- 19.11.2009, 08:30:16
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Skihelme für Erwachsene im Test: Gefährliche Riemen
Zwei Modelle beim Bruchtest "nicht zufriedenstellend". Passform überzeugt meist.
Wien (OTS/VKI) - Zwar ist für Erwachsene derzeit keine
Skihelmpflicht in Aussicht - dennoch greifen immer mehr zum Helm.
Welche Helme ihren Preis auch tatsächlich wert sind, zeigt das
Testmagazin "Konsument" in der Dezember-Ausgabe. Getestet wurden 15
Skihelme für Erwachsene im Preisbereich bis 150 Euro unter anderem
auf Bruchfestigkeit, Verarbeitung, Passform und Schadstoffe. Zu
bemängeln ist, dass zwei Skihelme bei der technischen Prüfung zu
Bruch gingen und bei fast allen Helmen die Riemen zu reißfest sind,
was bei Unfällen die Gefahr von Kehlkopfverletzungen birgt. Positive
Ergebnisse gibt es dagegen nahezu durchgehend beim Praxiseinsatz und
bei der Schadstoffbelastung. Fazit: Sechs von 15 Helmen schneiden
"gut" ab, der Rest ist "durchschnittlich". Der Testsieger von Bollé
zählt mit 99 Euro zu den günstigsten Produkten im Test.
Zwar gibt es für die Reißfestigkeit der Riemen bei Skihelmen keine
Norm, sehr wohl aber bei Arbeitsschutzhelmen. Zum Schutz vor
Kehlkopfverletzungen muss hier der Riemen den Helm freigeben, sobald
eine Kraft von mehr als 100 Kilo auf den Riemen einwirkt. Bei den
Skihelmen waren es bis zu 185 Kilo. "Wir haben schon in der
Vergangenheit auf diese Gefahr hingewiesen, gelernt haben die
Hersteller offenbar daraus noch nicht", kritisiert Franz Wallner,
Projektleiter beim Verein für Konsumenteninformation. Beim
Belastungstest ist das Ergebnis insgesamt positiver. Die getesteten
Helme von Casco und R.E.D. gingen - bei erhöhten Anforderungen -
allerdings zu Bruch.
Ob Schnapp- oder Rasterverschluss - bei den getesteten Modellen
funktionierte die Bedienung mit Handschuhen reibungslos. Weniger
problemlos war dagegen die Handhabung der Kopfbänder mit
Schnellverschluss, die bei fast allen Helmen im Test zu finden ist.
Ähnlich wie bei Radhelmen lässt sich der Skihelm damit noch
feinjustieren - was mit Handschuhen oder nur einer Hand aber oft nur
schwer möglich ist. Auch die Belüftungsöffnungen sollten gut
verschließbar sein. Hier sind die Modelle mit Schieberegler gegenüber
dem Noppenvlies zum Einlegen zwar im Vorteil, aber nur, wenn sich die
Schieberegler auch tatsächlich schließen lassen und so Schutz vor
Nässe bieten. Nicht oder nur teilweise gelang das bei den getesteten
Helmen von Casco, SH+, Cratoni und Uvex.
"Das Um und Auf beim Skihelm ist der gute Sitz. Was anfänglich nur
leicht drückt, kann sich schnell zu einer schmerzenden Stelle
entwickeln. Am besten versucht man, den Helm über eine längere Zeit
Probe zu tragen und mit dem Verkäufer eine Umtauschmöglichkeit zu
vereinbaren", rät Wallner für den Skihelmkauf. "Auf jeden Fall sollte
auch die Skibrille zum Kauf mitgenommen werden. Auch hier kann es
schnell zu schmerzhaften Druckstellen kommen, da nicht jede Brille
automatisch optimal zu jedem Helm passt."
Alle Informationen zum Test gibt es im Dezember-"Konsument" und
auf www.konsument.at.
Rückfragehinweis:
Verein für Konsumenteninformation/Testmagazin "Konsument"
Mag. Andrea Morawetz, Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 01/588 77 - 256
mailto:[email protected]
www.konsument.at
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