• 12.11.2009, 18:06:54
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DER STANDARD - Kommentar " Negativsymbol Arigona" von Irene Brickner

Ausgabe vom 13.11.2009

Wien (OTS) - Sympathisch sind sie den meisten Österreichern schon
lange nicht mehr. Und unterstützenswert kommen sie ihnen erst recht
nicht vor: Arigona Zogaj und ihre Restfamilie - der Vater hat sich
verabschiedet, die großen Brüder sind in den Kosovo zurückgekehrt -
werden inzwischen überwiegend als zwielichtige und ungebetene
Gestalten gesehen. Als Ausländer, die den Wohlstand gesucht, aber
"Asyl" gesagt haben. Die sich in den Wohlfahrtsstaat Österreich
eingeschlichen haben - und jetzt mit allen rechtlichen Mitteln zur
Ausreise gezwungen werden müssen.
Damit wird an den Zogajs - an dem 17-jährigen Mädchen, ihrer Mutter
und ihren kleinen Geschwistern - der heimische Antiausländerdiskurs
in all seinen Facetten abgewickelt. Asylmissbrauch,
Scheinasylanträge, trotzige Verfahrensverlängerung: Die kosovarische
Familie ist zu einem fremdenrechtlichen Negativsymbol geworden, das
die immer härteren Regelungen, die immer martialischere Wortwahl zu
rechtfertigen scheint. Schonung verdient sie in dieser "Logik" nicht.
Und sie wird ja auch immer wieder vorgeführt, sei es, indem man
erfundene Vorstrafen bei Pressekonferenzen zitiert. Oder indem die
jetzige Asylablehnung vorab und offenbar ebenso illegal der Kronen
Zeitung zugespielt wurde, was akuten Amtsmissbrauchsverdacht
hochkommen lässt.
Was die große Mehrheit überhaupt nicht mehr interessiert, ist, wie es
den Zogajs mit all dem geht. Wer das zum Thema macht, wird
sentimentaler Schwäche geziehen. Die Frage ist, wo derlei
Härteaufrufe im Endeffekt hinführen.

Rückfragehinweis:
Der Standard, Tel.: (01) 531 70/445

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