- 13.11.2009, 09:10:17
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Umweltdachverband fordert Regierungsklausur: Klimaschutzpflichten und Konjunkturpakt müssen jetzt für Faymann und Pröll Chefsache sein
Wien (OTS) -
- Österreich ist einziges EU-Land, das Kyoto-Zielverfehlung plant
- UWD: Maßnahmen im Inland setzen statt Strafzahlungen und
Zertifikatekauf
- 1 Milliarde Euro pro Jahr für Gebäudesanierungen sofort zur
Verfügung stellen
Der aktuelle Bericht der Europäischen Umweltagentur zur Treibhausgas-Emissionsentwicklung zeigt, dass Österreich punkto Klimaschutz mit voller Geschwindigkeit an die Wand fährt. "Als einziges Land in der EU gibt Österreich an, das Kyoto-Ziel 2012 nicht zu erreichen. Diese Selbsteinschätzung ist alarmierend, satte 12 % Zielverfehlung werden offiziell in Kauf genommen", sagt Gerhard Heilingbrunner, Präsident des Umweltdachverbandes. "Damit ist die Katze aus dem Sack: Selbst mit massivem Zukauf von Emissionszertifikaten kann das Kyoto-Ziel nicht erreicht werden. Österreich ist knapp hundert Millionen Tonnen CO2 über seinem Klimaziel. Bei aktuellen Preisen von 13 bis 15 Euro/t CO2 macht das weit über einer Milliarde Euro. Das jahrelange Ignorieren der Klimapolitik rächt sich", so Heilingbrunner. Klimaschutz- und Konjunkturpaket dringend gefordert: Klima schützen, Konjunktur beleben, Arbeit schaffen! "Die Bundesregierung hat jetzt nur noch zwei Möglichkeiten: Strafzahlungen und Aufkauf von Zertifikaten - somit Milliarden aus dem Fenster zu werfen - oder endlich konkrete Taten im Inland zu setzen, das Klima zu schützen, die Konjunktur ankurbeln und Arbeitsplätze zu sichern", so Heilingbrunner. Wir dürfen nicht zulassen, dass Österreich die rote Laterne im Klimaschutz bekommt, während im Inland Möglichkeiten ungenutzt liegen gelassen werden und sogar weitere Verschlechterungen geplant sind. Als erster Schritt muss eine radikale Kehrtwende in der Verkehrspolitik stattfinden. Um 73 % sind die Emissionen des Verkehrs seit 1990 gestiegen, mehr als in jedem anderen Sektor. "Bahnstrecken stillzulegen kann nicht die Antwort auf die schlechte Klimabilanz sein. Die Streckenstilllegungspläne der ÖBB müssen sofort gestoppt werden. Stattdessen soll das Österreich-Ticket für den Verkehr eingeführt werden, das auch im Regierungsprogramm vereinbart wurde, dann aber aus Kostengründen beiseite geschoben wurde", so Heilingbrunner. Umweltdachverband fordert 8 Punkte-Klima-Sofortprogramm:
- 1 Milliarde Euro pro Jahr für die Gebäudesanierungen
- Passivhausstandard für alle neu zu bauenden Gebäude ab 2012,
Nullenergiehausstandard ab 2015
- Bis 2020 flächendeckende 20 % E-Mobilität, Stopp aller
Streckenstilllegungspläne der ÖBB, Einführung eines Österreich-
Tickets
- Ab 2011 flächendeckende LKW-Maut
- Grundlegende Neuordnung des Ökostromgesetzes
- Energieeffizienzgesetz für Elektrogeräte im Haushalt,
Energiesparen
- Bundesweite Einführung des intelligenten Stromzählers zum
Stromeffizienzmanagement, Verhinderung des Standby-Betriebes in
jedem Haushalt
- Gesetzliche Verpflichtung aller EVUs in Österreich, Energie
effizient einzusetzen und zu verwenden sowie Treibhausgase zu
minimieren.
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