten würden, eine langfristige
Lösung für das Pensionssystem zu erreichen. Klarer Sieger ist die
Annäherung des tatsächlichen Pensionsantrittsalters an das gesetzlich
vorgesehene - 91% finden diese Maßnahme sehr geeignet oder eher
geeignet. Auf Platz 2 folgt die Abschaffung der Beamtenpension -
immerhin fast 85% sind davon überzeugt, dass dieser Weg sehr geeignet
bzw. eher geeignet ist, um eine langfristige Lösung herbeizuführen.
"Für die kommenden Beamtenrunden ist das ein Punkt für die
Zukunft, den die Regierungsverhandler einbringen müssen. Wir können
uns verschiedene Pensionsrechte nicht mehr leisten, und außerdem
geht es um Gerechtigkeit in der Gesellschaft. Ein Pensionsrecht für
alle - das wäre ein mutiger Schritt, der das Vertrauen der Jungen in
das System wieder stärkt", ist Gatterer überzeugt. Den dritten Platz
belegt die Maßnahme "ein einheitliches Pensionsrecht für alle", mit
83,6%. Dahinter kommt die Frühpension erst mit 60 Jahren (75,2%), die
Abschaffung der Hacklerregelung (59,3%) und arbeiten bis 67 Jahre
(45,8%).
Forderung: 90 % für Junge an den Verhandlungstisch
Eines ist auch klar - wer in Zukunft zahlen soll, will heute
mitreden können: mehr als 90% der jungen Unternehmer in Österreich
sind der Ansicht, dass die junge Generation auf jeden Fall mit an den
Verhandlungstisch gehört. Im Sinn der Gerechtigkeit zwischen den
Generationen soll die Regierung die nächsten Pensionserhöhungen nicht
mehr nur mit den Pensionisten, sondern auch mit gleichberechtigten
Vertretern der jungen Generation führen. Gatterer: "Wenn man sich die
Vorgangsweise der Politik anschaut - wie bei der aktuellen
Pensionserhöhung - dann ist diese Forderung dringender denn je. Denn
wenn die Jungen ihre Interessen nicht selbst am Verhandlungstisch
durchsetzen, dann fallen diese unter den Verhandlungstisch". (us)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich
Junge Wirtschaft
Mag. Roman Riedl
Tel: +43/05 90 900-3508
Mail: [email protected]
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PWK






