- 18.11.2009, 10:23:25
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Bambus, Blech und Kalebassen - Leopold Museum zeigt Kinderspielzeug aus der Dritten Welt - BILD

Wien (OTS) - Eine Ausstellung der besonderen Art zeigt das Leopold
Museum zur Weihnachtszeit. Die Schau "Bambus, Blech und Kalebassen.
Das andere Spielzeug" präsentiert mehr als 200 Exponate aus der
Sammlung des Ethnologen Dr. Fritz Trupp. Kleine Meisterwerke von
KünstlerInnen aus der "Dritten Welt", aus Ländern Afrikas, Asiens und
Lateinamerikas geben Einblick in eine Welt der Entbehrung aber auch
der Kreativität. Fritz Trupp hat beharrlich über Jahre faszinierende
Objekte zusammen getragen. Hergestellt aus Alltagsmaterialen wie
Blech, Plastik, Draht oder Holz.
Trupp widmet die Schau all "den Kindern, die diese Kunstwerke
geschaffen und damit die Ausstellung möglich gemacht haben".
UNICEF; Entwicklungshilfeklub - Unterstützer der Ausstellung
Im Vordergrund der Ausstellung, für die UNICEF Österreich
dankenswerterweise die Schirmherrschaft übernommen hat, steht nicht
Not und Elend der "Dritten Welt" sondern vielmehr Fantasie,
Geschicklichkeit und die positive schöpferische Kraft der Kinder,
deren bestes Zeugnis die großartigen Kunstwerke der kleinen
Erdenbewohner sind. Die Pressekonferenz zur Ausstellung findet am Do,
19.11.2009, um 11 Uhr im Leopold Museum statt. Der bekannte
Schauspieler Otto Tausig, der sich seit Jahren im
"Entwicklungshilfeklub" für Entwicklungsprojekte aus aller Welt
engagiert, trägt anlässlich der Ausstellungseröffnung am 19.11. um 19
Uhr Gedichte vor. "Nicht jammern, sondern einfach etwas tun" heißt
sein Motto, mit dem er für die Unterstützung seiner Projekte zu
Wiederaufbau, Existenzsicherung und Gesundheit wirbt.
Vielfalt der Sammlung Leopold - weit gefasster Kunstbegriff
Die Sammlung des Leopold Museum umfasst neben Gemälden, Skulpturen
und Kunsthandwerk österreichischer Kunstproduktion auch
außereuropäische Kunst- bzw. Ritualgegenstände, vieles davon aus
Afrika. Aber auch interessante historische Kuchenformen sind
Bestandteil der Sammlung. Dieser weit gefasste Kunstbegriff der
Sammlung Leopold macht das Leopold Museum zum idealen Ort für die
aktuelle Präsentation.
Das Recht des "Kindseins"
Die Idee des Kindseins verweist auf ein vermeintliches Recht, das
nicht jedem Kind in gleichem Maße vergönnt ist, werden Kinder doch
immer wieder früh mit den Schattenseiten des Lebens konfrontiert. Die
UN-Kinderrechtskonvention schreibt die Rechte der Kinder fest, aber
allzu oft besteht der Schutz lediglich auf dem Papier.
Kleine Erwachsene
Obwohl wir mit dem Begriff "Kindheit" eine unbeschwerte Zeit,
weitgehend frei von gesellschaftlichen Verpflichtungen verbinden,
sind in anderen Kulturen Kinder nichts anderes als kleine Erwachsene,
die sobald es irgendwie geht ihren Beitrag zur Erhaltung der Familie
leisten müssen.
Kommerzielle Produktion - Kinderarbeit
Oft entwickeln Erwachsene mit Hilfe der Kreativität der Kinder
kommerzielle Produktionen, so in Madagaskar und Thailand. Kinder
stellen unter Anleitung der Erwachsenen massenhaft "Spielzeug" her.
So wird das Spielzeug zum Produkt eines Arbeitsvorganges, jenseits
des Eigenbedarfs.
Recycling-Kunst
Die ausgestellten Kunstwerke kann man gewissermaßen als
"Recycling-Kunst" bezeichnen. Oftmals werden neben Holz, Bambus und
Gemüse - z.B. Kürbisse - auch Getränkedosen, Metalldrähte,
Kronkorken, Kanister etc. als Bastelmaterial benutzt.
