- 17.11.2009, 11:23:42
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Ludwig Boltzmann Gesellschaft: 3 neue Institute für Lungengefäßforschung, Neulateinische Studien, Virtuelle Archäologie
18 Millionen Euro für sieben Jahre Laufzeit ab 2010
Wien/Innsbruck (OTS) - Eine Fachjury hatte der Ludwig Boltzmann
Gesellschaft (LBG) sogar sechs von zehn Anträgen der dritten
Ausschreibung zur Gründung neuer Ludwig Boltzmann Institute (LBI)
empfohlen. LBG-Geschäftsführerin Mag. Claudia Lingner: "Es war
schwierig, aus einer solchen Fülle wissenschaftlicher Anträge mit
Top-Qualität wählen zu müssen. Die Juroren, die uns von Beginn dieser
Ausschreibung an begleitet haben, führen das Spitzen-Niveau
ursächlich auf die hohen Anforderungen der LBG zurück".
Derzeit kann die LBG insgesamt 18 Millionen Euro für drei LBIs mit
siebenjähriger Laufzeit aufbringen. Lingner weiters: "Die LBG steht
heute in der Science Community für Spitzenleistungen in der
translationalen und klinischen Forschung in Medizin, Geistes-,
Sozial- und Kulturwissenschaften. An unseren Instituten sind namhafte
internationale Partner aus Forschung und Wirtschaft finanziell
beteiligt".
LBI für Lungengefäßforschung in Graz
Der Lungenhochdruck ist eine heimtückische Krankheit mit einer
hohen Dunkelziffer. Typische Krankheitszeichen fehlen und die
Diagnose ist aufwendig. Dadurch sind die Therapieergebnisse
unbefriedigend. Das LBI für Lungengefäßforschung soll durch einfache
und schonende Verfahren eine frühere Diagnose für Lungenhochdruck
ermöglichen und durch gezielte Medikamentenentwicklung neue Standards
setzen, um die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität der Betroffenen
zu erhalten und die Lebenserwartung nachhaltig zu verbessern. Das
neue LBI für Lungengefäßforschung bringt WissenschaftlerInnen aus der
Grundlagenforschung und klinische Ärzte zusammen.
LBI-Leiterin ist Univ.-Prof. Dr. Andrea Olschewski: "Ich freue
mich über die Einrichtung dieses LBI, weil wir dadurch die Behandlung
von Patienten mit Lungenhochdruck verbessern können". Standort des
LBI wird an der Medizinischen Universität Graz sein, die auch als ein
Partner des LBI fungiert ebenso wie die Österreichische Akademie der
Wissenschaften sowie die Pharmafirmen Bayer Austria und die deutsche
NebuTec.
LBI für Neulateinische Studien in Innsbruck
Dieses LBI wird sich der bisher unzulänglich erforschten
lateinischen Literatur seit der Renaissance widmen, die Politik und
Religion wesentlich beeinflusst und zur Entstehung des modernen
Europa beigetragen hat. Das Forschungskonzept umfasst vier Stufen:
die bibliographische, die philologische, die interpretatorische
Erschließung sowie die Popularisierung.
Zunächst steht die Erforschung des lateinischen Ordensdramas des
18. Jahrhunderts an, sowie die Überprüfung der Rolle der lateinischen
Literatur für die Identität des Habsburgerreiches und schließlich die
Bedeutung der "Neuerfindung" der Natur im lateinischen Humanismus.
"Wir sind froh, dass wir für alle drei Forschungsschienen starke
Partner gefunden haben", so der Koordinator der Antragsstellung und
klassische Philologe aus Innsbruck, Dr. Florian Schaffenrath.
Partner des LBI sind die Karl-Leopold-Universität Innsbruck, die
deutsche Albert-Ludwig-Universität Freiburg, das Pontificio Comitato
di Scienze Storiche im Vatikan und die Österreichische
Nationalbibliothek. Dem europäischen Charakter der zu erforschenden
Literatur wollen die Neulateiner auch dadurch gerecht werden, dass
neben der Zentrale in Innsbruck Außenstellen in Wien, Freiburg und
Rom eingerichtet werden. Standort des LBI ist an der Universität
Innsbruck. Die Leitung wird der klassische Philologe Dr. Stefan Tilg
übernehmen.
LBI für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie in Wien
Ziel des neuen LBI ist es, unter Einbindung von Geophysik,
Informatik und Geomatik effiziente Techniken für die zerstörungsfreie
Auffindung, Dokumentation und Visualisierung des archäologischen
kulturellen Erbes zu entwickeln. Dazu wird modernste
Prospektionstechnologie eingesetzt; etwa flugzeuggetragene Scanner
aus der Luft in Kombination mit neuen Magnetometer- und Radarsystemen
am Boden, welche Gelände und Spuren der im Boden verborgenen
archäologischen Fundstellen exakt erfassen und am Bildschirm sichtbar
machen können.
"Die LBG bietet uns die Möglichkeit, dazu notwendige
Grundlagenforschung und technologische Entwicklung voranzutreiben, um
ganze archäologische Landschaften quadratkilometerweise erkunden zu
können", so der künftige Leiter, Archäologe Univ.-Doz. Mag. Dr.
Wolfgang Neubauer.
Die interdisziplinären Forschungsprogramme des neuen LBI werden
nicht nur am Schreibtisch und im Labor entstehen, sondern sind direkt
verbunden mit einer Reihe von großflächigen Feldstudien in
Niederösterreich, Großbritannien, Schweden, Deutschland und Norwegen;
darunter die Landschaften um die zum Weltkulturerbe zählenden
Fundstellen Stonehenge oder die wikingerzeitliche Stadt Birka bei
Stockholm.
Partner des LBI mit Standort Wien sind die Universität Wien, die
Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik ZAMG, die University
of Birmingham, das Römisch-Germanisches Zentralmuseum / Mainz, die
Technische Universität Wien, Riksantikvarieämbetet - Swedish National
Heritage Board, das Amt der NÖ. Landesregierung und Norsk institutt
for kulturminneforskning - The Norwegian Institute for Cultural
Heritage.
47 Einreichungen zur dritten Ausschreibung der LBG in der ersten
Runde
Insgesamt waren 47 Anträge zur Gründung neuer Ludwig Boltzmann
Institute im Jänner 2009 bei der LBG eingegangen. Davon wurden nach
Begutachtung von internationalen ExpertInnen zehn KandidatInnen
eingeladen, Langanträge ihrer Konzepte auszuarbeiten. Eine Jury
beurteilte diese und empfahl dem Vorstand der Ludwig Boltzmann
Gesellschaft schließlich sechs Anträge zur Umsetzung. Aufgrund der
budgetären Situation können derzeit drei neue Institute gegründet
werden. In der LBG ist man aber bemüht, auch die drei weiteren von
der Jury zur Umsetzung empfohlenen Anträge zu ermöglichen.
Die 1961 gegründete Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) ist eine
private Trägerorganisation für Forschungseinrichtungen in Österreich
und befasst sich mit medizinischen sowie geistes-, sozial- und
kulturwissenschaftlichen Fragestellungen. Seit einer umfassenden
Organisationsreform 2002 werden Ludwig Boltzmann Institute (LBI)
aufgrund von Ausschreibungen und mit internationalem
Begutachtungsverfahren eingerichtet. Ein besonderes Merkmal von
Ludwig Boltzmann Instituten ist die Kooperation mit
Partnerorganisationen.
Rückfragehinweis:
Mag. Claudia Lingner
Tel: 01 513 27 50
mailto:[email protected]
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