Alle in der Ausstellung gezeigten Spielzeuge wurden von Kindern
aus Alltagsmaterialien für den eigenen Bedarf hergestellt. In
zahlreichen Kulturen ist es nicht üblich, speziell angefertigtes
Spielzeug zu kaufen. In vielen Sprachen gibt es auch das Wort
Spielzeug nicht als eigenständigen Begriff. Der Gegenstand wird
einfach als Abbild des Originals gesehen. Die Kinder eifern den
Erwachsenen nach. Auf allen Kontinenten basteln sich gerade Kinder
aus den armen Regionen unserer Welt ihr Spielzeug selbst.
Globalisierung
Die Globalisierung macht auch vor den entlegensten Gebieten nicht
halt, so etwa durch den Bau neuer Straßen, wie etwas des Karakorum
Highway zwischen China und Pakistan. Oft sind die Marken der "Global
Player" wichtiger Bestandteil der Spielzeuge. Schriftzüge und Logos
von Getränkeherstellern geben den Fahrzeugen etwa eine besondere
Note. So entsteht zum Beispiel aus einer 7up Dose der Tank eines
Öltransporters.
Träume und Ängste
Die Kreativität der Kinder scheint grenzenlos und ihr technisches
Verständnis und handwerkliches Geschick bewundernswert. Jedes
Fahrzeug aus Draht, Blech oder Plastik, jede Puppe, der selbst
gebastelte Piloten-Kopfhörer oder das Maschinengewehr aus Holz
erzählen eine Geschichte aus der Welt seines kleinen Erbauers. Das
Spielzeug berichtet von seinen Träumen, seinen Wünschen, aber auch
seinen Ängsten. So originell und spaßig die Spielgeräte aussehen, so
ernst sind mitunter die Hintergründe, vor denen die Objekte
entstanden; die Spielsachen lassen nicht selten traumatische
Erlebnisse erahnen: Bürgerkrieg, Umweltzerstörung oder auch das oft
als Gewaltakt empfundene Eindringen des Massentourismus und die damit
verbundene abrupte Anbindung an eine fremde Außenwelt.
Sammeln und Dokumentieren
Der Ethnologe Dr. Fritz Trupp hat die Spielobjekte während vieler
Jahre auf seinen Reisen in Länder der "Dritten Welt" gesammelt. Er
hat sie ausführlich dokumentiert und im persönlichen Kontakt mit den
Kindern erworben. Fritz Trupp reiste oft mit der gesamten Familie.
Seine Kinder, die ihn auch tatkräftig bei der Vorbereitung der
Ausstellung unterstützten, erlebten die Spielkulturen der Kinder
fremder Länder schon ab dem Kleinkindalter hautnah mit.
"Wir kennen bei vielen Objekten die Namen und die Gesichter ihrer
kleinen ErbauerInnen und sind über die Lebensumstände unterrichtet",
sagt Fritz Trupp. Die Lebensnähe der Ausstellung wird unterstützt
durch eine Vielfalt an großformatigen Fotos, die den Lebensalltag der
Kinder zeigen. Die Fotos wurden größtenteils von Fritz Trupp
aufgenommen und zeigen die ErbauerInnen beim Spiel mit den Objekten
der Ausstellung.
"Recycling kreativ! - Kinderprogramme und Führungen
Das LEO Kinderatelier greift u.a. mit dem Programm "Recycling
kreativ!" die Inhalte der Ausstellung in auf. Spezialführungen für
Kinder und Erwachsene bieten spannende Einblicke und Geschichten rund
um die Kunst aus Kinderhänden der "Dritten Welt" Welt. Die Kinder
können durch die Schau unzählige Spiele aus fernen Ländern entdecken
und selbst kreativ sein.
Der Katalog zur Ausstellung
Zur Ausstellung ist ein reich bebildertes 112 Seiten starkes
Katalogbuch erschienen, erhältlich zum Preis von nur Euro 14,90 im
Leopold Museum
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at
Rückfragehinweis:
Mag. Klaus Pokorny Presse / Public Relations Leopold Museum-Privatstiftung MuseumsQuartier Museumsplatz 1, 1070 Wien Tel. 0043 1 525 70 - 1507 Fax 0043 1 525 70 - 1500 mailto:[email protected] www.leopoldmuseum.org
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